behelligen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-hel-li-gen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. belästigen, jmdm. lästig fallen
Beispiele:
jmdn. stark, sehr, ständig behelligen
umgangssprachlichjmdn. nicht weiter behelligen
sie wurden von niemandem behelligt
ein Mädchen behelligen
jmdn. mit einer Frage, Bitte, Forderung, einem Wunsch behelligen
jmdn. mit Briefen, Zuschriften behelligen
er hat alle mit dieser Sache behelligt
darf ich Sie mit dieser Angelegenheit behelligen?
ich möchte Sie nicht damit behelligen
Dort behelligten ihn Bettler [Th. MannTod in Venedig9,492]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

behelligen · Behelligung
behelligen Vb. ‘belästigen, lästig fallen’. Die seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. nachweisbare Präfixbildung ist von dem heute untergegangenen Verb helligen ‘ermüden’, mhd. hellegen, helligen ‘durch Verfolgung ermüden, plagen, quälen’ ausgegangen, das eine Ableitung von mhd. hellec, hellic ‘ermüdet, erschöpft, abgemattet’ ist (noch heute hellig ‘matt, erschöpft von Durst’ in obd. Mundarten). Diesem liegt mhd. hel Adj. ‘schwach, matt’ (germ. *halla-) zugrunde, das wie ↗schal (s. d.) zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘austrocknen, dörren’ gehört; vgl. griech. skeletós (σκελετός) ‘ausgetrocknet’ (s. ↗Skelett). Gleichzeitig mit behelligen kommt auch Behelligung f. in Gebrauch. Verbreitet sind die verneinenden Fügungen unbehelligt sein, bleiben, lassen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) Umstände machen · Unbequemlichkeiten bereiten · ↗ablenken · behelligen · ↗belästigen · in Anspruch nehmen · ↗irritieren · ↗unterbrechen  ●  ↗(jemanden) stören  Hauptform · ↗inkommodieren  geh., lat. · ↗molestieren  geh., veraltend, lat. · ↗nerven  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Beeinträchtigung · ↗Betriebsstörung · ↗Fehlfunktion · ↗Störung · ↗Unregelmäßigkeit
  • einreden (auf)  ●  (jemandem) die Hucke volllabern  ugs., salopp · (jemandem) die Ohren vollblasen  ugs. · (jemandem) die Ohren volllabern  ugs. · (jemandem) die Ohren vollquatschen  ugs. · (jemandem) die Ohren vollsülzen  ugs. · (jemandem) ein Ohr abkauen  ugs., fig. · (jemandem) ein Ohr abknabbern  ugs., fig. · (jemandem) einen Knopf an die Backe labern  ugs., fig. · (jemandem) in den Ohren liegen (mit)  ugs. · (jemanden) totquatschen  ugs., fig. · (jemanden) volllabern  ugs. · (jemanden) vollquatschen  ugs. · (jemanden) vollsülzen  ugs., abwertend · (jemanden) zuquasseln  ugs. · ↗(jemanden) zuschwallen  ugs. · (jemanden) zutexten  ugs. · (wie) wild einreden auf (Verstärkung)  ugs.
  • (sich) Vertraulichkeiten herausnehmen · ↗(sich) aufdrängen · ↗bedrängen · ↗belästigen · lästig fallen · lästig sein · lästig werden · nicht in Ruhe lassen · zudringlich werden  ●  (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs.
  • (jemanden) ausfragen · intensiv befragen  ●  (jemandem) Löcher in den Bauch fragen  ugs. · ↗(jemanden) ausquetschen  ugs. · ↗(jemanden) löchern  ugs. · ausquetschen wie eine Zitrone  ugs. · ein Loch in den Bauch fragen  ugs.
  • Störfaktor  ●  ein Dorn im Auge  ugs., fig.
  • dazwischenfahren · ↗dazwischengehen · ↗dazwischenhauen · ↗dazwischenkommen
Synonymgruppe
(jemanden) beanspruchen · (jemanden) behelligen · ↗(jemanden) bemühen · (jemandes) Zeit in Anspruch nehmen · in Anspruch nehmen · zu Hilfe holen
Assoziationen
Synonymgruppe
behelligen · ↗belästigen · ↗nachstellen · ↗plagen · ↗stalken · ↗stören · ↗zusetzen  ●  auf den Nerv gehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angelegenheit Anliegen Ausländer Besucher Bürger Detail Ding Einzelheit Frage Gast Gericht Justiz Kleinigkeit Kleinkram Kram Leser Nachbar Polizei Publikum Reisende Rest Wähler Zuschauer gern nicht weiter weiterhin wenig Öffentlichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behelligen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schriftlich untersagt R. der Mutter seines Sohnes, ihn weiterhin zu behelligen.
Die Zeit, 09.02.2009, Nr. 06
Und warum sollen sie einen auch weiterhin in gemeinsamer Arbeit irgendwie behelligen?
Archiv der Gegenwart, 2001 [1963]
Wurdest du nicht nachher auf der Straße und in der Kirche behelligt?
Friedländer, Hugo: Ein Dompropst vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 22260
Die politischen Gegner, die nicht gegen den Staat gearbeitet haben, sind in meinem Gau weder behelligt noch beeinträchtigt worden.
o. A.: Einhundertvierzigster Tag. Dienstag, 28. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 9558
Sie wissen, wie sehr es mir widerstrebt, die Öffentlichkeit mit meinem persönlichen Kram zu behelligen - das fällt also fort.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 2974
Zitationshilfe
„behelligen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behelligen>, abgerufen am 09.12.2019.

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