beifallen

GrammatikVerb · fällt bei, fiel bei, ist beigefallen
Aussprache
Worttrennungbei-fal-len
Wortzerlegungbei-fallen
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltet
1.
einfallen, in den Sinn kommen
Beispiel:
ein berühmter Arzt ... dessen Namen mir aber nicht beifallen will [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder4,383]
2.
jmdm. zustimmen
Beispiel:
ich bin sicher, daß du mir beifallen wirst [Th. MannJoseph3,498]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beifall · beifallen · beifällig · Beifallsbezeugung
Beifall m. ‘Händeklatschen, zustimmende Äußerungen des Publikums, Applaus, Zustimmung, Anerkennung’. Im Anschluß an vorher bezeugtes mnd. bīval ‘Hilfe, Unterstützung, Anhang, Zustimmung’, auch (in der Rechtssprache) ‘das Zufallende wie Nebeneinkünfte, Erbschaft aus der Seitenlienie’ (14. Jh.), erscheint nhd. Beifall seit dem 15. Jh. ‘Übertritt zu einer Partei, politische Parteinahme’ (im Gegensatz zu Abfall ‘Loslösung, Treubruch’), aber auch in der Bedeutung ‘Zustimmung’, die bis in die Gegenwart fortlebt. Zur Etymologie s. ↗fallen. Heute ungebräuchlich ist das Verb beifallen ‘einfallen, in den Sinn kommen, zustimmen’. An mhd. bīvallen ‘ab-, danebenfallen’ schließt sich gleichbed. frühnhd. beifallen an, das unter Einfluß von mnd. bīvallen ‘zustimmen, beistehen, jmds. Partei nehmen’ im 16. Jh. außerdem die Bedeutung ‘zustimmen, beipflichten’ entwickelt und bis ins jüngere Nhd. bewahrt. Im 18. Jh. steht beifallen häufig für ‘in den Sinn kommen, einfallen’. beifällig Adj. ‘zustimmend, anerkennend’; Ende des 15. Jhs. im Sinne von ‘zustimmend, günstig’, im 16. Jh. auch ‘zufällig, beiläufig’, im 18. Jh. setzt sich die heutige Bedeutung durch. Beifallsbezeugung f. (Anfang 19. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Würde Hamburg es sich beifallen lassen, bei dieser Preußenerfindung mitzutun?
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 32
Er habe sehr viel Sympathien für österreich, aber es falle ihm nicht bei, die Freundschaft zu Österreich durch staatsrechtliche Bindungen zu stärken.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1933]
Talent für Sprachen hat er ja nicht, sonst hätte er es sich doch nie beifallen lassen, Philologie zu studieren, oder muß ich es umdrehen?
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 48
In München fielen nach ihren Schätzungen bei über 100 000 Beschäftigten jährlich mehr als zehn Millionen Überstunden an.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.2001
Und fiel nicht auch Thomas bei, von Aquin, es sei gegen die Natur der Seele, ohne ihren Körper zu existieren?
Die Zeit, 18.12.1995, Nr. 51
Zitationshilfe
„beifallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beifallen>, abgerufen am 22.11.2019.

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