beleumunden

GrammatikVerb · beleumundet, beleumundete, hat beleumundet
Worttrennungbe-leu-mun-den (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdm. einen Leumund ausstellen
Beispiel:
jmdn. gut, schlecht, übel beleumunden
Grammatik: oft im Part. Prät.
Beispiele:
jmd. ist gut beleumundet
weder vorbestraft noch übel beleumundet sein
übel beleumundete Lokale
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leumund · beleumden · beleumunden · verleumden · Verleumder · verleumderisch · Verleumdung
Leumund m. ‘Ruf, in dem einer steht’. Das nur im Dt. begegnende Substantiv ahd. (h)liumunt (8. Jh.), mhd. liumunt ‘Ruf, Ruhm, Gerücht’ gehört zu der unter ↗laut1 (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *k̑lēu- ‘hören, wovon man viel hört’. Suffixablaut (ie. -men-) zeigen got. hliuma ‘Gehör’, awest. sraoman- ‘Gehör’; auf eine adjektivbildende to-Erweiterung des Suffixes in seiner schwundstufigen Form (ie. -mṇ-) führen dagegen ahd. (h)liumunt (ie. *k̑leumṇto-) sowie aind. śrṓmata- ‘guter Ruf, Berühmtheit’, so daß von einer Bedeutung ‘Gehörtes, Rühmliches’, auch ‘öffentliche Meinung’ ausgegangen werden kann. Im Mhd. stehen neben liumunt (md. lūmunt) die abgeschwächten Formen liument, liumet, liumt, dazu auch schwache Formen wie liumde, leumde. Im Nhd. hat sich die vollere Form gehalten, weil man das Wort volksetymologisch als der Leute Mund aufgefaßt hat. Die zugehörigen Verben setzen dagegen meist die Kurzform mhd. liumde fort: beleumden Vb. neben beleumunden ‘einen Leumund ausstellen’, mhd. beliumden, beliumunden ‘jmdn. in den Ruf von etw. bringen’, oft im Part. Prät. beleumdet, beleumundet ‘im Ruf, in einem bestimmten Ruf stehend’. verleumden Vb. ‘jmdn. schlechtmachen, böswillig verdächtigen’, mhd. verlium(un)den, verliumen ‘in schlechten Ruf bringen’; dazu Verleumder m. (16. Jh.), verleumderisch Adj. (17. Jh.), Verleumdung f. (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›beleumunden‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beleumunden‹.

Verwendungsbeispiele für ›beleumunden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist darin begründet, dass der Begriff absolute Mehrheit negativ beleumundet ist.
Die Welt, 19.02.2004
Die andere ist, daß das Hansa-Theater trotz alledem ein einzigartiges Unternehmen ist, einzigartig originell, einzigartig beständig, einzigartig selbstbewußt, einzigartig gut beleumdet und einzigartig konservativ.
Die Zeit, 02.03.1981, Nr. 09
Prostitution ist, wiewohl übel beleumdet, immer noch ein gesellschaftlich notwendiges Dienstleistungsgewerbe.
konkret, 1986
Gleich im Winkel des Tores stand der »Grüne Engel«, eins der niedersten Gasthäuser, krumm vor Alter, schmutzig und übel beleumdet.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 230
Dann muss man nämlich berücksichtigen, dass all die Weltmeister und Europameister und Olympiasieger zumindest schlecht beleumundet sind, wenn nicht gar mehrfach des Dopings überführt.
Der Tagesspiegel, 02.07.2001
Zitationshilfe
„beleumunden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beleumunden>, abgerufen am 09.04.2020.

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