beleuchten

GrammatikVerb · beleuchtet, beleuchtete, hat beleuchtet
Aussprache
Worttrennungbe-leuch-ten
Wortzerlegungbe-leuchten
Wortbildung mit ›beleuchten‹ als Erstglied: ↗Beleuchter  ·  formal verwandt mit: ↗kerzenbeleuchtet · ↗schlechtbeleuchtet
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
auf etw., jmdn. Licht werfen
Beispiele:
mit Scheinwerfern die Bühne, einen Schauspieler beleuchten
die Fassade eines Gebäudes, ein Bild in der Gemäldegalerie beleuchten
die von der Sonne beleuchteten Wolken
jmds. Gesicht, jmd. ist vom Schein der Lampe, Kerze beleuchtet
Der Mond kam herauf und beleuchtete seinen Pfad [HauffLichtenstein3,151]
2.
etw. erleuchten, hell machen
Beispiele:
einen Raum beleuchten
eine Stadt mit elektrischem Licht, Straßen mit (Gas)lampen beleuchten
ein Fahrzeug vorschriftsmäßig beleuchten
Der Walzer kam durch die geblümten Vorhänge in das schwach beleuchtete Wohnzimmer [SeghersDie Toten6,119]
3.
übertragen etw. ins Blickfeld rücken, behandeln
Beispiele:
ein Thema, Problem, eine geschichtliche Epoche, besondere Situation, einen Rechtsfall (näher, wissenschaftlich, vielseitig, von allen Seiten, von den verschiedensten Gesichtspunkten) beleuchten
etw. wird von der Kritik (scharf) beleuchtet
die Wahrheit der Aussage (kritisch) beleuchten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leuchten · beleuchten · Beleuchter · Beleuchtung · durchleuchten · einleuchten · einleuchtend · erleuchten · Erleuchtung · Leuchter · Leuchtgas · Leuchtturm
leuchten Vb. ‘Licht ausstrahlen, glänzen, schimmern, auf jmdn., etw. Licht fallen lassen, jmdm. den Weg erhellen’. Das germ. Verb ahd. (8. Jh.), mhd. liuhten (md. lūchten), asächs. liohtian, liuhtian, mnd. lüchten, lochten, aengl. līhtan, engl. to light, got. liuhtjan ‘leuchten’ ist eine Denominativbildung zu dem unter ↗licht (s. d.) behandelten Adjektiv und bedeutet ursprünglich ‘hell sein’. beleuchten Vb. ‘in helles Licht setzen, erhellen, anstrahlen’, übertragen ‘ins Blickfeld rücken, behandeln’, ahd. biliuhten (8. Jh.), mhd. beliuhten; dazu Beleuchter m. ‘wer etw. beleuchtet, wer etw. erklärt, ins rechte Licht rückt’ (um 1600); Beleuchtung f. (16. Jh.). durchleuchten Vb. ‘mit Licht erfüllen, hell, leuchtend machen, durch etw. hindurchleuchten’, auch (Anfang 20. Jh.) übertragen ‘kritisch untersuchen’ und ‘mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchdringen, durchsichtig machen, untersuchen’, ahd. thuruhliuhten (um 1000), mhd. durchliuhten ‘durchstrahlen, erklären’; s. auch ↗Durchlaucht. einleuchten Vb. ‘klar, deutlich werden, überzeugend wirken’, ahd. inliuhten ‘(er)leuchten, sehend machen, hell werden, zum Licht führen’ (um 800), mhd. īnliuhten (in mystischem Sinne) ‘wie ein Licht hell eindringen’ (dazu īnliuhtunge f. und īnliuhtende Part. Präs.); bis ins 17. Jh. (Pietismus) bleibt einleuchten ein Wort der religiösen Sprache, erst die Aufklärung (18. Jh.) verwendet es im Sinne von ‘klar, augenscheinlich werden’, wozu einleuchtend Part. Präs. ‘klar, deutlich, verständlich’ (18. Jh.). erleuchten Vb. ‘hell machen, durch Leuchten erhellen’, übertragen ‘mit (geistiger) Klarheit erfüllen, eingeben’, ahd. irliuhten (9. Jh.), mhd. erliuhten (md. erlūchten) ‘hell machen, erleuchten, sehend machen, aufleuchten’; s. auch ↗erlaucht; Erleuchtung f. ‘oft wunderbar anmutende Klarheit über Probleme, Fragen’, mhd. erliuhtunge, auch ‘Aufleuchten, Glanz’. Leuchter m. ‘Halter für Kerzen oder kleine Lämpchen, Kerzenständer’, mhd. liuhtære, (md. lūchtære). Leuchtgas n. ‘zum Heizen und zur Beleuchtung verwendetes Gasgemisch, Stadtgas’ (20er Jahre 19. Jh.). Leuchtturm m. ‘Turm mit einem Leuchtfeuer als Seezeichen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausdrücken · ↗ausführen · ↗ausmalen · ↗ausrollen · beleuchten · ↗beschreiben · ↗darlegen · ↗darstellen · ↗elaborieren · ↗erklären · ↗erläutern · ↗erzählen · ↗erörtern · ↗offenlegen · ↗referieren · ↗resümieren · ↗schildern · ↗umschreiben · verlauten lassen · ↗wiedergeben  ●  verzälle  ugs., kölsch
Assoziationen
Synonymgruppe
ausleuchten · beleuchten · ↗erhellen · ↗erleuchten
Synonymgruppe
anstrahlen · beleuchten · ↗illuminieren  ●  ↗anleuchten  ugs. · ↗erleuchten  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aspekt Ausschnitt Blickwinkel Dilemma Facette Fackel Glühbirne Hintergrund Kerze Lampe Laserstrahl Laterne Lichtquelle Neonlicht Neonröhre Perspektiv Phänomen Problematik Schattenseite Scheinwerfer Strahler Szenerie Taschenlampe blitzartig grell kritisch nachts schlagartig schlaglichtartig spärlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beleuchten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zuerst alles gestochen scharf beleuchtet, dann, später am Tag, in rauchigem Sfumato.
Süddeutsche Zeitung, 23.05.2000
Stichpunktartig sollen hier einige wesentliche Änderungen beleuchtet werden, mit denen Unternehmen künftig konfrontiert sind.
Der Tagesspiegel, 18.09.1997
Und dann kommt es nur noch darauf an, das Dia von hinten gleichmäßig zu beleuchten.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 257
Er schämte sich, indes sie aus dem Dunkel hinaufspähte, das Zimmer zu beleuchten, das ihr gehört hatte.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 79
Es flammte auf, beleuchtete den grausigen Ort nur noch grausiger und erlosch.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 121
Zitationshilfe
„beleuchten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beleuchten>, abgerufen am 12.12.2019.

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