bekräftigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-kräf-ti-gen
Wortbildung mit ›bekräftigen‹ als Erstglied: ↗Bekräftigung
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. mit, durch etw. bekräftigeneiner Sache durch etw. mehr Nachdruck verleihen, etw. bestätigen
Beispiele:
eine Aussage mit seinem Eid, durch ein feierliches Gelöbnis bekräftigen
etw. durch eine Geste bekräftigen
er bekräftigte die Abmachung mit seiner Unterschrift, die Urkunde mit einem Siegel
ein Urteil, Versprechen bekräftigen
eine Meinung, These, Erklärung bekräftigen
etw., jmdn. in etw. stärken, bestärken
Beispiele:
die alte Freundschaft, unseren Bund wollen wir bekräftigen
jmdn. in seinem Entschluss, Vorsatz bekräftigen
Die Ereignisse ... haben mich nur in der Überzeugung bekräftigt, daß unsere Handlungsweise richtig war [WerfelBernadette368]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kraft · kraft · entkräften · verkraften · kräftig · kräftigen · bekräftigen · Kraftausdruck · Kraftbrühe
Kraft f. ‘Stärke, Fähigkeit, Wirksamkeit’, ahd. kraft ‘Stärke, Vermögen, Fähigkeit, Macht, Tugend’ (8. Jh.), mhd. kraft ‘Stärke, Gewalt, Heeresmacht, Menge, Fülle’, asächs. kraft und (mit Wandel von ft zu cht) kraht, mnd. kraft, kracht, mnl. craft, cracht, nl. kracht, aengl. cræft, engl. craft, anord. (aus dem Aengl.?) kraptr, krǫptr, schwed. kraft lassen sich auf eine Labialerweiterung ie. *grep- der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. auch ↗Krampf) zurückführen. Mit Kraft würde sich dann ursprünglich die Vorstellung der Muskelanspannung verbinden. Rechtssprachlich bedeutet bereits ahd. kraft ‘Gültigkeit, Wirksamkeit’; daran anknüpfend vgl. rechtskräftig sowie in Kraft treten, sein, bleiben, außer Kraft setzen, treten, bleiben. In neuerer Zeit (seit Ende 18. Jh.) vielfach bezogen auf den Menschen als ‘Träger der Kraft’, vgl. Streitkräfte (Ende 18. Jh.), frische Kräfte, Lehrkräfte, Arbeitskraft (19. Jh.), eine qualifizierte, bewährte Kraft (20. Jh.). kraft Präp. (mit Genitiv) ‘vermöge, auf Grund, infolge’ (16. Jh.), aus präpositionalen Fügungen wie aus, durch, in Kraft (vgl. in kraft diß abschids, um 1500) entstanden. entkräften Vb. ‘die Kraft entziehen, schwächen, etw. gegenstandslos machen, widerlegen’ (16. Jh.). verkraften Vb. ‘etw. bewältigen, damit fertig werden’ (20. Jh.). kräftig Adj. ‘stark, kraftvoll, derb’, ahd. kreftīg ‘stark, mächtig, gewaltig, groß, wichtig, schwer, wirksam’ (8. Jh.), mhd. kreftic, kreftec ‘Kraft habend, von rechtlicher Geltung und Wirksamkeit, zahlreich, kräftigend’. kräftigen Vb. ‘jmdn. stärken’, ahd. kreftīgen (9. Jh.), gikreftīgōn ‘groß machen’ (um 1000), mhd. kreftigen ‘stärken, mehren’; bekräftigen Vb. ‘einer Angelegenheit Nachdruck verleihen, etw. bestätigen’, mhd. bekreftigen. Kraftausdruck m. ‘derber Ausdruck’ (18. Jh.). Kraftbrühe f. ‘Fleischbrühe’ (18. Jh.). In Zusammensetzungen des 20. Jhs. besonders für maschinell erzeugte Energie, z. B. Kraftfahrzeug, Kraftfahrer, Kraftrad, Kraftwagen, Kraftwerk.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sein) Okay geben · (sich) einverstanden erklären · Ja sagen zu · ↗bejahen · bekräftigen · ↗bestärken · ↗bestätigen · ↗mitmachen · ↗mitziehen · ↗unterschreiben · ↗zustimmen  ●  ↗affirmieren  fachspr. · grünes Licht geben  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bekräftigen · ↗beleben · ↗bestärken

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablehnung Absicht Anspruch Auffassung Außenminister Bereitschaft Bundeskanzler Entschlossenheit Forderung Gesamtjahr Haltung Kaufempfehlung Kritik Ministerpräsident Montag Nein Notwendigkeit Position Prognose Standpunkt Unterstützung Wille Wunsch Ziel dagegen erneut gleichzeitig unterdessen zugleich Überzeugung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bekräftigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf einem Fax bekräftigt er, nur dieser sei archiviert worden.
Die Zeit, 08.09.2004, Nr. 37
Sie bekräftigen, den Steg für die Öffentlichkeit erhalten zu wollen.
Der Tagesspiegel, 16.01.2004
Von Zeit zu Zeit bekräftigen neue Reize die anfänglich unbedeutende Einstellung.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 109
Beim F. wird geschworen, beim F. wird die Ehe bekräftigt.
Edsman, C.-M.: Feuer. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 4911
Till wollte diese Wahrheit durch ein Nicken bekräftigen, verkniff es sich aber.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 196
Zitationshilfe
„bekräftigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bekräftigen>, abgerufen am 10.12.2019.

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