Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

belehnen

Grammatik Verb
Aussprache  [bəˈleːnən]
Worttrennung be-leh-nen
Wortzerlegung be- lehnen2
Wortbildung  mit ›belehnen‹ als Erstglied: Belehnung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [historisch] ⟨jmdn. belehnen⟩ jmdm. ein Lehen geben
    1. ⟨jmdn. mit etw. belehnen⟩ jmdm. etw. zum Lehen geben
  2. 2. [schweizerisch] etw. beleihen
eWDG

Bedeutungen

1.
historisch jmdn. belehnenjmdm. ein Lehen geben
Beispiel:
der König belehnte die Fürsten
jmdn. mit etw. belehnenjmdm. etw. zum Lehen geben
Beispiel:
jmdn. mit einem Gut, mit Besitzungen, Land belehnen
übertragen
Beispiel:
jmdn. mit einer Würde, einem Titel belehnen
2.
schweizerisch etw. beleihen
Beispiel:
ein Grundstück belehnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lehnen2 · belehnen · entlehnen · Lehnwort
lehnen2 Vb. ‘zu Lehen geben’, landschaftlich ‘leihen, verleihen’, ahd. lēhanōn ‘borgen, leihen’ (9. Jh.; vgl. analēhanōn, um 800), mhd. mnd. lēhenen, lēnen ‘als Lehen geben, belehnen, leihen, entleihen’, asächs. lēhnon ‘leihen’, mnl. lēnen, nl. lenen, aengl. lǣnan ‘leihen, gewähren, geben’, engl. (mit d aus den Präteritalformen) to lend ‘(ver)leihen’, anord. lāna ‘leihen’ sind Ableitungen von dem unter Lehen (s. d.) behandelten Substantiv. Dazu die Präfixbildungen belehnen Vb. ‘als Lehen geben, in ein Lehen einsetzen’, mhd. belēhenen; entlehnen Vb. ‘fremdes Geistesgut übernehmen und verwerten, entleihen’, ahd. intlēhanōn (9. Jh.), mhd. entlēh(en)en ‘entleihen, entlehnen’. Lehnwort n. ‘aus einer fremden Sprache entlehntes, der heimischen Lautung, Betonung und Flexion angeglichenes Wort’ (Mitte 19. Jh.); zuvor entlehntes Wort (Mitte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
als Pfand geben · in Pfand geben · verpfänden · versetzen  ●  belehnen  schweiz.

Typische Verbindungen zu ›belehnen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›belehnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›belehnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie beruht auf der menschlichen Fähigkeit, gegebene Formen mit Bedeutung zu belehnen. [Die Zeit, 06.05.2004, Nr. 20]
Ein Bild belehnt den Betrachter mit der Fähigkeit, die Augen aufzuschlagen. [Süddeutsche Zeitung, 28.03.1998]
Nicht wie Frauen üblicherweise, die mit beiden Händen die Lenkstange führten, sie bisweilen auch vorgebeugt belehnten, belasteten, als wollten sie ihr Besitzrecht körperlich zeigen. [Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 603]
Teile ihrer Ländereien zieht er ein und belehnt damit seinen Schwertadel. [Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14]
Die Aura einer Erscheinung erfahren, heißt, sie mit dem Vermögen belehnen, den Blick aufzuschlagen. [Süddeutsche Zeitung, 13.01.2001]
Zitationshilfe
„belehnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/belehnen>.

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