bekümmern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-küm-mern (computergeneriert)
Grundformkümmern1
Wortbildung mit ›bekümmern‹ als Erstglied: ↗bekümmerlich  ·  mit ›bekümmern‹ als Grundform: ↗bekümmert  ·  formal verwandt mit: ↗unbekümmert
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. bekümmert jmdn.etw. macht jmdm. Kummer, Sorge
Beispiele:
all dies, ihr Zustand, die Sorge um ihre Existenz bekümmerte uns
sie hatte nichts mehr von sich hören lassen, das bekümmerte die Eltern
es war da noch ein besonderer Umstand, der uns sämtlich bekümmerte [Bergengr.Pelageja50]
sich bekümmernsich betrüben
Beispiele:
er bekümmerte sich nicht groß
wir haben viel geseufzt und uns bekümmert
Jahraus, jahrein stak er bis über seinen weißblonden Scheitel in Schulden ... ohne sich eine Sekunde darüber zu bekümmern [Kellerm.Tunnel17]
oft im Part. Prät.
bekümmerttraurig
Beispiele:
jmd. ist tief, aufs Äußerste bekümmert
bekümmert hatte sie geschwiegen
sie sah bekümmert aus, hatte eine bekümmerte Miene
mit bekümmerten Blicken sah die Mutter auf ihr Kind
2.
sich um jmdn., etw. bekümmernsich um jmdn., etw. kümmern, bemühen
Beispiele:
sie bekümmerte sich um jedes ihr anvertraute Kind
um den verwundeten Kameraden konnte er sich leider nicht bekümmern
sich um jmds. Gepäck, Sachen bekümmern
sich um nichts bekümmern
Seit ihm die Schwester den Haushalt geführt, hatte sich nie ein Frauenzimmer um ihn bekümmert [Wasserm.Gänsemännchen268]
Sie können sich um solche Lappalien natürlich nicht bekümmern [Suderm.Frau Sorge1,92]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kummer · Kümmernis · kümmerlich · kümmern · bekümmern · bekümmert · unbekümmert · verkümmern
Kummer m. ‘Trübsal, Leid, Seelenschmerz’, mhd. kumber, kummer ‘Schutt, Müll, Unrat’, doch auch ‘Belastung, Mühsal, Not, innere Ungelegenheit, Drangsal’, in spätmhd. und frühnhd. Rechtssprache ‘Beschlagnahme, Arrest, Verhaftung’; vgl. mnd. kummer, kumber, mnl. commer, comber ‘Belastung, Behinderung, Verhaftung, Beschlagnahme, Nachteil, Sorge, Mangel’, nl. kommer ‘Gram, Sorge, Mangel, Not’. Als Ausgangsform gilt (mit lat. cōnferre ‘zusammentragen’ verwandtes) gall. *combero-, *comboro- ‘Zusammengetragenes’ (wovon mir. commar ‘Zusammentreffen von Tälern, Strömen, Wegen’), an das sich die Wortgruppe um afrz. *combre (belegt ist erst mfrz. combres Plur. ‘Sperre, Wehr, Hindernis’, 15. Jh., sowie mlat. combrus, cumbrus ‘Verhau, Wehr’ seit dem 7. Jh.) anschließt, vgl. afrz. descombrer ‘räumen, frei machen, befreien, trennen’, encombrer ‘versperren, erschweren, behindern, belasten, bedrängen’, encombre ‘Belästigung, Bedrängnis, Not’. Auf Entlehnung aus dem Galloroman. beruhen die Formen im Nl. und Dt.; hier breitet sich der im Frz. neben der bis heute geltenden konkreten Bedeutung (frz. décombres Plur. ‘Trümmer, Schutt, Abraum’, encombrer ‘versperren’, encombre ‘Hindernis, Schutt’) in älterer Zeit schon auftretende metaphorische Gebrauch aus und setzt sich in der Literatursprache durch; vgl. jedoch noch landschaftlich (westmd. nordd.) Kummer ‘Schutt, Abraum’. Kümmernis f. ‘Ungemach, Gram’, mhd. kumbernisse. kümmerlich Adj. ‘bedrückt, unterentwickelt, armselig’, mhd. kumberlich ‘belästigend, kummervoll’, auch ‘verhaftet’. kümmern Vb. ‘dahinvegetieren’, meist sich kümmern um ‘einer Sache, jmdm. Aufmerksamkeit, Fürsorge widmen, sich befassen mit’, mhd. kumbern, kummern ‘belästigen, bedrängen, quälen, mit Arrest belegen’. bekümmern Vb. ‘traurig machen, kränken’, reflexiv ‘Sorge tragen für’, mhd. bekumbern, bekümbern ‘in Not bringen, belästigen, mit Arrest belegen, (sich) beschäftigen mit, pflegen’; dazu bekümmert Part.adj. ‘niedergeschlagen, deprimiert’ (16. Jh.); unbekümmert Part.adj. ‘unbeschwert, sorglos’, mhd. unbekumbert ‘unbeeinträchtigt’. verkümmern Vb. ‘sich unvollkommen, dürftig entwickeln, in der Entwicklung zurückbleiben, langsam eingehen’, mhd. verkumbern, -kümbern, verkummern, -kümmern ‘arrestieren, auf-, vorenthalten, verpfänden’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angelegenheit Herz Schicksal besonders darum ihr kaum mehr natürlich nicht offenbar sehr sonderlich tief viel weiter wenig weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bekümmern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du hast dich ja um ihn bekümmern wollen, hier ist er.
Die Welt, 04.11.2000
Es bekümmert mich nicht weniger als dich, es ist schmählich.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 56
Die Post bestreitet dies nicht, doch es bekümmert sie auch nicht.
Die Zeit, 18.05.1984, Nr. 21
Diese Worte waren nicht nur ein Protest, sie klangen ehrlich bekümmert.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 701
Die »Führer« der Arbeiterschaft bekümmerten sich zunächst gar nicht um die Schule.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 268
Zitationshilfe
„bekümmern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bekümmern>, abgerufen am 17.02.2019.

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