behelligen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-hel-li-gen
eWDG

Bedeutung

jmdn. belästigen, jmdm. lästig fallen
Beispiele:
jmdn. stark, sehr, ständig behelligen
umgangssprachlichjmdn. nicht weiter behelligen
sie wurden von niemandem behelligt
ein Mädchen behelligen
jmdn. mit einer Frage, Bitte, Forderung, einem Wunsch behelligen
jmdn. mit Briefen, Zuschriften behelligen
er hat alle mit dieser Sache behelligt
darf ich Sie mit dieser Angelegenheit behelligen?
ich möchte Sie nicht damit behelligen
Dort behelligten ihn Bettler [ Th. MannTod in Venedig9,492]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behelligen · Behelligung
behelligen Vb. ‘belästigen, lästig fallen’. Die seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. nachweisbare Präfixbildung ist von dem heute untergegangenen Verb helligen ‘ermüden’, mhd. hellegen, helligen ‘durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen’ ausgegangen, das eine Ableitung von mhd. hellec, hellic ‘ermüdet, erschöpft, abgemattet’ ist (noch heute hellig ‘matt, erschöpft von Durst’ in obd. Mundarten). Diesem liegt mhd. hel Adj. ‘schwach, matt’ (germ. *halla-) zugrunde, das wie schal (s. d.) zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘austrocknen, dörren’ gehört; vgl. griech. skeletós (σκελετός) ‘ausgetrocknet’ (s. Skelett). Gleichzeitig mit behelligen kommt auch Behelligung f. in Gebrauch. Verbreitet sind die verneinenden Fügungen unbehelligt sein, bleiben, lassen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) Umstände machen · Unbequemlichkeiten bereiten · ablenken · behelligen · belästigen · in Anspruch nehmen · irritieren · unterbrechen  ●  (jemanden) stören  Hauptform · (jemandem) Ungelegenheiten bereiten  geh., veraltend · (jemanden) derangieren  geh., veraltet · inkommodieren  geh., lat. · molestieren  geh., veraltend, lat. · nerven  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) beanspruchen · (jemanden) behelligen · (jemanden) bemühen · (jemandes) Zeit in Anspruch nehmen · in Anspruch nehmen · zu Hilfe holen
Assoziationen
Synonymgruppe
behelligen · belästigen · nachstellen · plagen · stalken · stören · zusetzen  ●  auf den Nerv gehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›behelligen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behelligen‹.

Verwendungsbeispiele für ›behelligen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schriftlich untersagt R. der Mutter seines Sohnes, ihn weiterhin zu behelligen.
Die Zeit, 09.02.2009, Nr. 06
Und warum sollen sie einen auch weiterhin in gemeinsamer Arbeit irgendwie behelligen?
Archiv der Gegenwart, 2001 [1963]
Wurdest du nicht nachher auf der Straße und in der Kirche behelligt?
Friedländer, Hugo: Ein Dompropst vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 22260
Die politischen Gegner, die nicht gegen den Staat gearbeitet haben, sind in meinem Gau weder behelligt noch beeinträchtigt worden.
o. A.: Einhundertvierzigster Tag. Dienstag, 28. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 9558
Sie wissen, wie sehr es mir widerstrebt, die Öffentlichkeit mit meinem persönlichen Kram zu behelligen - das fällt also fort.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 2974
Zitationshilfe
„behelligen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behelligen>, abgerufen am 18.01.2022.

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