belecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-le-cken
Wortzerlegungbe-lecken1
Wortbildung formal verwandt mit: ↗unbeleckt

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. durch Lecken
    1. a) befeuchten
    2. b) säubern
    3. c) ...
  2. 2. [umgangssprachlich] ⟨von der Kultur beleckt sein⟩ verfeinert, zivilisiert sein
    1. [salopp] ⟨von etw. nicht, wenig beleckt sein⟩ etw. nicht, wenig kennen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. durch Lecken
a)
befeuchten
Beispiele:
eine Briefmarke, einen Finger belecken
die Lippen belecken
das Baby beleckt das Spielzeug
b)
säubern
Beispiele:
der Hund, die Katze beleckt die Wunde, Pfote, das Fell
die Stute beleckt ihr neugeborenes Fohlen
die Jungen werden von dem Muttertier beleckt
c)
Beispiel:
der Hund beleckt seinen Herrn (= zeigt ihm seine Zuneigung)
2.
umgangssprachlich von der Kultur beleckt seinverfeinert, zivilisiert sein
Beispiele:
dieses Volk, Dorf, ein grobschlächtiger Mensch ist von keinerlei Kultur beleckt
Wir sind von der Kultur so beleckt ... aber ich hab noch Freude an der Urwüchsigkeit [G. Hauptm.WeberIII]
salopp von etw. nicht, wenig beleckt seinetw. nicht, wenig kennen
Beispiel:
er ist von Höflichkeit, guten Umgangsformen, der Literatur, Geschichte nicht, wenig beleckt

Typische Verbindungen zu ›belecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›belecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›belecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kinder sollen Tiere nicht küssen, sich von zärtlichen Hunden auch nicht belecken lassen.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 277
Mit dem englischen Sport, der alle Welt beleckt, ist es wieder zu uns gekommen.
Süddeutsche Zeitung, 11.07.1998
Der kleine Junge lachte sie an und beleckte einen großen Löffel.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 2
Wer freilich nur ein altmeisterliches Bild mit dieser Idylle im Museum antrifft und von keinerlei Bibelkenntnis beleckt ist, wird die Vision für eine Idylle halten.
Die Zeit, 03.09.2012, Nr. 35
Ohne Zweifel war Chantal völlig verwildert aufgewachsen, unverbildet und von keiner Kultur beleckt.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 196
Zitationshilfe
„belecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/belecken>, abgerufen am 02.04.2020.

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