behindern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-hin-dern (computergeneriert)
Grundformhindern
Wortbildung mit ›behindern‹ als Grundform: ↗behindert
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., etw. an etw. hindern, jmdm., einer Sache hinderlich sein
a)
Beispiele:
eine Krankheit behindert jmdn.
die Schwäche hat mich sehr behindert
heftiges Herzklopfen behinderte mich zu sprechen
die schweren Gepäckstücke behinderten mich beim Wandern
das behinderte ihn bei der Arbeit, im Laufen
Mehr als drei Mann haben auf einem Waggon nicht Platz, ohne einander zu behindern [A. ZweigErziehung307]
oft im Part. Prät.
Beispiele:
jmd. ist durch eine Verwundung schwer, leicht behindert
jmd. ist behindert, etw. zu tun
b)
etw. hemmen
Beispiele:
die Pflanze im Wachstum behindern
das Gestrüpp behindert ihre Schritte
den Verkehr behindern
etw. behindert die Sicht
wie er durch seinen tollkühnen Streich auch die Laufbahn seines Sohnes behindert hatte [Feuchtw.Tag297]
c)
Sport jmdn. beim Sportkampf benachteiligen
Beispiele:
den Gegner behindern
er hat den Gegenspieler durch Beinstellen, Schlagen, Treten behindert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hindern · behindern · verhindern · hinderlich · Hindernis · Hindernisrennen
hindern Vb. ‘jmdn. von etw. zurückhalten’, ahd. gihintaren ‘betrügen, herabwürdigen’ (9. Jh.), hintaren ‘hemmen, vorenthalten, herabwürdigen, erniedrigen’ (10. Jh.), mhd. hindern, mnd. mnl. nl. hinderen ‘zurücktreiben, stören, abhalten’, aengl. hindrian, engl. to hinder, anord. schwed. hindra sind Ableitungen von der unter ↗hinter Präp. (s. d.) dargestellten germ. Lokalpartikel. behindern Vb. ‘hemmen, störend aufhalten, jmdm., einer Sache hinderlich sein, im Wege stehen’, spätmhd. behinder(e)n. verhindern Vb. ‘machen, daß etw. nicht geschieht’, ahd. firhintaren ‘betrügen, beeinträchtigen, unterschlagen’ (9. Jh.), frühnhd. verhindern ‘etw. blockieren, nicht geschehen lassen’. hinderlich Adj. ‘hemmend’ (15. Jh.), vgl. mhd. unhinderlīchen Adv. ‘ungehindert’. Hindernis n. ‘Hemmnis, Sperre’, mhd. hindernisse. Hindernisrennen n. ‘(Pferde)rennen über Hindernisse’ (2. Hälfte 19. Jh.). Vorher dafür Kirchturmrennen, wörtliche Übersetzung von engl. steeplechase ‘Querfeldeinrennen zu Pferde in Richtung auf einen weithin sichtbaren Kirchturm’ (engl. steeple), dann allgemein ‘(Pferde)rennen über Hindernisse (Gräben, Barrieren, Hecken)’.

Thesaurus

Synonymgruppe
beeinträchtigen · behindern · ↗erschweren · ↗verschärfen
Synonymgruppe
beengen · behindern · ↗beschränken · ↗einengen  ●  in die Ecke treiben  ugs. · in die Enge treiben  ugs. · ins Bockshorn jagen  ugs.
Synonymgruppe
anhalten · ↗aufhalten · behindern · ↗verzögern
Assoziationen
  • lahmlegen · zum Erliegen bringen · zum Stillstand bringen
Synonymgruppe
(ein) Hemmnis bilden · ↗(jemandem) entgegentreten · ↗abblocken · ↗abhalten · ↗abwehren · behindern · ↗blockieren · ↗hemmen · hindern · nicht mitspielen · ↗obstruieren · ↗sperren · ↗stoppen (Pläne, Verfahren, Vorgang) · ↗verhindern · ↗versperren  ●  (den) Weg versperren  fig. · (sich jemandem) in den Weg stellen  fig. · ↗(sich) querstellen  ugs. · Knüppel zwischen die Beine werfen  ugs., fig. · Steine in den Weg legen  ugs., fig. · ↗blocken  ugs. · ↗mauern  ugs. · reingrätschen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) in die Quere kommen · behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
behindern · ↗hemmen · hindern · ↗stören
Synonymgruppe
(jemanden) behindern · im Weg sein · im Weg(e) stehen · ↗stören  ●  sperrig herumstehen  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (jemandem) in die Quere kommen · behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeit Aufklärung Ausübung Bahnverkehr Bemühung Bergungsarbeit Bürokratie Entfaltung Entwicklung Ermittlung Flugverkehr Fortschritt Friedensprozeß Fußgänger Innovation Justiz Löscharbeit Rettungsarbeit Schnee Schneefall Sicht Straßenverkehr Strukturwandel Verkehr Warenverkehr Wettbewerb Zugverkehr gegenseitig massiv verzögern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›behindern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie scheint ihn zu behindern, vom Malen abhalten zu wollen, obwohl sie ihn wohl nur anbeten will.
Die Welt, 19.04.2005
Und der geistig behinderte junge Mann mitten unter den andern, um den sich alle kümmern, gehört ganz selbstverständlich dazu.
Der Tagesspiegel, 27.09.2000
So sind vor allem die Kirchen in ihrer W. stark behindert.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - W. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 21660
Selbstverständlich darf die Einrichtung dieser Räume ein flottes Bedienen nicht behindern.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 28
Aber solang er nichts hat, ist er eben dadurch behindert, politisch tätig zu sein.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23853
Zitationshilfe
„behindern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/behindern>, abgerufen am 16.02.2019.

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