Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

behaglich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-hag-lich
Wortbildung  mit ›behaglich‹ als Erstglied: Behaglichkeit  ·  mit ›behaglich‹ als Letztglied: urbehaglich
eWDG

Bedeutung

gemütlich, anheimelnd
a)
Wohlbehagen erweckend
Beispiele:
eine behagliche Wohnung
ein behaglicher Sessel
das Zimmer ist sehr behaglich
sein Heim behaglich einrichten
es jmdm. behaglich machen
es ist behaglich bei euch
es ist behaglich warm
etw. in behaglicher Ruhe, Beschaulichkeit durchdenken
ein behagliches Leben führen
[sie] haben sich in der schönen Umgebung behagliche Sommerhäuser gebaut [ WerfelBernadette570]
b)
Wohlbehagen empfindend
Beispiele:
behaglich aufatmen
sich behaglich fühlen
die Beine behaglich ausstrecken
ich sitze hier sehr behaglich
sie lachten, plauderten behaglich
eine behaglich schnurrende Katze
Der dicke Gastwirt … stand breit und behaglich in seiner Haustür [ EichendorffTaugenichts3,79]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behagen · Behagen · Wohlbehagen · behaglich · Behaglichkeit · Behäglichkeit
behagen Vb. ‘zusagen, gefallen, angenehm sein’ (meist in der 3. Person), älter auch sich behagen ‘sich wohl fühlen’. Mhd. (be)hagen, asächs. bihagon ‘gefallen, behagen’, mnd. behāgen, mnl. behāghen, nl. behagen, aengl. gehagian, onhagian ‘gefallen, angemessen sein’, anord. haga ‘einrichten, anordnen’, hagar ‘es paßt, ziemt sich’ gehören wohl zu einem starken Verb germ. *hagan ‘schützen, hegen’, wenn dies aus dem Part. Prät. ahd. gihagan ‘gepflegt, genährt’, mhd. behagen ‘frisch, freudig’ erschlossen werden kann. Die weitere Verwandtschaft ist nicht gesichert. Dazu das Verbalsubstantiv Behagen n. ‘geruhsame Zufriedenheit, inneres Wohlbefinden’ (17. Jh.); doch vgl. älteres Wohlbehagen n. ‘Gefallen, Gutdünken’ (15. Jh.), danach, das Simplex verstärkend, ‘Wohlgefallen, Wohlbefinden’ (17. Jh.). behaglich Adj. ‘Wohlbehagen erweckend, empfindend, gemütlich’, älter (mit Umlaut) behäglich (beide Formen bei Goethe), mhd. behagelich, meist behegelich ‘was behagt, wohlgefällig’, mnd. behēgelīk, nl. behaaglijk; Behaglichkeit, Behäglichkeit f. mhd. behegelicheit ‘Wohlgefallen’, mnd. behēgelichēt, nl. behaaglijkheid.

Thesaurus

Synonymgruppe
angenehm · behaglich · bequem · gemütlich · wirtlich · wohlig
Synonymgruppe
behaglich · bequem · komfortabel
Synonymgruppe
anheimelnd · behaglich · gemütlich · heimelig · lauschig · wohnlich · zum Verweilen einladen(d)
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›behaglich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behaglich‹.

Verwendungsbeispiele für ›behaglich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Zimmer wirkt mit diesen Farben behaglich, aber auch schwerer, etwas gesetzter. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 102]
Immer kürzer wurden die Tage, immer behaglicher die langen Abende. [Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 239]
In behaglicher Breite ist über gesammelte Erfahrungen, über errungene Erfolge berichtet worden. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 03.03.1912]
Die Regierung beschloß, alles so behaglich zu lassen, wie es war. [Die Zeit, 07.11.1997, Nr. 46]
Er lud sie ein, in der behaglichen Stube Platz zu nehmen. [Janitschek, Maria: Die neue Eva. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10400]
Zitationshilfe
„behaglich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behaglich>.

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