Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

behäbig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-hä-big
Wortbildung  mit ›behäbig‹ als Erstglied: Behäbigkeit  ·  mit ›behäbig‹ als Letztglied: wohlbehäbig
eWDG

Bedeutungen

1.
wohlbeleibt und phlegmatisch
Beispiele:
eine behäbige ältere Frau
breit und behäbig stand er vor der Haustür
umfangreich, breit
Beispiele:
ein behäbiger Schrank aus Eichenholz
ein alter behäbiger Sessel
2.
nachdrücklich und langsam, geruhsam
Beispiele:
er kam behäbig und gemütlich näher
in behäbiger Ruhe
er sagte das in seiner behäbigen Sprache, mit behäbiger Stimme
3.
veraltet, schweizerisch wohlhabend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behäbig · behaben · Behäbigkeit
behäbig Adj. ‘stattlich, wohlbeleibt und phlegmatisch, geruhsam, ruhige Behaglichkeit liebend’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘wohlhabend’ (Goethe; so noch schweiz.), ‘bewahrend, festhaltend’ (15. Jh.), abgeleitet von (heute nicht mehr gebräuchlichem) behaben Vb. ‘be-, fest-, ent-, zurückhalten, gewähren’, ahd. bihabēn (8. Jh.), mhd. behaben. Zur Herleitung s. haben. Vgl. auch von Habe ‘Besitz’ (s. d.) abgeleitetes nhd. (älter) habig, häbig ‘habend, besitzend, wohlhabend, sparsam’, mhd. habec, hebec. Die Entwicklung zu ‘geruhsam’ vollzieht sich zuerst beim Substantiv Behäbigkeit f. ‘Behaglichkeit, Geruhsamkeit’ (Goethe, Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
behäbig · lahm · langsam · schleppend · schwerfällig · träge  ●  beamtenhaft  ugs., fig., abwertend · bummelig  ugs. · lahmarschig  derb · tranig  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›behäbig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behäbig‹.

Verwendungsbeispiele für ›behäbig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihm erschien in der Wirtschaft vieles zu behäbig, oder wie er sich ausdrückte, zu loddrig. [Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870]
Man erwarte von diesem behäbigen Büchlein nicht die feierliche Würde eines Pedanten. [Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 22504]
Dann ist die Erde in die Jahre gekommen und behäbig geworden. [Die Zeit, 30.12.1998, Nr. 1]
Das neue Haus in seiner behäbigen Bauweise, mit tief heruntergezogenem Dach, paßt sich optimal der Umgebung an. [Die Zeit, 15.02.1988, Nr. 07]
Die Fenster mit ihren behäbigen Simsen gehen auf einen begrünten Hof hinaus. [Süddeutsche Zeitung, 20.05.2003]
Zitationshilfe
„behäbig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beh%C3%A4big>.

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