bekunden

GrammatikVerb · bekundete, hat bekundet
Aussprache
Worttrennungbe-kun-den
Wortbildung mit ›bekunden‹ als Erstglied: ↗Bekundung
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
a)
gehoben jmd. bekundet etw.zum Ausdruck bringen; deutlich (durch Worte, Gesten oder Mienen) zeigen
Beispiele:
Sie [Angela Merkel] bekundete den Opfern [der Anschläge] und ihren Angehörigen ihre Anteilnahme. [Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2017]
Facebook hatte wiederholt großes Interesse an China bekundet: Mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern ist das Land der größte Internetmarkt der Welt. [Die Zeit, 23.11.2016 (online)]
Die Ministerin bekundete erneut ihre Skepsis gegenüber dem von der CSU gewünschten Betreuungsgeld für diejenigen Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Krippe geben. [Die Welt, 05.06.2007]
Sikirica hatte im Lauf des Prozesses die verbleibenden Anklagepunkte zugegeben und Reue bekundet, was ihm das Gericht zugute hielt. [Der Tagesspiegel, 13.11.2001]
Mehr als 20 Länder haben ihre Bereitschaft bekundet, sich an der [internationalen] Truppe zu beteiligen. [o. A. [mb.]: Interfet. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1999]]
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: etw. übereinstimmend, öffentlich bekunden
mit Akkusativobjekt: seine Solidarität, sein Interesse, seine Bereitschaft, seinen Willen, seine Sympathie, Entschlossenheit, sein Beileid bekunden
b)
Rechtssprache jmd. bekundet etw.vor Gericht aussagen, bezeugen
Beispiele:
Aussagen von Zeugen, die bekundeten, sie hätten Peggy nach dem angeblichen Mord noch in Lichtenberg gesehen, glaubte das Gericht nicht. [Süddeutsche Zeitung, 05.04.2013]
Schneiders, einst in der NPD aktiv, hatte beantragt, Heßʼ letzten Krankenpfleger als Zeugen zu laden. Dieser würde vor Gericht bekunden, dass Heß sich nicht selbst das Leben nahm, sondern ermordet wurde. [Süddeutsche Zeitung, 24.11.2016]
Die Verteidigung versuchte, Zweifel an den medizinischen Befunden und der von vielen Zeugen bekundeten Gewaltbereitschaft des Angeklagten zu wecken. [Der Spiegel, 09.06.2008, Nr. 24]
Der Zeuge S. hat mit aller Bestimmtheit bekundet, Rühmann und D. hätten […] versucht, Becker zu befreien. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 – 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 46]
In dem gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren bekundeten die als Sachverständige geladenen argentinischen Ärzte, daß der Angeklagte an einem vorgerückten Grade von Fetischismus leide. [Friedländer, Hugo: Der Zopfabschneider vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3596]
Kollokation:
mit Aktivsubjekt: Zeugen bekunden etw.
2.
gehoben etw. bekundet sichzum Ausdruck kommen; deutlich werden, sich zeigen
Beispiele:
Ausdrücklich sind laut Augustinus jene Kriege gerechtfertigt, die auf Gottes ausdrückliche Weisung stattfinden. Da Gott sich allerdings selten deutlich genug bekundet, schlägt er eine ergänzende moralische Definition des "gerechten Krieges" vor: Ein Krieg ist gerechtfertigt, wenn er zur Wiedergutmachung oder Verhinderung von Unrecht geführt wird. [HISTOREO, 11.09.2016, aufgerufen am 15.02.2017]
Wirkliche Persönlichkeit […] bekundet sich nicht dekorativ, sondern kombinatorisch; als das Vermögen, allen verfügbare, identische Bausteine stimmig zusammenzufügen. [Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 59]
Rossinis verschwenderische Erfindungskraft bekundet sich besonders in Arsaces Auftrittsszene im 1. Akt […]. [Fath, Rolf: Werke – S. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 2365]
Sein [Gerhart Wiesenhütters] Musikertum bekundete sich in der g-moll-Symphonie von Mozart eindeutig, der er eine besinnliche Nachdenklichkeit gab. [Berliner Zeitung, 13.05.1947]
[…] die sichere Probe ist das Werk, das man als Leistung seiner Kunst aufweisen kann, oder der Lehrerfolg, der wiederum in den Leistungen der Schüler sich zweifellos bekundet. [Natorp, Paul: Platons Ideenlehre. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1903], S. 60650]

Thesaurus

Synonymgruppe
bekunden · ↗kundtun · ↗offenbaren · ↗zeigen
Assoziationen
  • (eine) beredte Sprache sprechen · aufschlussreich sein · deutlich werden (lassen)  ●  tief blicken lassen  fig. · (ein) beredtes Zeugnis ablegen (über)  geh. · alles sagen  ugs. · einiges verraten  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abscheu Absicht Anteilnahme Bedauern Befragen Beileid Bereitschaft Desinteresse Einverständnis Entschlossenheit Gesprächsbereitschaft Interesse Kaufinteresse Loyalität Mitgefühl Mißfallen Respekt Reue Solidarität Sympathie Trauer Unmut Unterstützung Verbundenheit Verständnis Wille Willen Zeug Zeuge Zeugin

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bekunden‹.

Zitationshilfe
„bekunden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bekunden>, abgerufen am 23.02.2019.

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