begierig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-gie-rig
WortzerlegungBegier-ig
Wortbildung mit ›begierig‹ als Letztglied: ↗ehrbegierig · ↗herrschbegierig · ↗kampfbegierig · ↗lernbegierig · ↗mordbegierig · ↗raubbegierig · ↗ruhmbegierig · ↗streitbegierig · ↗wissbegierig
eWDG, 1967

Bedeutung

versessen auf etw.
Beispiele:
er ist auf Nachricht, Antwort, nach neuen Erkenntnissen begierig
sie ist begierig, ihn kennenzulernen, etw. über sie zu erfahren
mit Gen.
veraltet
Beispiel:
Sie sind immer der Habe und des Wachsens begierig gewesen [StifterWitiko2,186]
gierig
Beispiele:
die frische Luft begierig einatmen
etw., jmdn. mit begierigen Augen ansehen
ein begieriger (= leidenschaftlicher) Leser
neugierig
Beispiele:
begierig fragen, lauschen
ich bin begierig, was er für ein Gesicht machen wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gier · gierig · gieren · Begier · Begierde · begierig · Neugier · Neugierde · neugierig · Habgier · habgierig
Gier f. ‘heftiges, maßloses Verlangen, Begehren’. Das auf den dt. Sprachraum beschränkte Substantiv ahd. girī(n) (8. Jh.), mhd. gir ‘Begierde’, asächs. nur im Kompositum fehugiri ‘Streben nach Besitz’, ist eine Abstraktbildung zu dem durch gierig (s. unten) ersetzten alten Adjektiv ahd. ger (9. Jh.), Nebenform giri (8. Jh.), mhd. gir, ger ‘begierig, verlangend’, mnd. gīr, gēr, das mit ↗gern und ↗begehren (s. d.) verwandt ist und wie diese zur Wurzel ie. *g̑her- ‘begehren, gern haben’ gehört. gierig Adj. ‘voller Gier, heftig begehrend’, ahd. girīg (9. Jh.), mhd. giric ‘begierig, begehrlich’, Weiterbildung zu den oben genannten Adjektivformen ahd. ger, giri, mhd. gir, ger. gieren Vb. ‘heftig begehren, gierig verlangen’ (15. Jh.), nach heutigem Sprachempfinden als Ableitung von Gier angesehen, ist aber wohl Übernahme von mnd. gīren und gehört damit zu der unter ↗gähnen (s. d.) genannten Wurzelform ie. *g̑hēi-, *g̑hī- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’. Doch können im Einzelfall auch auf die gleiche Wurzel zurückgehende nominale Formen mit ī (s. ↗Geier) von Einfluß gewesen sein. Begier f. Begierde f. ‘heftiges, leidenschaftliches (sinnliches) Verlangen’. Während ahd. girida (um 800), mhd. girde Abstraktbildungen zum Adjektiv ahd. ger, giri (s. oben) sind, gehört das Abstraktum mhd. begirde zum Verb mhd. begern, begirn, nhd.begehren (s. d.). Verkürztes mhd. begir steht dagegen unter dem Einfluß von mhd. gir, nhd. Gier (s. oben). begierig Adj. ‘voller Begierde, auf etw. versessen’, mhd. begirec, begirdec. Neugier f. Neugierde f. ‘Gier, Begier, Neuigkeiten oder die Angelegenheit anderer zu erfahren’ (17. Jh.), gebildet zu älterem neugierig Adj. ‘voller Neugier, gespannt’ (Mitte 16. Jh.). Habgier f. ‘Gier nach Besitz’ (18. Jh.) übernimmt die ältere Bedeutung von ↗Geiz (s. d.) und meint den ‘raffenden’ im Unterschied zum späteren ‘sparsamen Geiz’; habgierig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
begehrlich · begierig
Assoziationen
Synonymgruppe
begierig (auf, nach) · ↗eifrig · ↗inbrünstig
Synonymgruppe
begierig · ↗erwartungsvoll · ↗fieberhaft · ↗fiebrig · ↗gespannt · in gespannter Erwartung · ↗interessiert · sehr gespannt · ↗ungeduldig  ●  gespannt wie ein Flitzebogen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Leser Publikum aufgegriffen aufgreifen aufnehmen aufsaugen aufschnappen bereit besonders blicken ebenso einsaugen erfahren ergreifen geradezu greifen höchst keineswegs lauschen lesen saugen schielen stets stürzen verschlingen warten zugreifen zuhören ängstlich äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begierig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In keinem anderen Alter sind Kinder so aufnahmefähig, so begierig, die Welt zu entdecken.
Die Welt, 05.06.2003
Andererseits ist man nur mäßig begierig, ES immer wieder in immer wieder neuen Details zu erfahren.
Der Tagesspiegel, 21.07.2002
Er wunderte sich, daß er es vermochte, aber er fühlte sich frei wie selten, begierig auf Taten wie noch nie.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 183
Er war nicht mehr auf Erlebnisse dieser Art begierig, nein, darüber war er hinweg.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 415
Nur junge Leute sind begierig, etwas über sich selbst zu erfahren.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 29
Zitationshilfe
„begierig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/begierig>, abgerufen am 17.10.2019.

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