behagen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-ha-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›behagen‹ als Letztglied: ↗anbehagen · ↗missbehagen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
gehoben jmdm. zusagen, gefallen
Beispiele:
etw. behagt jmdm. wohl, außerordentlich, sehr, besonders
das behagt mir wenig, ganz und gar nicht
dir scheint mein Vorhaben zu behagen
seine Offenheit, Freigebigkeit behagte ihnen
dieser Gast behagte mir nicht sonderlich
es wollte ihm dort nicht mehr so recht behagen
es behagte ihm nicht, scheel angesehen zu werden
2.
veraltet sich behagensich wohl fühlen
Beispiele:
sich bei jmdm. behagen
so schien er ... sich während der drei Stunden seines Verweilens ganz wohl zu behagen [Th. MannFaustus6,557]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behagen · Behagen · Wohlbehagen · behaglich · Behaglichkeit · Behäglichkeit
behagen Vb. ‘zusagen, gefallen, angenehm sein’ (meist in der 3. Person), älter auch sich behagen ‘sich wohl fühlen’. Mhd. (be)hagen, asächs. bihagon ‘gefallen, behagen’, mnd. behāgen, mnl. behāghen, nl. behagen, aengl. gehagian, onhagian ‘gefallen, angemessen sein’, anord. haga ‘einrichten, anordnen’, hagar ‘es paßt, ziemt sich’ gehören wohl zu einem starken Verb germ. *hagan ‘schützen, hegen’, wenn dies aus dem Part. Prät. ahd. gihagan ‘gepflegt, genährt’, mhd. behagen ‘frisch, freudig’ erschlossen werden kann. Die weitere Verwandtschaft ist nicht gesichert. Dazu das Verbalsubstantiv Behagen n. ‘geruhsame Zufriedenheit, inneres Wohlbefinden’ (17. Jh.); doch vgl. älteres Wohlbehagen n. ‘Gefallen, Gutdünken’ (15. Jh.), danach, das Simplex verstärkend, ‘Wohlgefallen, Wohlbefinden’ (17. Jh.). behaglich Adj. ‘Wohlbehagen erweckend, empfindend, gemütlich’, älter (mit Umlaut) behäglich (beide Formen bei Goethe), mhd. behagelich, meist behegelich ‘was behagt, wohlgefällig’, mnd. behēgelīk, nl. behaaglijk; Behaglichkeit, Behäglichkeit f. mhd. behegelicheit ‘Wohlgefallen’, mnd. behēgelichēt, nl. behaaglijkheid.

Thesaurus

Synonymgruppe
(es gibt) (viel) Beifall für · (gut) angenommen werden · (jemandem) angenehm (sein) · (jemandem) behagen · ↗(jemandem) gefallen · ↗(jemandem) passen · (jemandem) sympathisch sein · Anklang finden (bei) · Gefallen finden (an) · Zuspruch erfahren · Zuspruch finden · akzeptiert werden · auf Gegenliebe stoßen · auf Resonanz stoßen (bei) · auf Sympathie stoßen · auf Zustimmung treffen · begrüßt werden · freundlich aufgenommen werden · nach jemandes Geschmack sein · positiv aufgenommen werden · ↗zusagen  ●  auf fruchtbaren Boden fallen (Vorschlag, Idee)  fig. · ↗(jemandem) konvenieren  geh. · gut ankommen (bei)  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • Unbehagen bereiten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Aussicht Dauer Franzose Gedanke Klima Mischung Rolle Stil Strenge Tempo Vorstellung durchaus ebensowenig es freilich ganz und gar nicht gar gerade keineswegs mehr nicht offenbar offensichtlich recht sichtlich sonderlich wenig weniger übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behagen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dem jungen Mann behagte das zwar nicht sonderlich, aber er war zu träge, sich dagegen aufzulehnen.
Die Welt, 07.11.2003
Dem Wissenschaftler behagte das Angebot trotz der Einsparung von 5100 Mark anfangs nicht.
Bild, 30.12.1997
In der Schule war »selbstgebackenes Brot« ein beliebter Artikel, nur mir behagte es nicht.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 34064
Es behagte mir aber nicht und ich zweifelte die Lehre an.
Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 147
Er legte Schneider auch später seine Arbeiten vor, die dieser schätzte, deren programmatische Tendenz ihm aber nicht behagte.
Sietz, Reinhold: Uhlig. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 45184
Zitationshilfe
„behagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behagen>, abgerufen am 20.11.2019.

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