Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

behördlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-hörd-lich
Wortzerlegung Behörde -lich
Wortbildung  mit ›behördlich‹ als Erstglied: behördlicherseits
eWDG

Bedeutung

papierdeutsch von einer Behörde ausgehend, amtlich
Beispiele:
ein behördliches Gutachten
eine behördliche Anordnung
behördliche Befugnisse und Pflichten
gemäß der behördlichen Verordnung
das Geschäft ist vom 1. bis 15. August mit behördlicher Genehmigung geschlossen
etw. behördlich bestätigen, beglaubigen
sich etw. behördlich bescheinigen lassen
etw. behördlich anordnen, verfügen
ein behördlich eingesetzter Arzt
eine behördlich versiegelte Wohnung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Behörde · behördlich · behördlicherseits
Behörde f. ‘staatliche oder kommunale Dienststelle mit bestimmten Amtsgeschäften (und deren Sitz)’. Das aus der Kanzleisprache stammende, seit der 2. Hälfte des 17. Jhs. gebräuchliche Wort schließt an älteres behören, mhd. zuo behœren ‘(zu)gehören, zukommen, gebühren’ (s. hören, gehören und Zubehör) an, bedeutet also eigentlich ‘das Gehörige, das Notwendige’, dann ‘Stelle, Ort, wohin etw. gehört’; dazu das heute unübliche behörig Adj. ‘gehörig, gebührend, passend’. Vermutlich aus der seit Mitte des 17. Jhs. bezeugten Wendung an behörigen Ort (behörigen Orts) hat sich die heute geläufige Bedeutung ‘Dienststelle’ entwickelt. Ableitungen dazu sind die seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. belegten Ausdrücke behördlich Adj. ‘von einer Behörde ausgehend, amtlich’; behördlicherseits Adv. ‘von seiten einer Behörde’.

Thesaurus

Synonymgruppe
amtlich · amtshalber · behördlich · diensthalber · dienstlich · dienstlich veranlasst · dienstlicherseits · dienstlicherweise · ex officio · von Amts wegen · von Dienst wegen  ●  amtswegig  Amtsdeutsch · dienstwegig  Amtsdeutsch · kraft Amtes  Amtsdeutsch

Typische Verbindungen zu ›behördlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behördlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›behördlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nein, auf behördlich verordnete Statistik könne man sich als Korrektiv nicht verlassen. [Die Zeit, 22.06.2009, Nr. 25]
Wie weit haben sich die behördlichen Verwalter der Armut von der Basis des Elends entfernt. [Die Zeit, 23.09.1977, Nr. 39]
Nun, auch das ließe sich regeln, menschlich, ohne behördliches Versagen. [Die Zeit, 11.06.1971, Nr. 24]
Dazu trüge auch die mittlerweile deutlich effektivere behördliche Aufsicht bei. [Süddeutsche Zeitung, 03.08.2002]
Die Art dieser Bestattung erforderte selbstverständlich auch eine behördliche Regelung. [Welt und Wissen, 1927]
Zitationshilfe
„behördlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beh%C3%B6rdlich>.

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