beklommen

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-klom-men
Grundformbeklemmen
Wortbildung mit ›beklommen‹ als Letztglied: ↗angstbeklommen  ·  mit ›beklommen‹ als Grundform: ↗Beklommenheit
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben angsterfüllt, bedrückt
Beispiele:
er war beklommen und bewegt
ich fühlte mich beklommen
mir war beklommen zumute, ums Herz
beklommen holte sie Atem
das Kind erwiderte beklommen
beklommen aussehen
er machte seinem beklommenen Herzen Luft
sie erwiderte mit beklommener Stimme
ein Seufzer entrang sich der beklommenen Brust
als der Vater geendet hatte, herrschte beklommen Schweigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beklommen · Beklemmung · Beklommenheit
beklommen Part.adj. ‘bedrückt, ängstlich’. Das seit Mitte des 18. Jhs. gebräuchliche Adjektiv folgt entsprechenden Verwendungen von mhd. frühnhd. (bis 16. Jh.) beklummen, Part. Prät. eines im Nhd. untergegangenen starken Verbs spätmhd. beklimmen ‘umklammern’, das sich als Präfixbildung zu dem unter ↗klimmen (s. d.) behandelten Verb stellt. Dazu gehört als Kausativum das schwache Verb mhd. klemmen ‘mit den Klauen packen, einzwängen, kneipen’ (s. ↗klemmen) und präfigiertes ahd. biklemmen ‘versperren, verstopfen’ (10./11. Jh.), mhd. nhd. beklemmen ‘zusammenpressen, beengen’ (vgl. asächs. biklemmian ‘einschließen’, aengl. beclemman ‘fesseln, binden’), das heute vor allem im Part. Präs. beklemmend ‘beängstigend, bedrückend’ vorkommt, dessen Part. Prät. beklemmt im älteren Nhd. aber anstelle von mhd. frühnhd. beklummen und später (18. bis 20. Jh.) neben beklommen auch adjektivisch verwendet wird. Zum schwachen Verb beklemmen ist Beklemmung f. ‘beengendes Gefühl’ (Mitte 17. Jh.) gebildet. Beklommenheit f. ‘Angst, seelische Bedrücktheit’ (Mitte 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brust Gefühl Herz Schweigen Stille Stimmung atmen eher entgegensehen fragen fühlen nicken schweigen teils zuschauen zusehen ängstlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beklommen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch die anderen Mädchen schielen beklommen auf das Meer hinaus.
Der Tagesspiegel, 29.08.2004
Und zuweilen fragte man sich beklommen, ob es denn auf immer so weitergehen müsse.
Die Welt, 14.04.1999
Sie war selbst beklommen von dieser abseitigen vornehmen Straße, von dieser alten Villa, von diesen schweren dunklen Zimmern.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 26
Wie mochte es verlaufen, mir war doch etwas beklommen zu Mute.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8185
Wenn er kam, schien er beklommen und unfrei zu sein.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9395
Zitationshilfe
„beklommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beklommen>, abgerufen am 16.07.2019.

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