beklagen

Grammatik Verb
Worttrennung be-kla-gen
Wortzerlegung be-klagen
Wortbildung  mit ›beklagen‹ als Erstglied: ↗Beklagung  ·  mit ›beklagen‹ als Grundform: ↗Beklagen · ↗beklagt

Bedeutungsübersicht+

  1. siehe auch Beklagte
    1. 1. [gehoben] um jmdn. klagen, jmdn. betrauern
    2. 2. ⟨sich beklagen⟩ sich über jmdn., etw. beschweren
    3. 3. [Jura] verklagen
eWDG

Bedeutung

siehe auch Beklagte
1.
gehoben um jmdn. klagen, jmdn. betrauern
Beispiele:
einen Toten, den Verlust eines Freundes beklagen
Menschenleben waren nicht zu beklagen
bei dem Autounfall waren mehrere Verletzte zu beklagen
über etw. klagen, etw. schmerzlich bedauern
Beispiele:
sein Schicksal, ein Unglück beklagen
Herr von Bühl zu Bühl beklagte bitter diese Überstürzung [ Th. MannKönigl. Hoheit7,335]
2.
sich beklagensich über jmdn., etw. beschweren
Beispiele:
sich über den andern, über den Mitschüler, die Störung beklagen
sich über sein Schicksal beklagen
er hat keine Veranlassung sich zu beklagen
3.
Jura verklagen
Grammatik: meist im Partizip II
Beispiele:
die beklagte Person, Partei
es ist anzunehmen, dass die beklagte Firma gegen das Urteil Einspruch erhebt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klage · klagen · Kläger · anklagen · Anklage · anklägerisch · Angeklagter · beklagen · Beklagter · verklagen · kläglich
Klage f. ‘Äußerung von Schmerz oder Trauer, Jammer, vor Gericht erhobener Anspruch’. Das im Germ. nur durch ahd. klaga (9. Jh.), mhd. klage ‘Wehgeschrei, Totenklage, Not, Leid, Gerichtsklage’, asächs. klaga, mnd. klāge, mnl. clāghe vertretene Substantiv läßt sich mit aind. gárhati ‘schmäht, beschuldigt, tadelt’, garhā ‘Tadel, Vorwurf’, pers. gila ‘Klage’ und mir. glām ‘Geschrei, Fluch’ vergleichen und auf ie. *galgh-, *glagh- ‘klagen, schelten’ zurückführen, wohl eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’. Die Rechtsbedeutung von Klage geht auf den Brauch zurück, beim Bemerken eines Verbrechers lautes Hilfegeschrei zu erheben und ihn mit Schreien vor Gericht zu ziehen. Vom Substantiv abgeleitet klagen Vb. ‘Schmerz oder Trauer ausdrücken, jammern, vor Gericht einen Anspruch erheben, tadeln’, ahd. klagōn (9. Jh.), mhd. klagen ‘Schmerz, Leid oder Weh ausdrücken, betrauern, sich beklagen, gerichtliche Klage erheben’, asächs. klagon, mnd. klāgen, mnl. clāghen, nl. klagen. Kläger m. ‘wer vor Gericht Klage erhebt’, ahd. klagāri (Hs. 12. Jh., doch klagāra f. bereits 9. Jh.), mhd. klager, kleger ‘Klagender, Trauernder, Ankläger bei Gericht’. anklagen Vb. ‘für etw. verantwortlich machen, jmdn. beschuldigen (besonders vor Gericht)’, mhd. aneklagen; Anklage f. ‘Beschuldigung (besonders vor Gericht)’, mhd. aneklage; anklägerisch Adj. ‘beschuldigend (vor Gericht)’ (18. Jh.); Angeklagter m. ‘vor Gericht eines Verbrechens oder Vergehens Beschuldigter’ (15. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu anklagen. beklagen Vb. ‘bedauern, betrauern’, ahd. biklagōn (9. Jh.), mhd. beklagen ‘über oder gegen etw., jmdn. klagen’; Beklagter m. ‘wer gerichtlich verklagt wird’ (15. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu beklagen. verklagen Vb. ‘gegen jmdn. gerichtlich Klage erheben’, ahd. firklagōn ‘beweinen, beklagen’ (11. Jh.), mhd. verklagen ‘mit Klagen hinbringen, aufhören zu beklagen, verschmerzen, sich durch Klagen abhärmen, anschuldigen’. kläglich Adj. ‘erbärmlich, bedauernswert’, ahd. klagalīh (10. Jh.), mhd. klage-, klegelich ‘klagend, beklagenswert’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(seinem) Ärger Luft machen · (sich) beklagen · ↗(sich) beschweren · (sich) unzufrieden äußern · ↗beckmessern · ↗bekritteln · ↗bemäkeln · ↗herumkritisieren (an) · immer (et)was auszusetzen haben · immer (et)was zu meckern haben · ↗murren · ↗mäkeln · ↗räsonieren  ●  ↗reklamieren  schweiz. · (seinen) Frust loswerden (wollen)  ugs. · (seinen) Frust rauslassen  ugs. · ↗(sich) auskotzen  derb · Frust ablassen  ugs. · ↗abkotzen  derb, fig. · ↗granteln  ugs., österr., bayr. · ↗maulen  ugs. · ↗meckern  ugs. · ↗mosern  ugs. · ↗motzen  ugs. · ↗nölen  ugs. · ↗nörgeln  ugs., Hauptform · ↗pöbeln  ugs. · ↗quengeln  ugs. · ↗raunzen  ugs., österr.
Unterbegriffe
  • (he)rumjammern (über)  ugs. · (he)rumjanken  ugs., regional · (he)rumjaulen  ugs., fig., salopp · (he)rummaulen  ugs. · (he)rummeckern (an)  ugs. · (he)rummosern  ugs. · (he)rummotzen  ugs. · (he)rummäkeln (an)  ugs. · (he)rumnölen  ugs. · (he)rumnörgeln (an)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(den Verlust einer Person) beklagen · ↗(jemanden) beweinen · ↗bejammern · ↗betrauern · klagen (um) · klagen (über) · ↗trauern (um) · ↗trauern (über) · ↗weinen (um)
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
erleiden (Missstand, Verlust) · zu beklagen haben  ●  (etwas) beklagen  fig.

Typische Verbindungen zu ›beklagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beklagen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beklagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über Mangel an Bewegung konnten die sich noch nie beklagen.
Die Zeit, 01.03.2007, Nr. 10
Denn Kunden hätten sich oft beklagt, dass sie zu lange warten müssten.
Der Tagesspiegel, 03.04.2005
Wir haben noch keine demokratischen Rechte, beklagten sie sich, wir haben kein Wahlrecht.
Der Spiegel, 12.01.1987
Er hat sich beklagt, daß ich so lange geschossen hätte, bis zuletzt.
Plauth, Karl: Als Jagdflieger bei Kriegsende. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 275
Es fiel ihm dabei gar nicht etwa ein, diese streitigen Dinge zu beklagen.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 299
Zitationshilfe
„beklagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beklagen>, abgerufen am 25.02.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
bekiffen
bekieken
Bekenntniszwang
bekenntnistreu
Bekenntnissynode
beklagenswert
beklagenswürdig
beklagt
Beklagte
Beklagung