behindern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-hin-dern
Wortzerlegung be- hindern
Wortbildung  mit ›behindern‹ als Erstglied: Behinderung  ·  mit ›behindern‹ als Grundform: behindert
eWDG

Bedeutung

jmdn., etw. an etw. hindern, jmdm., einer Sache hinderlich sein
a)
Beispiele:
eine Krankheit behindert jmdn.
die Schwäche hat mich sehr behindert
heftiges Herzklopfen behinderte mich zu sprechen
die schweren Gepäckstücke behinderten mich beim Wandern
das behinderte ihn bei der Arbeit, im Laufen
Mehr als drei Mann haben auf einem Waggon nicht Platz, ohne einander zu behindern [ A. ZweigErziehung307]
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
jmd. ist durch eine Verwundung schwer, leicht behindert
jmd. ist behindert, etw. zu tun
b)
etw. hemmen
Beispiele:
die Pflanze im Wachstum behindern
das Gestrüpp behindert ihre Schritte
den Verkehr behindern
etw. behindert die Sicht
wie er durch seinen tollkühnen Streich auch die Laufbahn seines Sohnes behindert hatte [ Feuchtw.Tag297]
c)
Sport jmdn. beim Sportkampf benachteiligen
Beispiele:
den Gegner behindern
er hat den Gegenspieler durch Beinstellen, Schlagen, Treten behindert
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hindern · behindern · verhindern · hinderlich · Hindernis · Hindernisrennen
hindern Vb. ‘jmdn. von etw. zurückhalten’, ahd. gihintaren ‘betrügen, herabwürdigen’ (9. Jh.), hintaren ‘hemmen, vorenthalten, herabwürdigen, erniedrigen’ (10. Jh.), mhd. hindern, mnd. mnl. nl. hinderen ‘zurücktreiben, stören, abhalten’, aengl. hindrian, engl. to hinder, anord. schwed. hindra sind Ableitungen von der unter hinter2 Präp. (s. d.) dargestellten germ. Lokalpartikel. behindern Vb. ‘hemmen, störend aufhalten, jmdm., einer Sache hinderlich sein, im Wege stehen’, spätmhd. behinder(e)n. verhindern Vb. ‘machen, daß etw. nicht geschieht’, ahd. firhintaren ‘betrügen, beeinträchtigen, unterschlagen’ (9. Jh.), frühnhd. verhindern ‘etw. blockieren, nicht geschehen lassen’. hinderlich Adj. ‘hemmend’ (15. Jh.), vgl. mhd. unhinderlīchen Adv. ‘ungehindert’. Hindernis n. ‘Hemmnis, Sperre’, mhd. hindernisse. Hindernisrennen n. ‘(Pferde)rennen über Hindernisse’ (2. Hälfte 19. Jh.). Vorher dafür Kirchturmrennen, wörtliche Übersetzung von engl. steeplechase ‘Querfeldeinrennen zu Pferde in Richtung auf einen weithin sichtbaren Kirchturm’ (engl. steeple), dann allgemein ‘(Pferde)rennen über Hindernisse (Gräben, Barrieren, Hecken)’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
beengen · behindern · beschränken · einengen  ●  in die Ecke treiben  ugs. · in die Enge treiben  ugs. · ins Bockshorn jagen  ugs.
Synonymgruppe
anhalten · aufhalten · behindern · verzögern
Synonymgruppe
(ein) Hemmnis bilden · (jemandem) entgegentreten · (sich) sperren · abhalten · behindern · blockieren · hemmen · hindern · nicht mitspielen · obstruieren · stoppen (Pläne, Verfahren, Vorgang) · verhindern · versperren  ●  (den) Weg versperren  fig. · (jemanden) abwehren  Hauptform · (sich jemandem) in den Weg stellen  fig. · abblocken  auch figurativ · (jemandem) Knüppel zwischen die Beine werfen  ugs., fig. · (sich) querstellen  ugs. · Steine in den Weg legen  ugs., fig. · blocken  ugs. · mauern  ugs. · quer im Stall stehen  ugs. · reingrätschen  ugs., fig.
Synonymgruppe
(jemandem) in die Quere kommen · behindern · stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
behindern · hemmen · hindern · stören
Synonymgruppe
(jemanden) behindern · im Weg sein · im Weg(e) stehen · stören  ●  sperrig herumstehen  geh.

Typische Verbindungen zu ›behindern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behindern‹.

Verwendungsbeispiele für ›behindern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbstverständlich darf die Einrichtung dieser Räume ein flottes Bedienen nicht behindern. [Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 28]
Frauen, welche schliefen, statt zuzuhören, behinderten ernstlich den Gang der Geschichte. [Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 206]
Aber solang er nichts hat, ist er eben dadurch behindert, politisch tätig zu sein. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23853]
Die schwangere Frau ist auf ihre Art ebenfalls behindert; darum hetzt man gern den Hund auf sie. [Die Zeit, 16.03.2000, Nr. 12]
Daß ich eine Frau bin, hatte mich in keiner Weise behindert. [Die Zeit, 07.02.1997, Nr. 7]
Zitationshilfe
„behindern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behindern>.

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