begriffsstutzig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-griffs-stut-zig
Wortbildung  mit ›begriffsstutzig‹ als Erstglied: Begriffsstutzigkeit
eWDG

Bedeutung

in bestimmten Situationen schwerfällig im Begreifen, verdutzt
Beispiele:
begriffsstutzig sein
jmdn. begriffsstutzig ansehen
wenn der [Bewerber] sich in der Galanterie irgendwie langsam und begriffsstutzig erwies [ Th. MannFaustus6,395]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

begreifen · Begriff · begreiflich · begrifflich · begriffsstutzig
begreifen Vb. ‘verstehen, geistig voll erfassen, umfassen, einschließen’. Ahd. bigrīfan (8. Jh.), mhd. begrīfen, mnd. begrīpen, nl. begrijpen bedeuten ursprünglich ‘ergreifen, betasten’, auch ‘umfassen, enthalten’ (zur Herkunft s. greifen). Schon in ahd. Zeit, wo es lat. comprehendere ‘begreifen’ übersetzt, später vor allem bei den Mystikern, erfährt das Wort eine Bedeutungserweiterung, indem körperliches ‘Greifen, Fassen’ auf geistige Aneignung, ‘mit dem Verstande erfassen, verstehen’, ausgedehnt wird. Begriff m. mhd. begrif ist zu begreifen im Sinne von ‘umfassen, enthalten’ gebildet und bedeutet ‘Umfang, Bezirk, Umfang und Inhalt einer Vorstellung’, ferner ‘Zusammenfassung, kurzer Auszug’. Begriff kommt durch die philosophischen Aufklärer Wolff und Thomasius allgemein in Gebrauch; Begriff und Vorstellung werden in der philosophischen Terminologie bald gegeneinander abgegrenzt, so daß Begriff die heute vorherrschende Bedeutung ‘wesentliche Merkmale einer Sache oder einer Gruppe von Erscheinungen, die zu einer gedanklichen Einheit zusammengefaßt sind’ erhält. begreiflich Adj. ‘verständlich’ ist aus mhd. begrīflich ‘faßbar, leicht fassend, begreifend’ hervorgegangen, während begrifflich Adj. vom Substantiv abgeleitet, ‘einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend’ bedeutet (17. Jh.). begriffsstutzig Adj. ‘schwerfällig im Begreifen, schwer von Begriff, verdutzt’ (Mitte 19. Jh.), s. stutzen; anfangs oft mit Umlaut begriffsstützig.

Thesaurus

Synonymgruppe
begriffsstutzig · denkfaul · langsam (im Kopf) · stumpfsinnig  ●  dösig  ugs. · schlafmützig  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(bei jemandem) fällt der Groschen in Pfennigen · Spätzünder · begriffsstutzig (sein) · keine schnelle Auffassungsgabe haben  ●  (echt ein) Blitzmerker  ugs., ironisch · (ein) Brett vorm Kopf haben  ugs. · (eine) lange Leitung haben  ugs. · (sich) dumm anstellen  ugs. · auf der Leitung stehen  ugs. · eine Ladehemmung haben  ugs., fig. · kein Blitzmerker  ugs. · nicht die hellste Birne im Kronleuchter  ugs., fig. · nicht die hellste Kerze auf der Torte  ugs., fig. · schwer von Begriff (sein)  ugs. · schwer von Kapee (sein)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›begriffsstutzig‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begriffsstutzig‹.

Verwendungsbeispiele für ›begriffsstutzig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er gilt gemeinhin als etwas begriffsstutzig, fast schon als chronisch blöd.
Die Welt, 19.08.2003
Irgendwie müssen die Analysten, die sich weiterhin für die New Economy begeistern, begriffsstutzig sein.
Die Zeit, 27.04.2000, Nr. 18
Er empfand sich selbst als provinziell, begriffsstutzig und außerdem zu leise.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 192
Ihr Mann wirkt blaß und nichtssagend, vor uns geht sie mit ihm um wie mit einem weichlichen, begriffsstutzigen Versager.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 127
Nun drängten sich neue Leute in die Amtsstuben, unbeholfen, laut, begriffsstutzig.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 108
Zitationshilfe
„begriffsstutzig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/begriffsstutzig>, abgerufen am 17.01.2022.

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