behaftet

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-haf-tet
Grundformbehaften
Wortbildung mit ›behaftet‹ als Letztglied: ↗risikobehaftet

Bedeutungsübersicht+

  1. ⟨jmd., etw. ist mit etw. behaftet⟩ jmdm., einer Sache haftet etw. an
  2. [veraltet] ⟨jmd. ist mit jmdm. behaftet⟩ jmd. ist an jmdn. gebunden
eWDG, 1967

Bedeutungen

jmd., etw. ist mit etw. behaftetjmdm., einer Sache haftet etw. an
Beispiele:
er ist mit einer Krankheit behaftet
ein mit einem Leiden behafteter Mensch
jmd. ist mit einem Laster behaftet
eine Sache ist mit einem Fehler, Makel, mit Mängeln behaftet
eine ... mit den gefährlichsten geistigen Widersprüchen behaftete Angelegenheit [MusilMann206]
veraltet jmd. ist mit jmdm. behaftetjmd. ist an jmdn. gebunden
Beispiel:
Einen mit Familie behafteten Diener kann ich nicht brauchen [Ebner-Eschenb.7,34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heften · Heft2 · behaftet
heften Vb. ‘etw. (mit Reißzwecken, Nägeln, Nadeln) befestigen, anbringen, (mit Fäden, Drahtklammern) zusammenfügen’, übertragen ‘fest, unverwandt worauf richten’ (die Augen, den Blick auf jmdn., etw. heften). Das gemeingerm. Verb ahd. (8. Jh.), mhd. heften, asächs. heftian, afries. hefta, aengl. hæftan ‘befestigen, binden, fesseln’, mnd. mnl. hechten, heften, nl. hechten ‘befestigen, anbringen’, auch intransitiv ‘haften, hängen, festsitzen’ (zum nd.-nl. Wandel von ft zu cht s. ↗Gerücht, ↗Nichte), anord. hepta, hefta ‘befestigen, hindern, verzögern’, schwed. häfta ‘an-, zusammenheften, haften, festsitzen, bürgen’, got. haftjan ‘sich anheften’ ist Faktitivum zu dem unter ↗-haft (s. d.) behandelten Adjektiv germ. *hafta-. Während die verbale Ableitung in den frühen Sprachstufen vorwiegend das Herstellen eines dauerhaften Zusammenhalts durch Festbinden bezeichnet, tritt im Nhd. (und schon im Mnd.) der Begriff des vorläufigen Anbringens, provisorischen Aneinanderfügens stärker in den Vordergrund. Reflexiven Gebrauch, wie er bereits im Got. belegt ist, kennt das Hd. seit ahd. Zeit, namentlich im Sinne von ‘sich anhängen, verbinden, hinwenden, anschließen, jmdm. folgen’ (vgl. auch sich an jmdn., an jmds. Fersen, Sohlen heften ‘jmdn. hartnäckig verfolgen’). Rechtssprachliche Verwendungen (‘in Gewahrsam nehmen, verhaften, beschlagnahmen’) finden sich im Mhd. und Frühnhd., ebenso im Aengl., Mnl. und gelegentlich noch im Nl. Heft2 n. ‘schmales Buch aus gefalteten, von Fäden, Drahtklammern zusammengehaltenen Papierblättern’, seit Mitte des 18. Jhs. (zunächst meist als Mask.) bezeugte Rückbildung aus dem Verb heften, vielleicht begünstigt durch ältere Zusammensetzungen mit ursprünglich verbalem erstem Glied wie Heftfaden, Heftnadel (15. Jh.). behaftet Part.adj. nur in der Fügung mit etw. behaftet sein ‘etw. (von anderen als unangenehm, belastend Empfundenes) an sich haben’, spätmhd. behaftet ist eine unter dem Einfluß von mhd. nhd.haften (s. d.) umgebildete Form von ahd. bihaft ‘gefesselt, gebunden, verstrickt’, mhd. frühnhd. behaft ‘gebunden, verpflichtet, besessen, mit etw. versehen’ (mit unumgelautetem Vokal neben ahd. biheftit, mhd. beheftet), Part. Prät. des zu heften gehörenden präfigierten Verbs ahd. biheften ‘binden, fesseln, belasten, quälen, sich beschäftigen’ (8. Jh.), mhd. beheften ‘fest-, zusammenheften, umstricken, einschließen, in Gewahrsam nehmen, verpflichten, verbinden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
behaftet (mit) · ergriffen · heimgesucht (von)

Typische Verbindungen zu ›behaftet‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behaftet‹.

Verwendungsbeispiele für ›behaftet‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man diesen Weg gehen würde, wäre der wieder sehr negativ behaftet.
Die Zeit, 23.02.2011 (online)
Freilich ist man in den letzten Jahren nicht mehr so sehr mit ideologischem Überzeugungsdruck behaftet wie vielleicht vor zwanzig Jahren.
Süddeutsche Zeitung, 30.06.1997
Er war lang, gewöhnlich, rothaarig und mit dem kuriosesten Gang der Welt behaftet.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 316
Aber sich mit Schulden behaftet zu fühlen, von denen er nicht absehen konnte, wie er sie bezahlen würde, ging fast über seine Kraft.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Bei rein somatischer Betrachtungsweise sind die betroffenen Kinder mit dem Stigma der minderwertigen lymphatischen Anlage behaftet.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 153
Zitationshilfe
„behaftet“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behaftet>, abgerufen am 05.04.2020.

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