behäbig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-hä-big (computergeneriert)
Wortbildung mit ›behäbig‹ als Erstglied: ↗Behäbigkeit  ·  mit ›behäbig‹ als Letztglied: ↗wohlbehäbig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
wohlbeleibt und phlegmatisch
Beispiele:
eine behäbige ältere Frau
breit und behäbig stand er vor der Haustür
umfangreich, breit
Beispiele:
ein behäbiger Schrank aus Eichenholz
ein alter behäbiger Sessel
2.
nachdrücklich und langsam, geruhsam
Beispiele:
er kam behäbig und gemütlich näher
in behäbiger Ruhe
er sagte das in seiner behäbigen Sprache, mit behäbiger Stimme
3.
veraltet, schweizerisch wohlhabend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behäbig · behaben · Behäbigkeit
behäbig Adj. ‘stattlich, wohlbeleibt und phlegmatisch, geruhsam, ruhige Behaglichkeit liebend’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘wohlhabend’ (Goethe; so noch schweiz.), ‘bewahrend, festhaltend’ (15. Jh.), abgeleitet von (heute nicht mehr gebräuchlichem) behaben Vb. ‘be-, fest-, ent-, zurückhalten, gewähren’, ahd. bihabēn (8. Jh.), mhd. behaben. Zur Herleitung s. ↗haben. Vgl. auch von ↗Habe ‘Besitz’ (s. d.) abgeleitetes nhd. (älter) habig, häbig ‘habend, besitzend, wohlhabend, sparsam’, mhd. habec, hebec. Die Entwicklung zu ‘geruhsam’ vollzieht sich zuerst beim Substantiv Behäbigkeit f. ‘Behaglichkeit, Geruhsamkeit’ (Goethe, Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
behäbig · ↗geduldig · ↗gelassen · ↗ruhig
Synonymgruppe
behäbig · ↗lahm · ↗langsam · ↗schleppend · ↗schwerfällig · ↗träge  ●  ↗bummelig  ugs. · ↗lahmarschig  derb · ↗tranig  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauernhaus Bauernhof Beamtenapparat Bürgerhaus Bürgerlichkeit Erzählton Gangart Gasthof Gemütlichkeit Koloß Spielaufbau Spielweise Staatsbetrieb Staatskonzern Staatsunternehmen Tanker agierend bedächtig bieder eher einfallslos gemütlich ideenlos schwerfällig selbstgefällig träge umständlich uninspiriert wirkend überheblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behäbig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gutmütig läßt er sich durch den Verkehr lenken, wirkt in engen Kurven vielleicht etwas behäbig.
Bild, 22.09.1998
Den Kopf wird es ihn nicht kosten, da ist Frankreich behäbiger geworden.
Der Tagesspiegel, 22.04.1997
Ihm erschien in der Wirtschaft vieles zu behäbig, oder wie er sich ausdrückte, zu loddrig.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Natürlich waren nicht alle Bürger dieser Stadt satt und behäbig.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 608
Die breitläufige, offene, gut lesbare Schrift wirkt derb und behäbig.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 42058
Zitationshilfe
„behäbig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behäbig>, abgerufen am 17.10.2019.

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