belehnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-leh-nen (computergeneriert)
Wortzerlegungbe-lehnen2
Wortbildung mit ›belehnen‹ als Erstglied: ↗Belehnung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
historisch jmdn. belehnenjmdm. ein Lehen geben
Beispiel:
der König belehnte die Fürsten
jmdn. mit etw. belehnenjmdm. etw. zum Lehen geben
Beispiel:
jmdn. mit einem Gut, mit Besitzungen, Land belehnen
übertragen
Beispiel:
jmdn. mit einer Würde, einem Titel belehnen
2.
schweizerisch etw. beleihen
Beispiel:
ein Grundstück belehnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lehnen2 · belehnen · entlehnen · Lehnwort
lehnen2 Vb. ‘zu Lehen geben’, landschaftlich ‘leihen, verleihen’, ahd. lēhanōn ‘borgen, leihen’ (9. Jh.; vgl. analēhanōn, um 800), mhd. mnd. lēhenen, lēnen ‘als Lehen geben, belehnen, leihen, entleihen’, asächs. lēhnon ‘leihen’, mnl. lēnen, nl. lenen, aengl. lǣnan ‘leihen, gewähren, geben’, engl. (mit d aus den Präteritalformen) to lend ‘(ver)leihen’, anord. lāna ‘leihen’ sind Ableitungen von dem unter ↗Lehen (s. d.) behandelten Substantiv. Dazu die Präfixbildungen belehnen Vb. ‘als Lehen geben, in ein Lehen einsetzen’, mhd. belēhenen; entlehnen Vb. ‘fremdes Geistesgut übernehmen und verwerten, entleihen’, ahd. intlēhanōn (9. Jh.), mhd. entlēh(en)en ‘entleihen, entlehnen’. Lehnwort n. ‘aus einer fremden Sprache entlehntes, der heimischen Lautung, Betonung und Flexion angeglichenes Wort’ (Mitte 19. Jh.); zuvor entlehntes Wort (Mitte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
als Pfand geben · in Pfand geben · ↗verpfänden · ↗versetzen  ●  belehnen  schweiz.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Herzogtum Kaiser König Papst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›belehnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie beruht auf der menschlichen Fähigkeit, gegebene Formen mit Bedeutung zu belehnen.
Die Zeit, 06.05.2004, Nr. 20
Ein Bild belehnt den Betrachter mit der Fähigkeit, die Augen aufzuschlagen.
Süddeutsche Zeitung, 28.03.1998
Nicht wie Frauen üblicherweise, die mit beiden Händen die Lenkstange führten, sie bisweilen auch vorgebeugt belehnten, belasteten, als wollten sie ihr Besitzrecht körperlich zeigen.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 603
Die Römische Kirche konnte das Regnum in eigene Verwaltung nehmen oder eine neue Dynastie mit ihm belehnen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 20491
Nur ein Mann aus einer Samurai-Familie konnte ferner mit dem Blutbann belehnt werden.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. II, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 289
Zitationshilfe
„belehnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/belehnen>, abgerufen am 16.06.2019.

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