Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

behüten

Grammatik Verb · behütet, behütete, hat behütet
Aussprache 
Worttrennung be-hü-ten
Wortzerlegung be- hüten
Wortbildung  mit ›behüten‹ als Erstglied: Behüter · Behütung · behutsam
 ·  formal verwandt mit: unbehütet · wohl behütet · wohlbehütet
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. in seine Hut, seinen Schutz nehmen, jmdn., etw. beschützen
Beispiele:
jmdn. sorgsam, gut, wohl behüten
gehobenjmdn. wie seinen Augapfel behüten
jmdn. vor Gefahr, Not behüten
die Kinder vor jmds. Einfluss behüten
das Kind behüten, dass ihm nichts zustößt
jmdn. in einer gefährlichen Lage behüten
gehoben behüt dich Gott (= Abschiedsgruß)
etw. bewachen
Beispiele:
einen Schatz, das Haus behüten
ein Geheimnis behüten (= bewahren)
behütetsorgsam vor allem Unangenehmen bewahrt
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
ein behütetes Kind
behütet aufwachsen
Sie gehörte nicht … zu den behüteten jungen Damen [ FlakeSchritt146]
wie oft hatte er sich herausgesehnt aus der behüteten Enge [ Feuchtw.Jefta70]
2.
umgangssprachlich (Gott) behüte!Ausruf, der entschiedene Verneinung, Ablehnung ausdrückt
Beispiele:
Nein, behüte! … daß ich das von dir verlange [ Th. MannBuddenbrooks1,171]
Nicht etwa, daß er daheim gewesen wäre, behüte! [ KästnerJunge132]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hüten · behüten · verhüten
hüten Vb. ‘bewahren, beschützen’, ahd. huoten (9. Jh.), mhd. hüeten ‘achthaben, (be)wachen’, asächs. hōdian, mnd. hȫden, hǖden, mnl. nl. hoeden, afries. hōda, hūda, aengl. hēdan, engl. to heed sind Bildungen zu dem unter Hut2 f. (s. d.) angeführten Substantiv. Aus einer Grundbedeutung ‘beobachten zum Schutze vor drohender Schädigung’ entwickelt sich die spezielle Verwendung im Sinne von ‘Vieh beaufsichtigen’. Reflexiver Gebrauch ‘sich vorsehen, in acht nehmen’ begegnet bereits in mhd. Zeit. behüten Vb. ‘beschützen’, ahd. bihuoten ‘besorgen, beachten’ (9. Jh.), mhd. behüeten ‘bewahren, verhindern’. verhüten Vb. ‘etw. Unerwünschtes verhindern, vermeiden’, mhd. verhüeten ‘bewachen, bewahren, auflauern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
behüten · bewachen · schützen

Typische Verbindungen zu ›behüten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behüten‹.

Verwendungsbeispiele für ›behüten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wohl bleibst auch du nicht behütet vor den Kämpfen der Zeit. [Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8757]
Er ist es wert, von uns allen behütet zu werden. [Die Zeit, 24.12.2003, Nr. 52]
So kann es nicht gewesen sein, so behütet, so sentimental, so in warmes Licht getaucht. [Die Zeit, 26.11.1993, Nr. 48]
Gott behüte es davor, „unser schönstes Dorf“ sein zu wollen. [Die Zeit, 13.03.1992, Nr. 12]
Nichts liegt ihm ferner, als uns ernsthaft behüten zu wollen. [Süddeutsche Zeitung, 29.01.1994]
Zitationshilfe
„behüten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beh%C3%BCten>.

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