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beinern

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung bei-nern
Wortzerlegung Bein -ern

Bedeutungsübersicht+

  1. [veraltend] knöchern, aus Knochen bestehend
    1. a) ...
    2. b) elfenbeinern
eWDG

Bedeutung

veraltend knöchern, aus Knochen bestehend
a)
Beispiel:
das beinerne Gefäß des Gehirns [ St. ZweigBalzac217]
b)
elfenbeinern
Beispiele:
die beinerne Krücke seines […] Regenschirms [ Th. MannKönigl. Hoheit7,67]
[er trug] weder Kragen noch Krawatte, sondern nur ein beinernes Hemdknöpfchen [ PenzoldtPowenzbande18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bein · beinern · beinig · Gebein · Beinling · O-Beine · X-Beine
Bein n. zum Stehen und zur Fortbewegung dienender Körperteil, beinartiger Teil eines Möbels, Gerätes, ahd. (9. Jh.), mhd. bein ‘Knochen, Bein’, auch ‘Ober-, Unterschenkel’, asächs. mnd. bēn, mnl. nl. been, afries. bēn, aengl. bān, engl. bone ‘Knochen, Bein’, anord. bein ‘Bein, Knochen, Oberschenkel’. Die Etymologie des westgerm. und nordgerm. bezeugten Wortes (*baina-) ist dunkel. Verwandtschaft mit (nur nordgerm. bezeugtem) anord. beinn Adj. ‘gerade, richtig, günstig’ im Hinblick auf gerade Röhrenknochen ist kaum vertretbar (vgl. vielmehr anord. leggr ‘Röhrenknochen’, s. Eisbein). Eher darf mit Etym. Wb. Nl. 1, 244 f. Herkunft aus einem ie. Substratwort vermutet werden. Die Grundbedeutung ‘Knochen’, die schon in ahd. Zeit auf das Bein sowohl als Ganzes wie auch auf seine beiden Teile, den Ober- und Unterschenkel, übertragen wird und die noch häufig bei Luther anzutreffen ist, wird allmählich von Knochen und Gebein übernommen, bleibt aber in Zusammensetzungen erhalten, vor allem in anatomischen Bezeichnungen: Brust-, Nasen-, Schien-, Schlüsselbein, auch Eis-, Elfen-, Überbein. Sie ist ferner bewahrt in dem Adjektiv beinern (s. unten) und in Wortpaaren durch Mark und Bein ‘durch und durch’, Stein und Bein schwören ‘etw. fest behaupten, leidenschaftlich beteuern’ (s. schwören). – beinern Adj. ‘knöchern, aus Knochen bestehend’, älter beinen, ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. beinīn. beinig Adj. ‘Füße habend, mit Beinen versehen’ in den Zusammensetzungen zwei-, drei-, langbeinig, mhd. beinec (drī-, lancbeinec) mit Suffixwechsel aus ahd. -beini (lang-, zwībeini); als selbständiges Adjektiv ‘Knochen habend’ (beiniges Fleisch, beiniger Finger) bei Campe (1807). Gebein n. ‘Glieder, Körper des lebenden Menschen’, Plur. Gebeine ‘Knochen, Skelett’, ahd. gibeini ‘Gebein, die beiden Beine eines Menschen’ (9. Jh.), mhd. gebeine. Beinling m. ‘Teil eines Kleidungsstücks, der die Beine bedeckt’, seit dem 15. Jh. ‘oberer Teil des Strumpfes’, jetzt auch ‘Hosenbein’. O-Beine Plur. ovale bis runde (O-förmige) Fehlstellung der Beine (19. Jh.). X-Beine Plur. vom Knie an (X-förmig) abgewinkelte Beine (20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›beinern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beinern‹.

Verwendungsbeispiele für ›beinern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erhalten geblieben sind nur Wurfstäbe aus beinernem Material, die oft sehr schön verziert sind. [Rust, Alfred: Der primitive Mensch. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 611]
Er knöpfte die drei beinernen Knöpfe an seinem grünen Mantel zu. [Die Zeit, 27.05.1960, Nr. 22]
Von Schädeln, mit lederner Haut überzogen, fiel strähnig das Haar in beinerne Stirnen. [Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 84]
Doch auf dem beinernen Friedhof ist seit langem kein braunes, frisches Geweih mehr niedergelegt worden. [Die Zeit, 29.07.1994, Nr. 31]
Er wußte, jetzt saß seine Großmutter und strickte und die beinernen Nadeln klapperten gegeneinander. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 09.02.1906]
Zitationshilfe
„beinern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beinern>.

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