behelfen

GrammatikVerb · reflexivbehilft sich, behalf sich, hat sich beholfen
Aussprache
Worttrennungbe-hel-fen
Wortzerlegungbe-helfen
Wortbildung mit ›behelfen‹ als Grundform: ↗Behelf
eWDG, 1967

Bedeutung

sich in Ermangelung von etw. Besserem mit etw. Unzureichendem helfen
Beispiele:
ich kann mich mit dieser Decke behelfen
sich mit wenigem behelfen
sich einstweilen, vorübergehend, zur Not mit etw., jmdm. behelfen
sie musste sich notdürftig, kümmerlich, mühsam behelfen
wir können uns gut damit behelfen
sich behelfen, so gut es geht
sich allein behelfen
Da er jedoch / Keine bessere Mannschaft fand ... / Mußte er sich weiter mit uns behelfen [BrechtGedichte144]
sich ohne etw., jmdn. behelfenohne etw., jmdn. auskommen
Beispiele:
wir müssen uns ohne elektrisches Licht behelfen
der Kranke musste sich ohne Arzt behelfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

helfen · abhelfen · behelfen · Behelf · unbeholfen · verhelfen · Helfer · Helfershelfer
helfen Vb. ‘unterstützen, behilflich sein, förderlich sein, Heilung bringen’. Das gemeingerm. starke Verb ahd. helfan (8. Jh.), mhd. helfen, asächs. aengl. helpan, mnd. mnl. nl. helpen, engl. (schwach) to help, anord. hjalpa, schwed. hjälpa, got. hilpan ist lediglich vergleichbar mit balt. Formen wie lit. šel̃pti ‘unterstützen, fördern, beistehen, helfen’, šalpà ‘Unterstützung, Hilfe’, so daß ie. *k̑elb- bzw. (für das Balt.) *k̑elp- ‘helfen, stützen’ angesetzt werden könnte. Möglicherweise ist die zweite Variante dadurch entstanden, daß (im Balt.) die Form durchgeführt wurde, in der die ursprüngliche Media des Wurzelauslauts vor stimmlosem Verschlußlaut oder stimmloser Spirans der folgenden Flexionssilbe (besonders t und s) zur Tenuis wird. Zweifelhaft bleibt, ob die genannten Ansätze als Erweiterungen der Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’ (s. ↗hehlen, ↗hüllen, ↗Hülse, ↗Hölle, hier nach Trier Lehm (1951) 56 in einer semantischen Weiterentwicklung zu ‘genossenschaftlicher und unterstützender Männerkreis’) oder der Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’ (s. ↗Halde, ↗hold, ↗Huld, vgl. Seebold 254) aufzufassen sind. abhelfen Vb. ‘jmdn. helfend von etw. befreien, einen Übelstand beseitigen’, mhd. abehelfen. behelfen Vb. (reflexiv) ‘sich zu helfen wissen, sich mit Unzureichendem begnügen’, mhd. behelfen (reflexiv) ‘als Hilfe brauchen’; Behelf m. ‘womit man sich in Ermangelung von etw. Besserem behilft, notdürftiger Ersatz(gegenstand), Aushilfe’, mhd. behelf ‘Ausflucht, Vorwand, Zuflucht’; unbeholfen Part.adj. ‘hilflos in den körperlichen Bewegungen, ungeschickt, schwerfällig’, mhd. unbeholfen ‘nicht behilflich’. verhelfen Vb. ‘vermitteln, verschaffen, behilflich sein’, spätmhd. verhelfen. Helfer m. ‘wer jmdm. hilft, jmdn. unterstützt’, ahd. helfāri (8. Jh.), mhd. helfære; Helfershelfer m. zuerst ‘Streitgenosse in einer Fehde’ (Anfang 15. Jh.), doch bald im Sinne von Helfer, seit dem 17. Jh. zunehmend, heute ausschließlich ‘Spießgeselle, Komplize’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(irgendwie) auf die Reihe bekommen · (irgendwie) geregelt kriegen · (irgendwie) zu Rande kommen · (irgendwie) zurande kommen · ↗(irgendwie) zurechtkommen · (sich) (irgendwie) durchwurschteln · (sich) behelfen · ↗(sich) durchlavieren · ↗improvisieren  ●  ↗(es) (irgendwie) hinkriegen  ugs. · (irgendwie) auf die Reihe kriegen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwender Beschreibung Foul Gastspiel Kerze Krücke Notfall Notlösung Provisorium Trick Umschreibung Zettel Zwischenzeit anders anderweitig ansonsten daher dahin damit derweil einstweilen irgendwie man meist notfalls stattdessen vorerst zumeist Übergangslösung Überstunde

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behelfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für die ersten Tage würden sie sich mit tragbaren Computern behelfen.
Süddeutsche Zeitung, 21.08.1995
Mit einigem Geschick kann man sich sehr gut mit wenigem behelfen.
Meyerhoff, Grete: Kleine Imkerschule, Berlin: Deutscher Landwirtschaftsverl. VEB 1981 [1970], S. 26
Inzwischen aber ist er wohl soweit, dass er sich mit heidnischen Mitteln allein nicht mehr behelfen kann.
Der Tagesspiegel, 28.02.2005
Wir investieren heute allerdings viel Geld in die grafische Aufbereitung von Informationen; da haben wir uns früher oft mit dem schlichten Legetrick beholfen.
Die Welt, 28.01.2004
Wenn man ihn unbedingt braucht, kann man sich manchmal mit Datenelement behelfen.
Rechenberg, Peter: Was ist Informatik?, München: Hanser 1994 [1991], S. 14
Zitationshilfe
„behelfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behelfen>, abgerufen am 24.05.2019.

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