belfern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbel-fern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›belfern‹ als Letztglied: ↗Gebelfer · ↗anbelfern · ↗losbelfern

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ...
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [salopp] etw. schnauzen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Beispiel:
der Hund belfert (= bellt kläffend)
bildlich
Beispiele:
Kanonen belfern an der Front
Bei jedem Belfern und Kreischen der Klingel fuhr sie hoch auf [ViebigTägl. Brot356]
2.
salopp etw. schnauzen
Beispiele:
jmd. belfert Befehle durchs Mikrofon
eine belfernde (= schimpfende) Stimme
belferndes Gezänk
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

belfern Vb. ‘keifen, schimpfen’. Das seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. (bei Luther) nachweisbare schallnachahmende Verb bedeutet zunächst ‘kläffend bellen’ (vom Hund), wird aber gleichzeitig (auch in der Zusammensetzung widerbelfern) und verstärkt vom 18. Jh. an für das wütende Schimpfen von Menschen gebraucht. Der Form nach ist es eine expressive Bildung zu ↗bellen (s. d.) mit Konsonantenverschärfung, möglicherweise in Analogie zu dem Wortpaar ↗gellen (s. d.) und gelfe(r)n entstanden, wobei das Suffix -ern wohl auf die stetige Wiederholung des Vorgangs verweist (Varianten sind z. B. belfen, 18. Jh., und belfzen, 16. Jh.). Das -f- als konsonantische Erweiterung in belfern könnte auch auf Kreuzung von bellen mit einem anderen Schallwort, etw. gleichbed. mhd. baffen, beruhen.

Thesaurus

Synonymgruppe
bellen · ↗kläffen  ●  belfern  ugs. · ↗blaffen  ugs.
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›belfern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wie sehr sie mitunter auch belfert, wie fiebrig sie bisweilen auch klingt - sie ist immer die Kopfstimme eines weißen Sängers.
konkret, 1985
Dafür belfern vier Hunde wie toll hinter einem Bretterzaun am Wegesrand.
Süddeutsche Zeitung, 24.06.1997
Nachts belferten schon einmal Maschinengewehre, eher wohl aus Nervosität, sonst blieb es ruhig.
Die Zeit, 20.03.1995, Nr. 12
Bestürzte Werkschützer belferten in ihre Funkgeräte und erwiesen sich als restlos überfordert.
konkret, 1986
Höllenhunde in glattschwarzem Fell scharren und stampfen und knurren und belfern in grausam gleichförmigem Takt, und bläulicher Schweiß tropft aus ihren Poren, ihren Nüstern.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 144
Zitationshilfe
„belfern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/belfern>, abgerufen am 09.04.2020.

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