beistimmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbei-stim-men
Wortzerlegungbei-stimmen
Wortbildung mit ›beistimmen‹ als Erstglied: ↗Beistimmung
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdm., einer Meinungsäußerung zustimmen
Beispiele:
dem Redner, Kritiker beistimmen
viele Versammlungsteilnehmer stimmten ihm bei
ich wusste, dass Sie mir beistimmen würden
alle mussten (ihm) beistimmen
»Ja, es ist alles in Ordnung«, stimmte er mir bei
jmdm. in allen wichtigen Fragen, völlig beistimmen
jmdm. darin beistimmen, dass ...
einem Antrag, Beschluss beistimmen
den in der Diskussion geäußerten Auffassungen beistimmen
dem Urteil über etw. beistimmen
jmds. Vorschlägen (lebhaft) beistimmen
er nickte beistimmend (mit dem Kopf)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stimme · Stimmrecht · Stimmvieh · Stimmenmehrheit · stimmen · anstimmen · abstimmen · beistimmen · umstimmen · zustimmen · übereinstimmen · Stimmung · stimmungsvoll · stimmig · einstimmig · mehrstimmig
Stimme f. ‘mit Hilfe der Stimmbänder erzeugte Laute, Fähigkeit zur Erzeugung solcher Laute, Meinung, Urteil’, ahd. stimna, stimma (8. Jh.), stemna, stemma (9. Jh.), mhd. stimme, asächs. stemna, mnd. stemne, stem(me), stimme, mnl. stemme, stēvene, nl. stem, aengl. stefn, stemn, engl. (mundartlich) steven, afries. stifne, stemme, got. stibna, mit sekundärem Labial mnd. stempne, frühnhd. stimb, aus germ. *stemnō (mit aus ƀn entstandenem mn), ohne gesicherte außergerm. Entsprechungen. Verwandtschaft mit griech. stóma (στόμα) ‘Mund, Maul, Mündung, Front, Spitze, Schneide’ (ie. *stomen- ‘Mund, Spalte’, zu einer Wurzel ie. *(s)tem- ‘schneiden’) ist möglich; vgl. Wennerberg in: Die Sprache 18 (1972) 24 ff. Stimme in der Sprache der Musik im Sinne von ‘Singstimme, Singbegabung’ ist bereits ahd., dazu vgl. Fügungen wie hohe, tiefe Stimme (vor allem seit dem 18. Jh. geläufig); auch ‘Teil einer mehrstimmigen (Vokal)komposition’ (16. Jh.). Stimme für ‘Entscheidung für jmdn., etw., Votum’ bei einer Abstimmung, Beratung ist seit dem 14. Jh. bezeugt, vgl. Sitz und Stimme (‘das Recht, ein Votum in einem bestimmten Kreis abgeben zu können’) haben (18. Jh.), Stimmen haben ‘das Votum anderer zugunsten der eigenen Wahl haben’ (16. Jh.), eine Stimme (‘das Recht zu urteilen’) haben (18. Jh.), jmdm. die, seine Stimme geben ‘sich für ihn entscheiden’ (16. Jh.). Stimmrecht n. ‘Recht, an Abstimmungen und Wahlen teilzunehmen’ (18. Jh.). Stimmvieh n. ‘politisch unentschiedene, unkritische und abhängige Wähler, die bei Wahlen zu erwünschten Entscheidungen veranlaßt werden können’ (2. Hälfte 19. Jh.), nach amerik.-engl. voting cattle, zuerst auf amerikanische Verhältnisse bezogen. Stimmenmehrheit f. (18. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet stimmen Vb. ‘zusammenpassen, richtig sein, übereinstimmen’, mhd. stimmen ‘eine Stimme hören lassen, rufen, mit einer Stimme versehen, erfüllen, anstimmen, nennen, festsetzen, abschätzen’ und ahd. gistimnen ‘zusammen-, anstimmen’ (8. Jh.); in der Musik ‘die Höhe der einzelnen Töne kontrollieren’ (16. Jh.), ‘seine Stimme, sein Votum für jmdn., etw. abgeben’ (17. Jh.), ‘jmdn. in eine bestimmte Gemütslage versetzen’ (18. Jh.), anstimmen Vb. ‘zu singen beginnen, einen Termin festsetzen’ (16. Jh.). abstimmen Vb. ‘in Einklang bringen, harmonisch, passend machen’ (17. Jh.), ‘die Stimme, das Votum abgeben’ (18. Jh.), älter ‘Münzen abwerten’ (schweiz., 15. Jh.), ‘nicht übereinstimmen mit etw. oder jmdm.’ (16. Jh.), ‘überstimmen’ (18. Jh.). beistimmen Vb. ‘recht geben, beipflichten’ (17. Jh.). umstimmen Vb. ‘anders stimmen, die Meinung ändern’ (17. Jh.). zustimmen Vb. ‘übereinstimmen, beipflichten’ (16. Jh.). übereinstimmen Vb. ‘den gleichen Klang haben, zusammenpassen, einer Meinung sein’ (16. Jh.). Stimmung f. ‘Gemütslage, -zustand, innere Disposition’ (18. Jh.), ‘Kolorit, Milieu’, besonders auf Ausstrahlung von Kunstwerken, Landschaften u. dgl. bezogen (19. Jh.); dazu stimmungsvoll Adj. (19. Jh.). stimmig Adj. ‘übereinstimmend, zusammenpassend, richtig’ (18. Jh.), zuerst ‘was Stimme hat, zur Stimme gehört’ (17. Jh.). einstimmig Adj. musikalisch ‘aus nur einer Stimme bestehend’ (17. Jh.), ‘ohne Gegenstimme’ (18. Jh.); vgl. ahd. einstimmi ‘einmütig’ (9. Jh.). mehrstimmig Adj. ‘aus mehreren Stimmen bestehend’ (beim Gesang, 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aussprechen für · ↗befürworten · ↗begrüßen · beistimmen · ↗billigen · für richtig halten · ↗gutheißen · ↗zustimmen  ●  ↗absegnen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›beistimmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beistimmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beistimmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war ebenso schwer, ihr beizustimmen, wie ihr zu widersprechen.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 3
Ich hatte mich sehr rasch zu entscheiden, ob unsere Lage in der Welt derartig war, daß sie mich rechtfertigen würde, dieser Erklärung nicht beizustimmen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1949]
Wenn er sie mir nun »verbessert« schickt, werde ich ihr sicher beistimmen, diese Lüge nehme ich auf mein wissenschaftliches Gewissen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1938. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1938], S. 98
Nur diese Strategie beistimmt die Ausrüstung und die Ausbildung der Bundeswehr.
Die Zeit, 02.03.1981, Nr. 09
Ich stimme natürlich dem bei, daß Ziel und Zweck geprüft werden müssen, erkenne jedoch die Begrenzung auf ein Statut oder eine Verfassung nicht an.
o. A.: Einundsiebzigster Tag. Freitag, 1. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4836
Zitationshilfe
„beistimmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beistimmen>, abgerufen am 07.04.2020.

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