behaglich
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-hag-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›behaglich‹ als Erstglied: ↗Behaglichkeit  ·  mit ›behaglich‹ als Letztglied: ↗urbehaglich
eWDG, 1967

Bedeutung

gemütlich, anheimelnd
a)
Wohlbehagen erweckend
Beispiele:
eine behagliche Wohnung
ein behaglicher Sessel
das Zimmer ist sehr behaglich
sein Heim behaglich einrichten
es jmdm. behaglich machen
es ist behaglich bei euch
es ist behaglich warm
etw. in behaglicher Ruhe, Beschaulichkeit durchdenken
ein behagliches Leben führen
[sie] haben sich in der schönen Umgebung behagliche Sommerhäuser gebaut [WerfelBernadette570]
b)
Wohlbehagen empfindend
Beispiele:
behaglich aufatmen
sich behaglich fühlen
die Beine behaglich ausstrecken
ich sitze hier sehr behaglich
sie lachten, plauderten behaglich
eine behaglich schnurrende Katze
Der dicke Gastwirt ... stand breit und behaglich in seiner Haustür [EichendorffTaugenichts3,79]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behagen · Behagen · Wohlbehagen · behaglich · Behaglichkeit · Behäglichkeit
behagen Vb. ‘zusagen, gefallen, angenehm sein’ (meist in der 3. Person), älter auch sich behagen ‘sich wohl fühlen’. Mhd. (be)hagen, asächs. bihagon ‘gefallen, behagen’, mnd. behāgen, mnl. behāghen, nl. behagen, aengl. gehagian, onhagian ‘gefallen, angemessen sein’, anord. haga ‘einrichten, anordnen’, hagar ‘es paßt, ziemt sich’ gehören wohl zu einem starken Verb germ. *hagan ‘schützen, hegen’, wenn dies aus dem Part. Prät. ahd. gihagan ‘gepflegt, genährt’, mhd. behagen ‘frisch, freudig’ erschlossen werden kann. Die weitere Verwandtschaft ist nicht gesichert. Dazu das Verbalsubstantiv Behagen n. ‘geruhsame Zufriedenheit, inneres Wohlbefinden’ (17. Jh.); doch vgl. älteres Wohlbehagen n. ‘Gefallen, Gutdünken’ (15. Jh.), danach, das Simplex verstärkend, ‘Wohlgefallen, Wohlbefinden’ (17. Jh.). behaglich Adj. ‘Wohlbehagen erweckend, empfindend, gemütlich’, älter (mit Umlaut) behäglich (beide Formen bei Goethe), mhd. behagelich, meist behegelich ‘was behagt, wohlgefällig’, mnd. behēgelīk, nl. behaaglijk; Behaglichkeit, Behäglichkeit f. mhd. behegelicheit ‘Wohlgefallen’, mnd. behēgelichēt, nl. behaaglijkheid.

Thesaurus

Synonymgruppe
angenehm · behaglich · ↗bequem · ↗gemütlich · ↗wirtlich · ↗wohlig
Assoziationen
Antonyme
  • behaglich
Synonymgruppe
behaglich · ↗bequem · ↗komfortabel · ↗lässig
Assoziationen
Synonymgruppe
anheimelnd · behaglich · ↗gemütlich · ↗heimelig · ↗lauschig · ↗wohnlich · zum Verweilen einladen(d)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ambiente Arbeitszimmer Atmosphäre Bürgerlichkeit Dasein Gasthäusern Gasthöfe Heim Häuslichkeit Nest Raumklima Ruck Schmunzeln Stilleben Stube Wohnen Wohngefühl Wohnklima Wärme Zuhause ausgestattete ausstreckte eingerichteten gemütlich räkeln schlürft schnurrt wohnlich zurechtsetzte zurücklehnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behaglich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und über allem spannt sich behaglich das niedrig gewölbte Dach.
Süddeutsche Zeitung, 13.11.2004
Das Zimmer wirkt mit diesen Farben behaglich, aber auch schwerer, etwas gesetzter.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 102
Aber dafür kann sie so wunderbar behaglich schnurren; da lacht sie also innerlich.
Die Zeit, 04.12.1964, Nr. 49
Immer kürzer wurden die Tage, immer behaglicher die langen Abende.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 239
Er lud sie ein, in der behaglichen Stube Platz zu nehmen.
Janitschek, Maria: Die neue Eva. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10400
Zitationshilfe
„behaglich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behaglich>, abgerufen am 27.04.2018.

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