begründen

GrammatikVerb · begründet, begründete, hat begründet
Aussprache
Worttrennungbe-grün-den
Wortzerlegungbe-gründen
Wortbildung mit ›begründen‹ als Erstglied: ↗Begründer · ↗Begründung · ↗begründbar
 ·  mit ›begründen‹ als Letztglied: ↗mitbegründen  ·  mit ›begründen‹ als Grundform: ↗begründet
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. gründen, neu schaffen
Beispiele:
einen demokratischen Staat begründen
eine Zeitschrift, einen Verein, einen Geschäft begründen
eine Familie, seinen eigenen Hausstand, seine Existenz begründen
den Grund zu etw. legen
Beispiel:
jmds. Ruf, Ruhm, Glück begründen
2.
etw. auf etw. aufbauen
Beispiele:
etw. auf eine Tatsache begründen
auf dieses Ergebnis begründete er seine Theorie
das Dasein rein auf die Erde zu begründen [GuardiniEnde119]
Grammatik: meist im Part. Prät.
Beispiele:
eine auf Quellenstudium, auf Wahrheit (fest) begründete Wissenschaft
technisch begründete Arbeitsnormen
eine historisch begründete Tatsache
3.
Gründe für etw. angeben, etw. mit Gründen belegen
Beispiele:
seinen Antrag, die Forderung, Anklage, den Vorschlag, die Gesetzesvorlage (eingehend) begründen
seine Meinung, Behauptung, seinen Entschluss, Einwand, Verdacht (nicht) begründen können
womit begründet er sein Ausbleiben?
wie will er das begründen?
das ist, liegt in der Natur begründet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grund · gründen · Gründer · Gründerjahre · Gründerzeit · begründen · Begründer · ergründen · gründeln1 · grundieren · gründlich · Gründlichkeit · Grundbesitz · Grundbesitzer · Grundlage · grundlos · Grundriß · Grundsatz · grundsätzlich · Grundstück · Grundel · Gründel · Gründling · Grundfisch · gründeln2
Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit ↗Grind (s. d.). gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre Plur. und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt gründeln1 Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie ↗schattieren, ↗lackieren, ↗schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m. Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f. Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m. mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m. spätmhd. gruntvisch. gründeln2 Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Begründung abgeben · Argumente aufzählen · Argumente darlegen · Argumente finden (für) · Argumente liefern · Argumente vorbringen · Gründe anführen · Gründe beibringen · Gründe finden · Gründe liefern · Gründe nennen · Gründe vorbringen · Gründe vortragen · argumentativ untermauern · ↗argumentieren · begründen · ↗erklären · ↗legitimieren · ↗rechtfertigen · verargumentieren
Assoziationen
Synonymgruppe
beglaubigen · begründen · ↗besagen · ↗beweisen · ↗erhärten · ↗erweisen
Synonymgruppe
begründen · ↗erhärten · ↗fundieren · ↗stärken · ↗untermauern
Synonymgruppe
begründen · ↗belegen · ↗fundamentieren · ↗fundieren · ↗substantiieren  ●  ↗festmachen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablehnung Absage Analyst Antrag Argument Engagement Entscheidung Entschluß Forderung Gericht Haltung Hinweis Händler Maßnahme Notwendigkeit Optimismus Richter Ruf Ruhm Rückgang Rücktritt Rückzug Schritt Urteil Verzicht Vorgehen Vorstoß Zurückhaltung damit mitbegründen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begründen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deswegen musst du über alles gut nachdenken », begründete Robben seine Zurückhaltung.
Die Zeit, 30.04.2012 (online)
Und die begründet sich nicht aus der Wahl des Materials Holz allein.
Die Welt, 23.04.2005
Die Renaissance, die Komponisten zu bestimmten Zeiten erleben, läßt sich teilweise auch sozialpsychologisch begründen.
o. A.: M. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 6970
Der Keim zu einer Anzahl späterer Erfolge liegt darin begründet.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 211
Zu deutlich ist die Idee des Ewigkeitswertes in der Institution des Museums gesellschaftlich begründet.
Werckmeister, Otto Karl: Von der Ästhetik zur Ideologiekritik. In: ders., Ende der Ästhetik, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1971 [1970], S. 75
Zitationshilfe
„begründen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/begründen>, abgerufen am 08.12.2019.

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