behüten

GrammatikVerb · behütete, hat behütet
Aussprache
Worttrennungbe-hü-ten
Grundformhüten
Wortbildung mit ›behüten‹ als Erstglied: ↗Behüter · ↗Behütung · ↗behutsam
 ·  mit ›behüten‹ als Grundform: ↗Behütetheit  ·  formal verwandt mit: ↗unbehütet · ↗wohlbehütet
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. in seine Hut, seinen Schutz nehmen, jmdn., etw. beschützen
Beispiele:
jmdn. sorgsam, gut, wohl behüten
gehoben jmdn. wie seinen Augapfel behüten
jmdn. vor Gefahr, Not behüten
die Kinder vor jmds. Einfluss behüten
das Kind behüten, dass ihm nichts zustößt
jmdn. in einer gefährlichen Lage behüten
gehoben behüt dich Gott (= Abschiedsgruß)
etw. bewachen
Beispiele:
einen Schatz, das Haus behüten
ein Geheimnis behüten (= bewahren)
oft im Part. Prät.
behütetsorgsam vor allem Unangenehmen bewahrt
Beispiele:
ein behütetes Kind
behütet aufwachsen
Sie gehörte nicht ... zu den behüteten jungen Damen [FlakeSchritt146]
wie oft hatte er sich herausgesehnt aus der behüteten Enge [Feuchtw.Jefta70]
2.
umgangssprachlich (Gott) behüte!Ausruf, der entschiedene Verneinung, Ablehnung ausdrückt
Beispiele:
Nein, behüte! ... daß ich das von dir verlange [Th. MannBuddenbrooks1,171]
Nicht etwa, daß er daheim gewesen wäre, behüte! [KästnerJunge132]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hüten · behüten · verhüten
hüten Vb. ‘bewahren, beschützen’, ahd. huoten (9. Jh.), mhd. hüeten ‘achthaben, (be)wachen’, asächs. hōdian, mnd. hȫden, hǖden, mnl. nl. hoeden, afries. hōda, hūda, aengl. hēdan, engl. to heed sind Bildungen zu dem unter ↗Hut f. (s. d.) angeführten Substantiv. Aus einer Grundbedeutung ‘beobachten zum Schutze vor drohender Schädigung’ entwickelt sich die spezielle Verwendung im Sinne von ‘Vieh beaufsichtigen’. Reflexiver Gebrauch ‘sich vorsehen, in acht nehmen’ begegnet bereits in mhd. Zeit. behüten Vb. ‘beschützen’, ahd. bihuoten ‘besorgen, beachten’ (9. Jh.), mhd. behüeten ‘bewahren, verhindern’. verhüten Vb. ‘etw. Unerwünschtes verhindern, vermeiden’, mhd. verhüeten ‘bewachen, bewahren, auflauern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
behüten · ↗bewachen · ↗schützen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augapfel Ei Engel Erbe Gott Herr Himmel Kind Kindheit Schaden Schatz Schlaf Wolf aufwachsen beschützen betreuen bewachen bewahren davor du erziehen geleiten ihr lieben pflegen schützen segnen umsorgen verwöhnen wohl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behüten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist es wert, von uns allen behütet zu werden.
Die Welt, 02.01.2004
Die Zeiten, in der die Schule ein Ort war, an dem Kinder wohl behütet waren, sind längst vorbei.
Bild, 06.02.2001
Wohl bleibst auch du nicht behütet vor den Kämpfen der Zeit.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8757
Sie waren nicht schlechter behütet, als sonst der Hund, der jetzt überfahren wird.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 249
War er es, der hier umging, um sie zu behüten?
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 5215
Zitationshilfe
„behüten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behüten>, abgerufen am 22.10.2019.

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