Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

beispringen

Grammatik Verb · springt bei, sprang bei, ist beigesprungen
Aussprache 
Worttrennung bei-sprin-gen
Wortzerlegung bei- springen
eWDG

Bedeutung

jmdm. (schnell) zu Hilfe kommen
Beispiele:
einem Hilfsbedürftigen, Kranken, Verwundeten, Ohnmächtigen beispringen
der junge Mann sprang der alten Frau bei und trug ihr den schweren Koffer
jmdm. in Gefahr, im Notfall beispringen
jmdm. hilfreich beispringen
so mache er sich eine Freude daraus, mir mit diesen dreitausend Franken beizuspringen [ FedererPapst456]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

springen · bespringen · beispringen · entspringen · überspringen · vorspringen · Vorsprung · Springer · Springbrunnen · Springflut · Springinsfeld
springen Vb. ‘durch einen Sprung vom Boden weg-, in die Höhe schnellen, bersten’. Das bis auf das Got. gemeingerm. bezeugte, stark flektierende Verb ahd. springan (8. Jh.), mhd. springen ‘springen, tanzen, eilend gehen, laufen, hervorquellen, wallen, wachsen’, asächs. springan, mnd. springen, mnl. springhen, nl. springen, afries. springa, aengl. springan, engl. to spring, anord. springa, auch ‘bersten’, schwed. springa (germ. *sprengan) läßt sich im Sinne von ‘hastig auffahren, hervorbrechen’ mit nichtnasaliertem aind. spṛhayati ‘eifert, verlangt eifrig’, griech. spérchesthai (σπέρχεσθαι) ‘einherstürmen, sich drängen, aufgebracht, leidenschaftlich bewegt sein’ vergleichen, so daß Anschluß an ie. *sperg̑h-, *spreg̑h-, nasaliert *spreng̑h- ‘sich hastig bewegen, eilen, springen’, eine Erweiterung der unter Sporn (s. d.) angeführten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’, möglich ist. bespringen Vb. ‘(von Rindern, Pferden u. ä.) auf ein weibliches Tier zur Begattung steigen’ (18. Jh.), mhd. bespringen ‘benetzen’. beispringen Vb. ‘helfen, beistehen’ (15. Jh.). entspringen Vb. ‘entlaufen, hervorspringen’, ahd. intspringan (8. Jh.), mhd. entspringen ‘wegspringen, entrinnen, hervorsprudeln, erwachen’. überspringen Vb. ‘springend über etw. hinwegsetzen, überholen, übergehen, unbeachtet lassen, auslassen’, ahd. ubarspringan (um 1000), mhd. überspringen. vorspringen Vb. ‘nach vorn springen, weit herausragen (aus einem zurückliegenden Ganzen)’, ahd. furispringan (10. Jh.), mhd. vorspringen ‘vor(aus)springen, anspringen, übertreffen’; Vorsprung m. ‘schnelle Bewegung nach vorn, räumlicher und zeitlicher Gewinn in Vorwärtsbewegung und Entwicklung gegenüber anderen, vorragender Teil an Bauwerken, Felsen’, mhd. vorsprunc. Springer m. ‘wer springt’, mhd. springer, auch ‘Tänzer, Gaukler’; Bezeichnung einer als Pferd dargestellten Schachfigur (17. Jh.). Springbrunnen m. ‘sprudelnde Quelle’, dann besonders ‘Fontäne’ (17. Jh.). Springflut f. ‘große Meeresflut’ (16. Jh.). Springinsfeld m. ‘junger, leichtfüßiger und unbekümmerter Mensch’ (17. Jh.), nd. ein springe ynt velt (16. Jh.), eigentlich springe in das Feld, imperativischer Satzname, anfänglich Bezeichnung für Soldaten und Landsknechte (Grimmelshausen).

Thesaurus

Synonymgruppe
(mit) Hand anlegen · (sich) nützlich machen · Hilfe leisten · assistieren · behilflich sein · beispringen · beistehen · mithelfen · sekundieren · tätige Hilfe (leisten) · unterstützen · zur Hand gehen  ●  helfen  Hauptform · (jemandem) die Hand reichen  ugs. · mit anfassen  ugs. · mit anpacken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) beispringen · (jemandem) zu Hilfe kommen · (jemanden) in Schutz nehmen · (verbal / argumentativ) unterstützen  ●  (jemandem) Schützenhilfe leisten  fig. · (jemandem) zur Seite springen  fig. · (jemandem) zur Seite stehen  fig.
Assoziationen
  • (jemandem) hilfreich zur Seite stehen · behilflich sein · beistehen · fördern · unterstützend tätig sein  ●  (eine) Lanze brechen für (jemanden / etwas)  fig. · (jemandem) den Rücken stärken  fig. · (jemandem) den Weg ebnen  fig. · (jemandem) die Steine aus dem Weg räumen  fig. · unterstützen  Hauptform · (jemandem) unter die Arme greifen  ugs., fig. · (jemanden) unter seine Fittiche nehmen  ugs. · protegieren  geh.
  • (jemanden) in Obhut nehmen · (jemanden) unter seine Fittiche nehmen · (jemandes) Mentor sein  ●  (jemanden) an die Hand nehmen  fig. · (sich) kümmern um (jemanden)  ugs. · aufpassen auf (jemanden)  ugs., variabel

Typische Verbindungen zu ›beispringen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beispringen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beispringen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schneller als sonst sprang die Magd mit trockenen Tüchern bei. [Betzner, Anton: Der Kohlhöfer. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 170]
Warum sprang niemand den Opfern bei, warum holte niemand Hilfe? [Die Zeit, 25.04.1997, Nr. 18]
Seinem hilflos um Worte ringenden Trainer sprang er nicht bei. [Süddeutsche Zeitung, 20.03.1998]
Wir springen auch bei über 40 Grad und machen kein Theater. [Bild, 13.08.2003]
Jedesmal wenn ich Jörg beispringen wollte, stand er bereits auf verlorenem Posten. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 296]
Zitationshilfe
„beispringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beispringen>.

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