behagen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-ha-gen
Wortbildung  mit ›behagen‹ als Letztglied: ↗anbehagen · ↗missbehagen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [gehoben] jmdm. zusagen, gefallen
  2. 2. [veraltet] ⟨sich behagen⟩ sich wohl fühlen
eWDG

Bedeutungen

1.
gehoben jmdm. zusagen, gefallen
Beispiele:
etw. behagt jmdm. wohl, außerordentlich, sehr, besonders
das behagt mir wenig, ganz und gar nicht
dir scheint mein Vorhaben zu behagen
seine Offenheit, Freigebigkeit behagte ihnen
dieser Gast behagte mir nicht sonderlich
es wollte ihm dort nicht mehr so recht behagen
es behagte ihm nicht, scheel angesehen zu werden
2.
veraltet sich behagensich wohl fühlen
Beispiele:
sich bei jmdm. behagen
so schien er ... sich während der drei Stunden seines Verweilens ganz wohl zu behagen [ Th. MannFaustus6,557]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behagen · Behagen · Wohlbehagen · behaglich · Behaglichkeit · Behäglichkeit
behagen Vb. ‘zusagen, gefallen, angenehm sein’ (meist in der 3. Person), älter auch sich behagen ‘sich wohl fühlen’. Mhd. (be)hagen, asächs. bihagon ‘gefallen, behagen’, mnd. behāgen, mnl. behāghen, nl. behagen, aengl. gehagian, onhagian ‘gefallen, angemessen sein’, anord. haga ‘einrichten, anordnen’, hagar ‘es paßt, ziemt sich’ gehören wohl zu einem starken Verb germ. *hagan ‘schützen, hegen’, wenn dies aus dem Part. Prät. ahd. gihagan ‘gepflegt, genährt’, mhd. behagen ‘frisch, freudig’ erschlossen werden kann. Die weitere Verwandtschaft ist nicht gesichert. Dazu das Verbalsubstantiv Behagen n. ‘geruhsame Zufriedenheit, inneres Wohlbefinden’ (17. Jh.); doch vgl. älteres Wohlbehagen n. ‘Gefallen, Gutdünken’ (15. Jh.), danach, das Simplex verstärkend, ‘Wohlgefallen, Wohlbefinden’ (17. Jh.). behaglich Adj. ‘Wohlbehagen erweckend, empfindend, gemütlich’, älter (mit Umlaut) behäglich (beide Formen bei Goethe), mhd. behagelich, meist behegelich ‘was behagt, wohlgefällig’, mnd. behēgelīk, nl. behaaglijk; Behaglichkeit, Behäglichkeit f. mhd. behegelicheit ‘Wohlgefallen’, mnd. behēgelichēt, nl. behaaglijkheid.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) angenehm (sein) · (jemandem) behagen · ↗(jemandem) entgegenkommen · ↗(jemandem) gefallen · (jemandem) sympathisch sein · (jemandes) Erwartungen entsprechen · Gefallen finden (an) · in jemandes Sinne liegen · nach jemandes Geschmack sein  ●  auf jemandes Linie liegen  fig. · (das) sein, was jemand (haben) will  ugs. · ↗(jemandem) konvenieren  geh. · ↗(jemandem) zusagen  geh. · ↗(jemandem)(gut) passen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) goutieren · ↗(etwas) gut (/ schlecht) finden · ↗(jemandem) gefallen · (nicht / ganz) nach jemandes Geschmack sein  ●  (jemandem) behagen  geh. · ↗(jemandem) schmecken  ugs., fig.
Assoziationen
  • (gut) leiden können · gernhaben · leiden mögen · lieb gewonnen haben · ↗lieb haben · liebgewonnen haben · ↗liebhaben · ↗mögen · sympathisch finden  ●  ↗ans Herz gewachsen (sein)  ugs., fig. · für (jemanden) etwas übrig haben  ugs., fig. · gewogen sein  geh. · gut ausstehen können  ugs. · in sein Herz geschlossen haben  ugs. · ins Herz schließen  ugs. · mit jemandem gut können  ugs. · mit jemandem können  ugs.
  • Gefallen finden an · Gefallen haben an · ↗auskosten · ↗genießen  ●  (sich) sonnen (in)  fig. · (sich) suhlen in  negativ, fig. · (sich) erfreuen (an)  geh. · baden in  ugs.
  • (ein) Genuss sein · (ein) Vergnügen sein · (eine) Freude sein · (etwas) gerne (tun) · (jemandem) Freude machen · (jemandem) Spaß machen · (jemandem) Vergnügen bereiten · (jemandem) Vergnügen bescheren · (jemandem) Vergnügen machen · ↗(jemanden) erfreuen · (seinen) Spaß haben (an/mit) · (sich) erfreuen an · Freude haben (an/mit)  ●  ↗(jemanden) beglücken  geh. · (jemanden) freudig stimmen  geh. · Pläsier machen  geh., veraltet · da kommt Freude auf  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem) behagen · (sich) wohlfühlen (mit / bei)

Typische Verbindungen zu ›behagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behagen‹.

Verwendungsbeispiele für ›behagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dem jungen Mann behagte das zwar nicht sonderlich, aber er war zu träge, sich dagegen aufzulehnen.
Die Welt, 07.11.2003
Dem Wissenschaftler behagte das Angebot trotz der Einsparung von 5100 Mark anfangs nicht.
Bild, 30.12.1997
In der Schule war »selbstgebackenes Brot« ein beliebter Artikel, nur mir behagte es nicht.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 34064
Es behagte mir aber nicht und ich zweifelte die Lehre an.
Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 147
Er legte Schneider auch später seine Arbeiten vor, die dieser schätzte, deren programmatische Tendenz ihm aber nicht behagte.
Sietz, Reinhold: Uhlig. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 45184
Zitationshilfe
„behagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behagen>, abgerufen am 07.05.2021.

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