beginnen

Grammatik Verb · beginnt, begann, hat begonnen
Aussprache 
Worttrennung be-gin-nen
Wortbildung  mit ›beginnen‹ als Grundform: ↗Beginn

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] ...
    1. 1. (etw.) anfangen
    2. 2. etw. tun, unternehmen
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
(etw.) anfangen
Gegenwort zu enden, beenden
a)
mit einer Handlung einsetzen
Beispiele:
eine Arbeit (neu, von vorn) beginnen
ein Gespräch, Vortrag, einen Streit, ein neues Leben beginnen
etw. Neues beginnen
wir beginnen am besten gleich
zu reden, lachen, zweifeln beginnen
mit einer Arbeit, dem Abdruck eines Romans beginnen
er begann mit den Worten ... (= sagte als erstes die folgenden Worte ...)
»Dies alles ist mir untertänig«, / Begann er zu Ägyptens König [ SchillerRing]
b)
eine Handlung, ein Zustand setzt ein
Beispiele:
der Tag, das Jahr, der Wettbewerb, Krieg beginnt
eine Freundschaft beginnt
die Verhandlungen haben gestern begonnen
die Vorstellung beginnt um sieben Uhr
hinter der Stadt beginnt das freie Feld
die beginnende Dämmerung
in die beginnende Nacht hineinfahren
2.
etw. tun, unternehmen
Beispiele:
was willst du nun beginnen?
was hättet ihr begonnen, wenn ihr das gewusst hättet?
ich wusste nicht, was ich beginnen sollte
mit etw., jmdm. etw. machen, anstellen
Beispiele:
was soll ich nun damit, mit ihm beginnen?
nichts mit seinem Leben zu beginnen wissen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beginnen · Beginn
beginnen Vb. ‘anfangen’. Dem Präfixverb ahd. biginnan (8. Jh.), mhd. mnd. beginnen, asächs. biginnan, mnl. beghinnen, nl. beginnen, aengl. beginnan, engl. to begin liegt ein untergegangenes und nicht sicher deutbares Simplex germ. *gennan zugrunde, das auch (mit anderem Präfix) in got. duginnan, ahd. inginnan, aengl. on-, āginnan ‘anfangen’, mnl. ontghinnen, nl. ontginnen ‘anschneiden, anfangen’ sowie deverbativ in ahd. anagin, anaginni, asächs. anaginni ‘Anfang’ begegnet. Nord. Vertretungen dagegen fehlen. Eine sichere Etymologie ist nicht erkennbar. Aus mehreren Herleitungsversuchen (zusammengestellt bei Feist ³128) seien als erwägenswert erwähnt: Eine mögliche Verwandtschaft entweder mit alban. zė͂ ‘fängt an, faßt an’ und Anschluß an eine Wurzel ie. *g̑hen- ‘berühren, anfangen’, oder mit lat. prehendere ‘fassen, ergreifen’, griech. chandánein (χανδάνειν) ‘fassen, in sich begreifen, enthalten’ und Anschluß an eine nasalierte Wurzelform ie. *ghend- ‘(an)fassen, ergreifen’. Oder ist hier angesichts der unzureichenden außergerm. Beziehungen bei guter germ. Bezeugung die Wirkung eines nicht-ie. Substrats anzunehmen (de Vries Nl. 38)? Vom Verb abgeleitet Beginn m. ahd. bigin (um 800), jedoch nur vereinzelt, so daß mhd. begin, nhd. Beginn, mnl. begin vielleicht als Neubildungen zum Verb anzusehen sind (vgl. Ahd. Wb. 1, 1017).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine Aktion) anlaufen lassen · ↗(eine Sache) angehen · ↗(etwas) antreten · ↗(etwas) aufnehmen · (sich) daranmachen (zu) · beginnen · darangehen zu · ↗einleiten · ↗loslegen · ↗starten  ●  (den) Startschuss geben  fig. · ↗(eine Sache/mit einer Sache) anfangen  Hauptform · (etwas) zum Fliegen bringen  fig. · herangehen an  fig. · in Angriff nehmen  fig. · ↗(etwas) angreifen  geh., fig. · ↗(etwas) anpacken  ugs. · ↗(in etwas) einsteigen  ugs. · ↗(sich) dransetzen  ugs. · an etwas gehen  ugs. · ↗durchstarten  ugs. · zur Tat schreiten  geh., scherzhaft-ironisch
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Abmarsch! · ↗alsdann · an die Arbeit! · auf zu · los geht's! · los jetzt! · los! · und dann los · vorwärts!  ●  Auf zu neuen Taten!  Spruch · Leinen los  fig. · an die Gewehre!  fig. · (auf,) auf zum fröhlichen Jagen  ugs., Zitat · (es) kann losgehen  ugs. · (jetzt aber) ran an die Buletten!  ugs. · (na dann) rauf auf die Mutter  derb, salopp · ↗(na) denn man tau  ugs., plattdeutsch · (na) denn man to  ugs., plattdeutsch · (und) ab die Luzie!  ugs. · (und) ab geht's  ugs. · ab dafür!  ugs. · allez hopp!  ugs., franz. · also los!  ugs. · auf auf!  ugs. · auf geht's!  ugs., Hauptform · auf gehts  ugs. · aufi!  ugs., süddt. · dann (mal) los!  ugs. · dann lass uns!  ugs. · dann wollen wir mal  ugs. · frisch ans Werk!  ugs. · ↗frischauf  geh., veraltend · gemma!  ugs., bayr. · ↗los  ugs. · pack ma's  ugs., österr. · pack mer's  ugs., süddt. · ran an den Speck!  ugs. · und ab die Post  ugs. · und ab!  ugs. · und dann gib ihm!  ugs. · wir können!  ugs. · ↗wohlan  geh., veraltend
  • (etwas) angreifen · ↗(etwas) anpacken  ●  (den) Stier bei den Hörnern packen  fig. · das Heft in die Hand nehmen  fig. · (etwas) in Angriff nehmen  ugs. · ↗loslegen  ugs.
  • anbrechen · ↗anfangen · ↗angehen · beginnen · ↗einsetzen · ↗losbrechen · ↗starten (mit)  ●  ↗entbrennen (Streit)  fig. · ↗anheben  geh. · in Gang kommen  ugs. · ↗losgehen  ugs.
  • (etwas) energisch anpacken · ↗(tüchtig) zupacken  ●  (die) Ärmel aufkrempeln  fig. · (die) Ärmel hochkrempeln  fig. · in die Hände spucken  ugs., fig.
  • (die) Initiative ergreifen · (die) Initiative geht aus von · initiativ werden  ●  (den) ersten Schritt machen  fig. · (den) Stier bei den Hörnern packen  ugs., fig.
  • angreifend · ↗angriffslustig · auseinandersetzungsfreudig · jeden Fehdehandschuh aufnehmen(d) · ↗kampfesfreudig · ↗kampfesmutig · keinem Streit aus dem Weg(e) gehen(d) · konfliktbereit · ↗kämpferisch · ↗offensiv · ↗streitbar · ↗streitlustig  ●  ↗angriffig  schweiz. · konfliktfreudig  verhüllend, auch ironisch · konfliktstark  auch ironisch
  • anfangen (etwas/mit etwas) · ↗auslösen · ↗entfachen · ↗herbeiführen · ↗hervorrufen · in Gang bringen  ●  ↗anstiften  negativ · ↗induzieren  fachspr. · ↗initiieren  geh.
  • (der) Initiator sein · ans Laufen bringen · entstehen lassen · in Gang bringen · in Gang setzen · ↗initiieren · ↗starten  ●  ↗(etwas) ankurbeln  fig. · ins Leben rufen  fig. · ↗anleiern  ugs.
  • (einfach) sagen 'du machst das jetzt' · ↗(jemandem) sagen 'Du schaffst das (schon).' · (jemandem) sagen 'Mach mal!' · (sich) mit völlig neuen Aufgaben konfrontiert sehen · (sich) vor völlig neue Herausforderungen gestellt sehen  ●  (das Prinzip unserer Einarbeitung ist) learning by doing  engl. · (jemanden) ins kalte Wasser schmeißen  fig., Hauptform · (jemanden) ins kalte Wasser werfen  fig. · Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.  Spruch · training on the job  engl.
  • (die) Arbeit aufnehmen · (sich) an die Arbeit machen · (sich) ans Werk machen · (sich) in die Arbeit stürzen · (sich) kopfüber in die Arbeit stürzen · an die Arbeit gehen · ans Werk gehen · ↗loslegen · mit der Arbeit anfangen · mit der Arbeit beginnen  ●  anfangen zu arbeiten  Hauptform
  • (die) Initiative ergreifen · aktiv werden  ●  (die) Zügel in die Hand nehmen  fig. · (etwas) in die Hand nehmen  fig., Hauptform · (selbst) das Heft in die Hand nehmen  fig. · nicht darauf warten, dass jemand anders etwas tut  variabel
  • (sich einer Sache/jemandem) zuwenden · ↗(sich einer Sache/jemandes) annehmen · ↗(sich jetzt einer Sache) widmen · (sich) (jetzt) befassen mit · (sich) (jetzt) konzentrieren auf · (sich) (jetzt) kümmern um · Zeit haben (für)
  • (sich) auf den Weg machen · ↗(sich) aufmachen · ↗losgehen · ↗losziehen · seinen Weg antreten  ●  ↗aufbrechen  Hauptform · (sich) auf die Beine machen  ugs. · (sich) auf die Socken machen  ugs. · ↗lossocken  ugs., regional
Synonymgruppe
anbrechen · ↗anfangen · ↗angehen · beginnen · ↗einsetzen · ↗losbrechen · ↗starten (mit)  ●  ↗entbrennen (Streit)  fig. · ↗anheben  geh. · in Gang kommen  ugs. · ↗losgehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anheben (Gesang) · beginnen
Synonymgruppe
aufnehmen (Gespräche, Verhandlungen, die Arbeit) · beginnen · einsteigen in (Debatte) · ↗eröffnen (Diskussion)
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›beginnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beginnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beginnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Später aber sagte er, wenn er noch einmal anfangen könne, würde er mit der Kultur beginnen.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 184
Am Abend begann es auch in der Stadt zu schneien.
Die Zeit, 13.02.1998, Nr. 8
Die Bürger, völlig überrascht, begannen untereinander zu hadern; nicht wenige betrachteten jetzt den Kampf bereits als aussichtslos.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 11893
Alsdann würde es selbstverständlich sein, dort sogleich mit den Arbeiten zu beginnen.
[Brief Robert Kochs an den Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten; Berlin, 17. Dezember 1901]. In: J. Schwalbe (Hg.), Gesammelte Werke von Robert Koch - Bd. 2 Teil 2, Leipzig: Thieme 1912 [1901], S. 842
Die Wirkung hiervon beginnt langsam von 1600, stärker von 1700 an.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 206
Zitationshilfe
„beginnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beginnen>, abgerufen am 17.05.2021.

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