beiderseitig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbei-der-sei-tig
Wortzerlegungbeide-seitig
eWDG, 1967

Bedeutung

Beispiele:
beiderseitige Übereinstimmung (= Übereinstimmung beider Partner)
in beiderseitigem Einvernehmen, Einverständnis
ein beiderseitiges Übereinkommen
zum beiderseitigen Vorteil
beiderseitiges Entgegenkommen erleichterte die Verhandlungen
die beiderseitigen Standpunkte klären
die beiderseitigen Verpflichtungen, die sich aus dem Abkommen ergeben
Gespräche über beiderseitig (= beide Partner) interessierende Fragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beide · beiderseits · beiderseitig · beidseitig
beide Num.adj. ‘alle zwei’ (von als bekannt vorausgesetzten Größen). Ahd. (8. Jh.), mhd. beide, bēde, asächs. bēðia, bēðie, bēðu, mnd. bēde, beide, beyde mnl. beide, bede, nl. beide, afries. bēthe, beithe, anord. bāðir enthalten ein älteres Wort mit der Bedeutung ‘beide’ (vgl. got. bai m., ba n., aengl. bēgen m., f., n. ‘beide’), das im Westgerm. und Nordgerm. mit dem nachgestellten Demonstrativpronomen (dem späteren dt. Artikel) verbunden wird. So ist ahd. bēde m. aus *bē dē ‘beide die’, ahd. beidiu n. aus *bei diu entstanden. Die ie. Grundform ist *ambhō(u), deren zweites Kompositionsglied ‘beide’ um das verstärkende Präfix *am- erweitert ist; vgl. griech. ámphō (ἄμφω), lat. ambō, aslaw. oba, russ. óba (оба) ‘beide’ (s. ↗bei). Ein neutraler Singular begegnet schon asächs. (Genitiv bēðies), ist mhd. (beideʒ) selten und wird erst frühnhd. (beides) häufiger. beiderseits Adv. und Präp. mit Genitiv ‘auf beiden Seiten, von beiden Beteiligten’ (mit sekundärem -s), mhd. beidentsīt, beidersīt, gekürzt aus ze beider sīt ‘zu beiden Seiten’. Eine Weiterbildung ist beiderseitig Adj. ‘auf beiden Seiten, gegenseitig’ (1. Hälfte 17. Jh.), gekürzt zu beidseitig Adj. (2. Hälfte 17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Artillerietätigkeit Aufklärungstätigkeit Beziehung Einvernehmen Einverständnis Handelsaustausch Handelsbeziehung Handelsgeschäft Handelsverkehr Interesse Interessensphäre Null-Lösung Nutzen Staatsangehörige Standpunkt Strafbarkeit Truppenabbau Truppenabzug Truppenreduzierung Truppenrückzug Truppenverminderung Vorteil Warenaustausch Warenverkehr Wirtschaftsbeziehung Zufriedenheit annehmbar ausgewogen interessierend vorteilhaft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beiderseitig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Verfahren endete mit einem "in beiderseitigem Einvernehmen" geschlossenen Vergleich.
Der Tagesspiegel, 05.01.2000
Ein anderes Gebiet gegenseitigen Austausches war das beiderseitige Interesse an technischen Fragen.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Die näheren Festsetzungen erfolgen durch Abkommen zwischen den beiderseitigen Verwaltungen.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 08.03.1918
Er untersuchte auch die beiderseitigen Nierenlager, fand sie aber schmerzfrei.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 226
Auch in dieser Zeit des österreichisch-russischen Zusammenarbeitens zeigen sich die versteckten Gegensätze in der beiderseitigen serbischen Politik sehr deutlich.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 889
Zitationshilfe
„beiderseitig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beiderseitig>, abgerufen am 18.11.2019.

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