beiderseitig

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache  [ˈbaɪ̯dɐˌzaɪ̯tɪç]
Worttrennung bei-der-sei-tig
Wortzerlegung beideSeite-ig
eWDG, 1967 und ZDL, 2020

Bedeutungen

1.
von beiden Parteien (eines Vertrages o. Ä.) ausgehend, beide Parteien betreffend; gegenseitig
Beispiele:
beiderseitige Übereinstimmung (= Übereinstimmung beider Partner)Quelle: WDG, 1967
in beiderseitigem Einvernehmen, EinverständnisQuelle: WDG, 1967
ein beiderseitiges ÜbereinkommenQuelle: WDG, 1967
zum beiderseitigen VorteilQuelle: WDG, 1967
beiderseitiges Entgegenkommen erleichterte die VerhandlungenQuelle: WDG, 1967
die beiderseitigen Verpflichtungen, die sich aus dem Abkommen ergebenQuelle: WDG, 1967
Gespräche über beiderseitig (= beide Partner) interessierende FragenQuelle: WDG, 1967
Gern wird die wirtschaftliche Verflechtung zwischen beiden Ländern angeführt, um eine beiderseitige Abhängigkeit zu belegen. [Die Welt, 27.09.2018]
Der Lieblingsschauspieler von Fidel Castro reist regelmäßig nach Kuba. Die Sympathie ist beiderseitig: Fidel Castro nannte Depardieu einmal »den sympathischsten Typen«, den er kenne. [Der Standard, 18.12.2006]
Die Gespräche zur Vertragsauflösung waren von beiderseitigem Respekt geprägt. [Die Zeit, 26.01.2011 (online)]
Der Bundesgerichtshof vertritt hier […] die Ansicht, dass eine Abwägung der beiderseitigen Interessen im Einzelfall notwendig sei. [C’t, 2001, Nr. 9]
Beide Seiten stellten übereinstimmend fest, daß noch weitere Möglichkeiten für einen Ausbau der beiderseitigen Beziehungen bestehen und sprachen sich für eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern aus. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1972]]
Zu dieser letzten Gruppe ethisch unannehmbarer Aktivitäten gehört auch jeder eheliche geschlechtliche Umgang, der nicht Ausdruck einer beiderseitigen Liebe ist […]. [Bloemhof, F.: Sexualethik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 29923]
2.
auf zwei verschiedenen Seiten, bei zwei verschiedenen Parteien
Beispiele:
die beiderseitigen Standpunkte klärenQuelle: WDG, 1967
Nach einem Jahr des Strafzollkrieges und elf Runden Verhandlungen bräuchten die USA einen Deal in mancher Hinsicht inzwischen stärker als China, glaubt Liang. […] So brach im ersten Quartal 2019 das beiderseitige Handelsvolumen stark ein. Chinas Exporte in die USA gingen um 14 Prozent zurück; die US‑Exporte nach China um 32 Prozent. [Die Welt, 14.06.2019]
Es dürfte sich beiderseitig um professionelle Freundlichkeit gehandelt haben: Die Spitzenpolitikerinnen verbindet sehr wenig. [Die Welt, 27.01.2011]
Jedenfalls ist der Hochzeitsschmaus eine sehr familiäre und persönliche Unternehmung und läßt den Gastgebern bei der Platzverteilung gewissen Spielraum. Wenn die beiderseitigen Eltern der Brautleute nicht alle teilnehmen können, werden sie durch »nächst‑nahe« Angehörige ersetzt, und wenn auch diese fehlen, durch entsprechend väterliche oder mütterliche Freunde. [Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 120]

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beide · beiderseits · beiderseitig · beidseitig
beide Num.adj. ‘alle zwei’ (von als bekannt vorausgesetzten Größen). Ahd. (8. Jh.), mhd. beide, bēde, asächs. bēðia, bēðie, bēðu, mnd. bēde, beide, beyde mnl. beide, bede, nl. beide, afries. bēthe, beithe, anord. bāðir enthalten ein älteres Wort mit der Bedeutung ‘beide’ (vgl. got. bai m., ba n., aengl. bēgen m., f., n. ‘beide’), das im Westgerm. und Nordgerm. mit dem nachgestellten Demonstrativpronomen (dem späteren dt. Artikel) verbunden wird. So ist ahd. bēde m. aus *bē dē ‘beide die’, ahd. beidiu n. aus *bei diu entstanden. Die ie. Grundform ist *ambhō(u), deren zweites Kompositionsglied ‘beide’ um das verstärkende Präfix *am- erweitert ist; vgl. griech. ámphō (ἄμφω), lat. ambō, aslaw. oba, russ. óba (оба) ‘beide’ (s. ↗bei). Ein neutraler Singular begegnet schon asächs. (Genitiv bēðies), ist mhd. (beideʒ) selten und wird erst frühnhd. (beides) häufiger. beiderseits Adv. und Präp. mit Genitiv ‘auf beiden Seiten, von beiden Beteiligten’ (mit sekundärem -s), mhd. beidentsīt, beidersīt, gekürzt aus ze beider sīt ‘zu beiden Seiten’. Eine Weiterbildung ist beiderseitig Adj. ‘auf beiden Seiten, gegenseitig’ (1. Hälfte 17. Jh.), gekürzt zu beidseitig Adj. (2. Hälfte 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›beiderseitig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beiderseitig‹.

Zitationshilfe
„beiderseitig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beiderseitig>, abgerufen am 24.11.2020.

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