beizen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbei-zen
Wortbildung mit ›beizen‹ als Erstglied: ↗Beizbrühe · ↗Beizer · ↗Beizerei · ↗Beizflüssigkeit · ↗Beizgerät · ↗Beizlösung · ↗Beizmittel · ↗Beizpulver · ↗Beiztrommel · ↗Beizung
 ·  mit ›beizen‹ als Letztglied: ↗abbeizen · ↗aufbeizen · ↗ausbeizen · ↗nachbeizen · ↗schwarzbeizen · ↗vorbeizen
 ·  formal verwandt mit: ↗dunkelgebeizt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. mit Beize behandeln
a)
Handwerk ein färbendes Mittel auf Holz auftragen, wodurch die Maserung hervorgehoben wird
Beispiele:
einen Schrank, Tisch beizen
das Brett, die Holztäfelung beizen
das Holz ist braun, dunkel, hell gebeizt
b)
Landwirtschaft beim Saatgut die Krankheitserreger abtöten
Beispiele:
das Saatgut beizen
die gebeizten Getreidekörner in die Drillmaschine einschütten
c)
Handwerk eine Haut weich machen
Beispiel:
eine Haut beizen
d)
Hüttenwesen
α)
Metall von Oxyd befreien, abbeizen
Beispiel:
Eisen, Kupfer mit verdünnter Schwefelsäure blank beizen
β)
auf einem Metall einen Farbton hervorrufen oder es korrosionsfest machen
Beispiel:
einen Gewehrlauf beizen
e)
Textilindustrie Gespinstfasern zur Aufnahme von Farbstoff vorbereiten
Beispiel:
ein Gewebe beizen
f)
Tabakwarenindustrie bei den Tabakblättern die Gärung fördern
Beispiel:
(Roh)tabak beizen
g)
Kochkunst Fisch, Fleisch sauer einlegen, marinieren
Beispiel:
Fischfilet, Geflügel, Wild beizen
h)
etw. desinfizieren
Synonym zu ätzen
Beispiel:
eine Wunde mit Höllenstein beizen
2.
scharf, stechend, ätzend auf etw. einwirken
Beispiele:
Schon gellte Schrei, schon beizte Rauch die Augen [St. GeorgeSiebenter Ring26]
Der Rauch eines niedrigen Kartoffelfeuers beizte die Luft [Weiskopf4,576]
die großen, von Luft und Arbeit gebeizten Hände liegen ... auf dem Sterz [Hofmannsth.ProsaI 326]
Grammatik: meist im Part. Präs.
Beispiel:
beizender Qualm, Rauch, Geruch
übertragen
Beispiel:
[er] munterte ihn von Zeit zu Zeit durch beizende Zwischenrufe auf [MusilMann1430]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beizen · Beize1
beizen Vb. ‘mit Beize behandeln, scharf, ätzend einwirken, mit abgerichteten Raubvögeln jagen’. Das germ. Verb ahd. beizen ‘mit Beize behandeln, mit Vögeln jagen, aufzäumen’ (10. Jh.), mhd. beiʒen ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen, mürbe machen, peinigen’ und ‘vom Pferd steigen’ (eigentlich ‘das Pferd beißen, fressen lassen’), asächs. undbētian ‘absitzen’, mnd. bēten ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen’, aengl. bǣtan ‘beizen, jagen, aufzäumen, zügeln’, engl. to bait ‘ködern, mit Hunden hetzen, reizen, quälen, peinigen’, anord. beita ‘beißen lassen, zäumen, weiden, jagen, segeln’ ist Kausativum zu dem unter ↗beißen (s. d.) behandelten Verb und bedeutet daher eigentlich ‘beißen machen, beißen lassen’. Das führt zu zwei verschiedenen Verwendungsweisen: ‘mit Raubvögeln’, früher auch ‘mit Hunden jagen’, eigentlich ‘Raubvögel, Hunde beißen lassen’, und ‘mit einem scharfen Mittel, mit Beize behandeln’. Im Part. Präs. werden beizend und beißend zuweilen ohne Unterschied gebraucht (beizender und beißender ‘stechender, ätzender’ Rauch, Qualm, Geruch). Hinsichtlich der inlautenden Konsonanz, und zwar Spirans beim starken (beißen) und Affrikata beim schwachen (beizen) Verb sowie den zugehörigen Bildungen (Biß, Beize), hat sich eine konsequente Scheidung erst in der nhd. Literatursprache durchgesetzt. Im Ahd. und Mhd. ist (besonders für die hier unter beizen genannten Wörter) mit Doppelformen zu rechnen, im Mhd. mit einem Überwiegen der Spirans (die sich noch heute in Mundarten findet). Die Affrikata entstammt den Flexionsformen, in denen (vor Eintritt der hd. Lautverschiebung) ein j der Folgesilbe Konsonantengemination bewirkte. Unterschiedliche Ausgleichsbewegungen haben zu Doppelformen (und ihrer Beseitigung) geführt. Beize1 f. ‘Mittel zur Oberflächenbehandlung von Holz, Metall, Mittel zum Gerben, Jagd mit abgerichteten Raubvögeln’, ahd. beiza ‘Beize, Lauge’ (zum Aufweichen von Schmutz), ‘Alaun’ als Beize in Färbereien (Hs. 12. Jh.), dafür auch beiz(i)stein (10. Jh.), mhd. beiʒe ‘Falkenjagd, scharfe, beißende Flüssigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
beizen · ↗einlegen · ↗marinieren

Typische Verbindungen zu ›beizen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beizen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beizen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So aber fiel bald darauf ein roter Streifen Licht über den lauernden Meister und beizte seine Augen.
Vossische Zeitung (Sonntags-Ausgabe), 02.03.1930
Oft werden die Hölzer zusätzlich gefärbt, gebeizt, geräuchert oder graviert.
o. A.: Lexikon der Kunst - I. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6603
Wenn man den Fisch in dünne Scheiben schneidet und darin eine halbe Stunde mariniert, ist der wie gebeizt.
Der Tagesspiegel, 22.05.2005
Übertragung des Pilzes durch den Samen ist möglich, daher ist das Saatgut zu beizen.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 451
Die bis zum letzten Biegen noch rohe Stange wird dann gebeizt, mit Ölfirnis imprägniert, mitunter lackiert oder poliert.
Senn, Walter: Streichinstrumentenbau. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 21262
Zitationshilfe
„beizen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beizen#1>, abgerufen am 29.03.2020.

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beizen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbei-zen
Wortbildung mit ›beizen‹ als Erstglied: ↗Beizhund · ↗Beizjagd · ↗Beizvogel
eWDG, 1967

Bedeutung

Jägersprache mit abgerichteten Raubvögeln auf Federwild, Niederwild jagen
Beispiele:
Kaninchen beizen
auf Wildenten beizen
man beizt mit Habichten, Falken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beizen · Beize1
beizen Vb. ‘mit Beize behandeln, scharf, ätzend einwirken, mit abgerichteten Raubvögeln jagen’. Das germ. Verb ahd. beizen ‘mit Beize behandeln, mit Vögeln jagen, aufzäumen’ (10. Jh.), mhd. beiʒen ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen, mürbe machen, peinigen’ und ‘vom Pferd steigen’ (eigentlich ‘das Pferd beißen, fressen lassen’), asächs. undbētian ‘absitzen’, mnd. bēten ‘mit Beize behandeln, mit Falken, Hunden jagen’, aengl. bǣtan ‘beizen, jagen, aufzäumen, zügeln’, engl. to bait ‘ködern, mit Hunden hetzen, reizen, quälen, peinigen’, anord. beita ‘beißen lassen, zäumen, weiden, jagen, segeln’ ist Kausativum zu dem unter ↗beißen (s. d.) behandelten Verb und bedeutet daher eigentlich ‘beißen machen, beißen lassen’. Das führt zu zwei verschiedenen Verwendungsweisen: ‘mit Raubvögeln’, früher auch ‘mit Hunden jagen’, eigentlich ‘Raubvögel, Hunde beißen lassen’, und ‘mit einem scharfen Mittel, mit Beize behandeln’. Im Part. Präs. werden beizend und beißend zuweilen ohne Unterschied gebraucht (beizender und beißender ‘stechender, ätzender’ Rauch, Qualm, Geruch). Hinsichtlich der inlautenden Konsonanz, und zwar Spirans beim starken (beißen) und Affrikata beim schwachen (beizen) Verb sowie den zugehörigen Bildungen (Biß, Beize), hat sich eine konsequente Scheidung erst in der nhd. Literatursprache durchgesetzt. Im Ahd. und Mhd. ist (besonders für die hier unter beizen genannten Wörter) mit Doppelformen zu rechnen, im Mhd. mit einem Überwiegen der Spirans (die sich noch heute in Mundarten findet). Die Affrikata entstammt den Flexionsformen, in denen (vor Eintritt der hd. Lautverschiebung) ein j der Folgesilbe Konsonantengemination bewirkte. Unterschiedliche Ausgleichsbewegungen haben zu Doppelformen (und ihrer Beseitigung) geführt. Beize1 f. ‘Mittel zur Oberflächenbehandlung von Holz, Metall, Mittel zum Gerben, Jagd mit abgerichteten Raubvögeln’, ahd. beiza ‘Beize, Lauge’ (zum Aufweichen von Schmutz), ‘Alaun’ als Beize in Färbereien (Hs. 12. Jh.), dafür auch beiz(i)stein (10. Jh.), mhd. beiʒe ‘Falkenjagd, scharfe, beißende Flüssigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
beizen · ↗einlegen · ↗marinieren

Typische Verbindungen zu ›beizen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beizen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beizen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So aber fiel bald darauf ein roter Streifen Licht über den lauernden Meister und beizte seine Augen.
Vossische Zeitung (Sonntags-Ausgabe), 02.03.1930
Oft werden die Hölzer zusätzlich gefärbt, gebeizt, geräuchert oder graviert.
o. A.: Lexikon der Kunst - I. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6603
Wenn man den Fisch in dünne Scheiben schneidet und darin eine halbe Stunde mariniert, ist der wie gebeizt.
Der Tagesspiegel, 22.05.2005
Übertragung des Pilzes durch den Samen ist möglich, daher ist das Saatgut zu beizen.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 451
Die bis zum letzten Biegen noch rohe Stange wird dann gebeizt, mit Ölfirnis imprägniert, mitunter lackiert oder poliert.
Senn, Walter: Streichinstrumentenbau. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 21262
Zitationshilfe
„beizen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beizen#2>, abgerufen am 29.03.2020.

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