belichten

GrammatikVerb · belichtet, belichtete, hat belichtet
Aussprache
Worttrennungbe-lich-ten
Grundformlichten1
Wortbildung mit ›belichten‹ als Erstglied: ↗Belichtung  ·  mit ›belichten‹ als Letztglied: ↗ausbelichten · ↗unterbelichten · ↗überbelichten
 ·  formal verwandt mit: ↗unbelichtet
eWDG, 1967

Bedeutung

Fotografie Licht auf ein lichtempfindliches Material kurz einwirken lassen
Beispiele:
einen Film, eine Platte belichten
das Foto, die Aufnahme ist richtig, falsch, zu wenig, zu viel belichtet
wie muss bei dieser Beleuchtung belichtet werden?
auf dem Fotopapier werden die belichteten Stellen schwarz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

licht · Licht · lichten1 · Lichtung · belichten · Belichtung · lichterloh · Lichtblick · Lichtjahr
licht Adj. ‘hell, leuchtend, strahlend, klar, dünn, gelichtet, mit weiten Zwischenräumen’, ahd. (8. Jh.), asächs. lioht, mhd. lieht, mnd. mnl. licht, lecht, nl. licht, aengl. lēoht, līht, engl. light. Das mit Dentalsuffix gebildete Adjektiv gehört mit ↗leuchten und ↗Lohe1 (s. d.) sowie aind. rṓcatē ‘leuchtet, scheint, glänzt’, rōcaná- ‘hell, licht’, rōcíṣ- ‘Licht, Glanz’, griech. leukós (λευκός) ‘leuchtend, glänzend, weiß’ (s. ↗leuko-, ↗Levkoje), lýchnos (λύχνος) ‘Leuchte, Lampe’, lat. (mit monophthongischem ū aus ie. eu bzw. ou) lūx (Genitiv lūcis) ‘Licht’, lūcēre ‘hell sein, leuchten, strahlen, glänzen’, lūcus ‘Hain’, eigentlich ‘(Wald)lichtung’, lūmen ‘Licht, Leuchte’ (s. ↗illuminieren), lūna ‘Mond’, eigentlich ‘die Leuchtende’, lūstrāre ‘hell machen, beleuchten’, auch ‘reinigen, weihen’ (s. ↗illuster, ↗illustrieren), (mit ungeklärtem u) lucerna ‘Leuchte, Lampe’ (s. ↗Luzerne), air. lōchet ‘Blitz’, lit. laũkas ‘mit einem weißen Fleck auf der Stirn, Feld, Acker, Land (Lichtung)’, aslaw. luča, russ. luč (луч) ‘Strahl’ zur Wurzel ie. *leuk- ‘leuchten, licht’. Licht n. ‘Helligkeit, heller Schein, Tageslicht, Beleuchtung, Kerze’, ahd. (8. Jh.), asächs. lioht, mhd. lieht, mnd. licht, lecht, mnl. licht, lecht, liecht, lucht, nl. licht, aengl. lēoht, engl. light ist eine Substantivierung des oben genannten Adjektivs oder eine got. liuhaþ ‘Licht’ entsprechende Bildung mit Dentalsuffix zur Wurzel. Licht bezeichnet zunächst Helligkeit und Glanz, die von einem Gegenstand ausstrahlen, dann auch die ‘brennende, Licht gebende Kerze’ (15. Jh.). lichten1 Vb. ‘hell machen, erhellen, (einen Wald) von (unnötigen) Bäumen befreien, ausholzen’, reflexiv ‘heller werden, sich aufhellen, klarer, verständlicher werden’, Bildung (17. Jh.) zum Adjektiv licht, unabhängig von älterem mhd. liehten ‘hell werden, sein, leuchten, tagen’; dazu Lichtung f. ‘ausgeholzte oder baumlose Stelle im Wald’ (18. Jh.). belichten Vb. ‘dem Licht aussetzen’ (15. Jh.), in der Fotografie ‘Licht auf ein lichtempfindliches Material kurz einwirken lassen’ (19. Jh., für älteres fachsprachliches exponieren); Belichtung f. ‘Beleuchtung’ (16. Jh.), ‘Lichteinwirkung auf fotografisches Material’ (20. Jh.). lichterloh Adv. ‘mit heller Flamme’ (16. Jh.), zusammengebildet aus dem adverbialen Genitiv frühnhd. li(e)chter Loh, Lohe (s. ↗Lohe1); adjektivische Verwendung (18. Jh.) bleibt selten. Lichtblick m. ‘kurzes Leuchten der Sonne’, übertragen ‘lichter Augenblick, Hoffnungsschimmer’; vgl. mhd. liehtblic ‘Blitz’. Lichtjahr n. in der Astronomie Maßeinheit für eine Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›belichten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›belichten‹.

Verwendungsbeispiele für ›belichten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann sollte draußen genügend Tageslicht vorhanden sein, denn damit belichtete man damals die Bilder.
Süddeutsche Zeitung, 14.01.1995
So läßt sich ein Bild nach dem anderen gestochen scharf belichten.
Die Zeit, 30.07.1993, Nr. 31
Nur muß man dann auf die hellsten Stellen des Bildes belichten.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 162
Er belichtete in einer Camera obscura durch Silbersalze lichtempfindlich gemachtes Papier.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 26558
Ähnlich wie bei der Überblendung muß der Film auch bei der Überlagerung von Filmszenen zweimal belichtet, also zurückgedreht werden.
Opfermann, Hans Carl: Die neue Schmalfilm-Schule, Harzburg: Heering 1940, S. 134
Zitationshilfe
„belichten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/belichten>, abgerufen am 09.04.2020.

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