Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

begrifflich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-griff-lich
Wortbildung  mit ›begrifflich‹ als Erstglied: Begrifflichkeit
eWDG

Bedeutung

einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend
Beispiele:
begriffliche Klarheit anstreben
begriffliches (= abstraktes) Denken
wenn diese [Fremdwörter] begrifflich mehr umfassen als ein deutsches Wort [ BrugschArzt245]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

begreifen · Begriff · begreiflich · begrifflich · begriffsstutzig
begreifen Vb. ‘verstehen, geistig voll erfassen, umfassen, einschließen’. Ahd. bigrīfan (8. Jh.), mhd. begrīfen, mnd. begrīpen, nl. begrijpen bedeuten ursprünglich ‘ergreifen, betasten’, auch ‘umfassen, enthalten’ (zur Herkunft s. greifen). Schon in ahd. Zeit, wo es lat. comprehendere ‘begreifen’ übersetzt, später vor allem bei den Mystikern, erfährt das Wort eine Bedeutungserweiterung, indem körperliches ‘Greifen, Fassen’ auf geistige Aneignung, ‘mit dem Verstande erfassen, verstehen’, ausgedehnt wird. – Begriff m. mhd. begrif ist zu begreifen im Sinne von ‘umfassen, enthalten’ gebildet und bedeutet ‘Umfang, Bezirk, Umfang und Inhalt einer Vorstellung’, ferner ‘Zusammenfassung, kurzer Auszug’. Begriff kommt durch die philosophischen Aufklärer Wolff und Thomasius allgemein in Gebrauch; Begriff und Vorstellung werden in der philosophischen Terminologie bald gegeneinander abgegrenzt, so daß Begriff die heute vorherrschende Bedeutung ‘wesentliche Merkmale einer Sache oder einer Gruppe von Erscheinungen, die zu einer gedanklichen Einheit zusammengefaßt sind’ erhält. begreiflich Adj. ‘verständlich’ ist aus mhd. begrīflich ‘faßbar, leicht fassend, begreifend’ hervorgegangen, während begrifflich Adj. vom Substantiv abgeleitet, ‘einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend’ bedeutet (17. Jh.). begriffsstutzig Adj. ‘schwerfällig im Begreifen, schwer von Begriff, verdutzt’ (Mitte 19. Jh.), s. stutzen; anfangs oft mit Umlaut begriffsstützig.

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›begrifflich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begrifflich‹.

Verwendungsbeispiele für ›begrifflich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von seiner Qualität hängt die Qualität des begrifflichen Inhalts der Wörter in der Sprache der Kinder ab. [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 15]
Und doch hat jedes Wort einen Inhalt, einen begrifflichen Inhalt. [Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 0]
Zunächst ist also eine begriffliche Analyse der beiden Einstellungen erforderlich. [Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns – Bd. 1. Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 385]
Zur begrifflichen Klärung für die Verwendung in diesem Buch seien folgende Definitionen gegeben. [Lienert, Gustav A.: Testaufbau und Testanalyse, Weinheim: Beltz 1961, S. 31]
Ich hingegen halte es für sinnvoll, sich über Entwicklungen in der Literatur auch begrifflich Klarheit zu verschaffen. [konkret, 1989]
Zitationshilfe
„begrifflich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/begrifflich>.

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