beglücken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-glü-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›beglücken‹ als Erstglied: ↗Beglücker  ·  mit ›beglücken‹ als Letztglied: ↗stillbeglückt · ↗zwangsbeglücken
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. glücklich machen
Beispiele:
jmdn. mit einem Lob, ein paar Zeilen, seiner Gegenwart beglücken
das beglückende Bewusstsein haben, jmdm. geholfen zu haben
ein beglückendes Erlebnis, Gefühl
beglückt lächeln
umgangssprachlich, spöttischjmdn. mit seinem Besuch beglücken
umgangssprachlich, spöttischjmdn. mit alten Sachen beglücken (= beschenken)
veraltetdaß er den Wunsch hege, mit der Hand der Frau Marquise beglückt zu werden [KleistMarquise3,257]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Glück · glücken · beglücken · glücklich · Unglück · unglücklich · verunglücken · glückselig · Glückseligkeit · Glückskind · Glückspilz · Glücksrad · Glücksritter
Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. ↗selig und ↗Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f. spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktionär Anteilseigner Anwender Anwesenheit Fan Fangemeinde Fernsehzuschauer Freikarte Genießer Geschenk Hörer Konsument Kundschaft Landsleute Menschheit Mitmensch Publikum Segnung Steuersenkung Stute Untertan Wohltat Zuhörer demnächst entzücken erheitern erschrecken gleichermaßen sichtlich verblüffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beglücken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Künstler beglücken mit ihrem Können aber keinesfalls nur das eigene Land.
Der Tagesspiegel, 28.05.1999
Das enorme Echo, das seinen Schriften zuteil wurde, beglückte ihn.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 456
Sein Bild von der Welt ist wahr, wenn auch nicht immer gerade beglückend.
Die Zeit, 03.11.1955, Nr. 44
Ja, stell Dir vor, es ist beglückend, wenn man es so anschauen kann.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 15.10.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber mit einer kleinen Ölsardinendose kannst Du sie auch beglücken.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 14.11.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„beglücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beglücken>, abgerufen am 15.12.2019.

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