Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

beharken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-har-ken
Grundformharken
eWDG

Bedeutung

Soldatensprache etw., jmdn. heftig beschießen
Beispiele:
die Tiefflieger beharkten die Landstraßen
die feindlichen Truppen haben uns dauernd mit Maschinengewehren beharkt
übertragen
Beispiel:
die Parteien beharkten sich gegenseitig in der Frage der Versicherung [ Tageszeitung1954]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Harke · harken · beharken
Harke f. ‘Gartengerät mit aufgereihten Zinken’, mnd. harke, herke, nd. Harke bleibt bis in die Gegenwart auf das nordd. Gebiet beschränkt; vgl. auch mnl. harke, nl. hark. Im Md. und Südd. dafür Rechen (s. d.). Dem Ursprung nach ist Harke wohl aus dem Geräusch zu erklären, das bei ihrer Benutzung entsteht und das der krächzenden Stimme der Krähe ähnelt. Vergleichbar sind anord. hrōkr, aengl. hrōc ‘Krähe’, dann Bezeichnungen für bestimmte Geräusche wie anord. harka ‘mit schlürfendem Geräusch schleppen’, hark ‘Lärm, Geräusch’, norw. schwed. harka ‘kratzen, scheuern’, aind. kharjati ‘knarrt’, griech. krṓzein (κρώζειν) ‘krächzen’ (wie eine Krähe), so daß eine Gutturalerweiterung (für die zitierten Wörter vor allem in der Form ie. *korg-, *krōg-) der Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- Schallnachahmung für heisere, rauhe Töne, wozu auch lat. cornīx ‘Krähe’, griech. kórax (κόραξ) ‘Rabe’ (s. Rabe), angesetzt werden kann. Die geläufige Wendung jmdm. zeigen, was eine Harke ist ‘übel mit jmdm. verfahren’ (16. Jh.) ist wohl wie beharken (s. unten) als ‘(mit der Harke) übel zurichten’ zu erklären. – harken Vb. ‘mit der Harke arbeiten’, mnd. harken, herken. beharken Vb. ‘mit der Harke bearbeiten’ (19. Jh.), bildlich ‘malträtieren, jmdm. zusetzen’, z. B. auch soldatensprachlich ‘unter starkes Feuer nehmen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) beharken · im Streit liegen · in Streit liegen (mit) · über Kreuz liegen (mit)  ●  (jemanden) befehden  altertümelnd · (mit jemandem) im Dauerstreit liegen  Hauptform · auf Kriegsfuß stehen (mit jemandem)  fig. · (mit jemandem) im Clinch liegen  ugs. · (sich) herumstreiten  ugs. · (sich) herumzanken  ugs. · (sich) in den Haaren haben  ugs. · (sich) in den Haaren liegen  ugs.
Assoziationen
  • (einen) Streit beginnen · (mit jemandem) Ärger bekommen · Streit anfangen · Streit bekommen  ●  (einen) Streit vom Zaun brechen  fig. · in Streit geraten (mit)  Hauptform · (mit jemandem) Krach bekommen  ugs. · (sich) anne Köppe kriegen  ugs., ruhrdt. · (sich) in die Haare kriegen  ugs., fig. · (sich) in die Wolle geraten  ugs., fig. · (sich) in die Wolle kriegen  ugs., fig. · Krach kriegen  ugs. · aneinandergeraten  ugs. · das Kriegsbeil ausgraben  ugs., fig. · zusammenknallen  ugs., fig.
  • Streit suchen · Unfrieden stiften · Unruhe (in etwas) bringen · Unruhe stiften  ●  Stunk machen  ugs. · stänkern  ugs.
  • (jemandem) frech kommen · (jemanden) provozieren · (sich) Frechheiten herausnehmen · (sich) Unverschämtheiten herausnehmen · (sich) im Ton vergreifen · Streit suchen · anpöbeln · aufsässig sein · beleidigen · herumpöbeln · im Ton danebengreifen · unverschämt werden  ●  ausfallend werden  Hauptform · (jemandem) blöd kommen  ugs. · (jemandem) dumm kommen  ugs. · den nötigen Respekt vermissen lassen  geh. · es an dem (/ am nötigen) Respekt fehlen lassen  geh. · frech werden  ugs. · rumpöbeln  ugs.
  • (einen) Strauß ausfechten · (einen) Streit zur Entscheidung bringen · bis zur Entscheidung kämpfen  ●  (einen) Streit austragen  Hauptform
  • abwerten · beflecken · beleidigen · beschimpfen · herabsetzen · herabwürdigen · niedermachen · verächtlich machen  ●  beschmutzen  fig. · Hohn und Spott ausgießen (über)  geh. · besudeln  ugs., fig. · dissen  fachspr., jugendsprachlich, Neologismus, Jargon · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · herunterputzen  ugs. · in den Dreck ziehen  ugs., fig. · insultieren  geh., veraltend, selten · schmähen  geh. · vom Leder ziehen  ugs. · zur Schnecke machen  ugs., fig.
  • (einen) Streit provozieren · (einen) Streit vom Zaun brechen · (jemanden) provozieren · (sich) mit jemandem anlegen  ●  Händel suchen  veraltet · Streit suchen  Hauptform · (jemanden) anmachen  ugs. · (jemanden) blöd von der Seite anquatschen  ugs.
  • (mit jemandem) einen Dauerkonflikt austragen · (mit jemandem) einen Privatkrieg führen  ●  (mit jemandem) in Fehde liegen  altertümelnd · (mit jemandem) im Clinch liegen  ugs. · in endlose Streitereien (mit jemandem) verwickelt sein  ugs.
  • (miteinander) kämpfen · (miteinander) raufen · (sich) balgen · (sich) kabbeln · (sich) kampeln · (sich) rangeln · gegeneinander kämpfen · herumbalgen · ringen  ●  (sich) katzbalgen  ugs. · ein Kämpfchen machen  ugs.
Synonymgruppe
mit Feuer belegen · mit Sperrfeuer belegen  ●  beharken  fig. · bestreichen  fig.

Typische Verbindungen zu ›beharken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beharken‹.

Verwendungsbeispiele für ›beharken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Blut fließt dabei nicht, die Gegner beharken sich allein mit Worten. [Die Zeit, 02.04.2007, Nr. 14]
Denn gern beharken sich die rivalisierenden Gruppen mit parteiinternen Verfahren. [Süddeutsche Zeitung, 11.09.1999]
So durfte er sich sehr früh mit Technikern und Designern beharken. [Die Zeit, 18.03.2002, Nr. 11]
Zuletzt beharkten sich Befürworter und Gegner weitgehend sachlich und argumentativ. [Süddeutsche Zeitung, 11.12.2003]
Das heißt, nicht an der vordersten Linie, dort wird man gleich beharkt. [Brief von Helmut an Hildegard vom 08.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Zitationshilfe
„beharken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beharken>.

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