beharken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-har-ken (computergeneriert)
Grundformharken
eWDG, 1967

Bedeutung

Soldatensprache etw., jmdn. heftig beschießen
Beispiele:
die Tiefflieger beharkten die Landstraßen
die feindlichen Truppen haben uns dauernd mit Maschinengewehren beharkt
übertragen
Beispiel:
die Parteien beharkten sich gegenseitig in der Frage der Versicherung [Tageszeitung1954]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Harke · harken · beharken
Harke f. ‘Gartengerät mit aufgereihten Zinken’, mnd. harke, herke, nd. Harke bleibt bis in die Gegenwart auf das nordd. Gebiet beschränkt; vgl. auch mnl. harke, nl. hark. Im Md. und Südd. dafür ↗Rechen (s. d.). Dem Ursprung nach ist Harke wohl aus dem Geräusch zu erklären, das bei ihrer Benutzung entsteht und das der krächzenden Stimme der Krähe ähnelt. Vergleichbar sind anord. hrōkr, aengl. hrōc ‘Krähe’, dann Bezeichnungen für bestimmte Geräusche wie anord. harka ‘mit schlürfendem Geräusch schleppen’, hark ‘Lärm, Geräusch’, norw. schwed. harka ‘kratzen, scheuern’, aind. kharjati ‘knarrt’, griech. krṓzein (κρώζειν) ‘krächzen’ (wie eine Krähe), so daß eine Gutturalerweiterung (für die zitierten Wörter vor allem in der Form ie. *korg-, *krōg-) der Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- Schallnachahmung für heisere, rauhe Töne, wozu auch lat. cornīx ‘Krähe’, griech. kórax (κόραξ) ‘Rabe’ (s. ↗Rabe), angesetzt werden kann. Die geläufige Wendung jmdm. zeigen, was eine Harke ist ‘übel mit jmdm. verfahren’ (16. Jh.) ist wohl wie beharken (s. unten) als ‘(mit der Harke) übel zurichten’ zu erklären. harken Vb. ‘mit der Harke arbeiten’, mnd. harken, herken. beharken Vb. ‘mit der Harke bearbeiten’ (19. Jh.), bildlich ‘malträtieren, jmdm. zusetzen’, z. B. auch soldatensprachlich ‘unter starkes Feuer nehmen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) balgen · ↗(sich) befehden · (sich) beharken · ↗(sich) zanken · Streit haben · im Clinch liegen (mit) · im Streit liegen · in Streit liegen (mit) · über Kreuz liegen (mit)  ●  ↗(sich) streiten  Hauptform · auf Kriegsfuß stehen (mit jemandem)  fig. · ↗(sich) fetzen  ugs. · ↗(sich) herumstreiten  ugs. · ↗(sich) herumzanken  ugs. · (sich) in den Haaren haben  ugs. · (sich) in den Haaren liegen  ugs. · ↗(sich) kabbeln  ugs. · ↗(sich) kampeln  ugs. · (sich) streiten wie die Kesselflicker  ugs. · ↗(sich) zoffen  ugs. · Krach haben  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
mit Feuer belegen · mit Sperrfeuer belegen  ●  beharken  fig. · ↗bestreichen  fig.
Assoziationen
  • (einen) Schuss abgeben (auf) · Schüsse abgeben (auf) · ↗beschießen · feuern auf · schießen auf  ●  (jemandem / einem Tier) eine Kugel auf den Pelz brennen  fig., variabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Befürworter Gegner Wahlkampf gegenseitig heftig ständig täglich untereinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beharken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Blut fließt dabei nicht, die Gegner beharken sich allein mit Worten.
Die Zeit, 02.04.2007, Nr. 14
Denn gern beharken sich die rivalisierenden Gruppen mit parteiinternen Verfahren.
Süddeutsche Zeitung, 11.09.1999
Das heißt, nicht an der vordersten Linie, dort wird man gleich beharkt.
Brief von Helmut an Hildegard vom 08.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es ist immer so, dass man sich im Spiel beharkt und hinterher ist wieder alles in Ordnung.
Die Welt, 27.03.2000
Als sie ins Freie traten, kam der Gärtner, der nahebei ein altes Grab beharkte, heran und schloß die Leichenhalle hinter ihnen ab.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 16
Zitationshilfe
„beharken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beharken>, abgerufen am 16.10.2019.

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