beispringen

GrammatikVerb · sprang bei, ist beigesprungen
Aussprache
Worttrennungbei-sprin-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungbei-springen
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdm. (schnell) zu Hilfe kommen
Beispiele:
einem Hilfsbedürftigen, Kranken, Verwundeten, Ohnmächtigen beispringen
der junge Mann sprang der alten Frau bei und trug ihr den schweren Koffer
jmdm. in Gefahr, im Notfall beispringen
jmdm. hilfreich beispringen
so mache er sich eine Freude daraus, mir mit diesen dreitausend Franken beizuspringen [FedererPapst456]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

springen · bespringen · beispringen · entspringen · überspringen · vorspringen · Vorsprung · Springer · Springbrunnen · Springflut · Springinsfeld
springen Vb. ‘durch einen Sprung vom Boden weg-, in die Höhe schnellen, bersten’. Das bis auf das Got. gemeingerm. bezeugte, stark flektierende Verb ahd. springan (8. Jh.), mhd. springen ‘springen, tanzen, eilend gehen, laufen, hervorquellen, wallen, wachsen’, asächs. springan, mnd. springen, mnl. springhen, nl. springen, afries. springa, aengl. springan, engl. to spring, anord. springa, auch ‘bersten’, schwed. springa (germ. *sprengan) läßt sich im Sinne von ‘hastig auffahren, hervorbrechen’ mit nichtnasaliertem aind. spṛhayati ‘eifert, verlangt eifrig’, griech. spérchesthai (σπέρχεσθαι) ‘einherstürmen, sich drängen, aufgebracht, leidenschaftlich bewegt sein’ vergleichen, so daß Anschluß an ie. *sperg̑h-, *spreg̑h-, nasaliert *spreng̑h- ‘sich hastig bewegen, eilen, springen’, eine Erweiterung der unter ↗Sporn (s. d.) angeführten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’, möglich ist. bespringen Vb. ‘(von Rindern, Pferden u. ä.) auf ein weibliches Tier zur Begattung steigen’ (18. Jh.), mhd. bespringen ‘benetzen’. beispringen Vb. ‘helfen, beistehen’ (15. Jh.). entspringen Vb. ‘entlaufen, hervorspringen’, ahd. intspringan (8. Jh.), mhd. entspringen ‘wegspringen, entrinnen, hervorsprudeln, erwachen’. überspringen Vb. ‘springend über etw. hinwegsetzen, überholen, übergehen, unbeachtet lassen, auslassen’, ahd. ubarspringan (um 1000), mhd. überspringen. vorspringen Vb. ‘nach vorn springen, weit herausragen (aus einem zurückliegenden Ganzen)’, ahd. furispringan (10. Jh.), mhd. vorspringen ‘vor(aus)springen, anspringen, übertreffen’; Vorsprung m. ‘schnelle Bewegung nach vorn, räumlicher und zeitlicher Gewinn in Vorwärtsbewegung und Entwicklung gegenüber anderen, vorragender Teil an Bauwerken, Felsen’, mhd. vorsprunc. Springer m. ‘wer springt’, mhd. springer, auch ‘Tänzer, Gaukler’; Bezeichnung einer als Pferd dargestellten Schachfigur (17. Jh.). Springbrunnen m. ‘sprudelnde Quelle’, dann besonders ‘Fontäne’ (17. Jh.). Springflut f. ‘große Meeresflut’ (16. Jh.). Springinsfeld m. ‘junger, leichtfüßiger und unbekümmerter Mensch’ (17. Jh.), nd. ein springe ynt velt (16. Jh.), eigentlich springe in das Feld, imperativischer Satzname, anfänglich Bezeichnung für Soldaten und Landsknechte (Grimmelshausen).

Thesaurus

Synonymgruppe
(mit) Hand anlegen · (sich) nützlich machen · Hilfe leisten · ↗assistieren · behilflich sein · beispringen · ↗beistehen · ↗fördern · ↗mithelfen · ↗sekundieren · ↗unterstützen · zur Hand gehen  ●  ↗helfen  Hauptform · (jemandem) die Hand reichen  ugs. · (jemandem) die Stange halten  ugs. · mit anfassen  ugs. · mit anpacken  ugs.
Unterbegriffe
  • (für jemanden) die Situation retten · ↗(jemanden) herausreißen  ●  (für jemanden) den Karren aus dem Dreck ziehen  fig. · (jemandem) aus der Patsche helfen  ugs.
  • (für jemand anderen) die Vorteile sichern · (für jemand anderen) etwas riskieren  ●  (für jemand anderen) die Kastanien aus dem Feuer holen (und sich dabei die Pfoten verbrennen)  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) beispringen · (jemandem) zu Hilfe kommen · (jemanden) in Schutz nehmen · ↗(verbal / argumentativ) unterstützen  ●  (jemandem) Schützenhilfe leisten  fig. · (jemandem) zur Seite springen  fig. · (jemandem) zur Seite stehen  fig.
Assoziationen
  • (jemandem) hilfreich zur Seite stehen · ↗begünstigen · behilflich sein · ↗beistehen · ↗fördern  ●  (eine) Lanze brechen für (jemanden / etwas)  fig. · (jemandem) den Rücken stärken  fig. · (jemandem) den Weg ebnen  fig. · (jemandem) die Steine aus dem Weg räumen  fig. · ↗unterstützen  Hauptform · (jemandem) unter die Arme greifen  ugs., fig. · (jemanden) unter seine Fittiche nehmen  ugs. · ↗protegieren  geh. · supporten  ugs., engl.
  • (jemanden) in Obhut nehmen · (jemanden) unter seine Fittiche nehmen · (jemandes) Mentor sein  ●  (jemanden) an die Hand nehmen  fig. · (sich) kümmern um (jemanden)  ugs. · aufpassen auf (jemanden)  ugs., variabel
  • (mit) Hand anlegen · (sich) nützlich machen · Hilfe leisten · ↗assistieren · behilflich sein · beispringen · ↗beistehen · ↗fördern · ↗mithelfen · ↗sekundieren · ↗unterstützen · zur Hand gehen  ●  ↗helfen  Hauptform · (jemandem) die Hand reichen  ugs. · (jemandem) die Stange halten  ugs. · mit anfassen  ugs. · mit anpacken  ugs.
  • (jemandem) beistehen · (jemandem) zur Seite stehen · ↗(jemanden) unterstützen · Beistand leisten · ↗halten (zu) · ideell unterstützen · ↗mittragen · moralisch unterstützen · verbal unterstützen  ●  mit Rat und Tat unterstützen  variabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordnete Bedrängte Bemerkung Bruder Bundeskanzler Bürgschaft Finanzminister Historiker Kanzler Kanzlerin Kollege Kollegin Kredit Not Notfall Parteifreund Parteikollege Philosoph US-Regierung Wirtschaftsminister Währungsfonds ausgerechnet helfend hilfreich prompt sofort sogleich springen stets verbal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beispringen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum sprang niemand den Opfern bei, warum holte niemand Hilfe?
Die Zeit, 25.04.1997, Nr. 18
Schneller als sonst sprang die Magd mit trockenen Tüchern bei.
Betzner, Anton: Der Kohlhöfer. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 170
Wir springen auch bei über 40 Grad und machen kein Theater.
Bild, 13.08.2003
Jedesmal wenn ich Jörg beispringen wollte, stand er bereits auf verlorenem Posten.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 296
Während ich froh bin, ihr hier oben mit meinen Nachrichten beispringen zu können, zieht es mich in die andere Richtung.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 286
Zitationshilfe
„beispringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beispringen>, abgerufen am 21.09.2019.

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