belieben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-lie-ben
Grundformlieben
Wortbildung mit ›belieben‹ als Grundform: ↗Belieben · ↗beliebt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm. beliebt (es), etw. zu tunjmdm. gefällt es, jmd. hat (im Moment) Lust, etw. zu tun
Beispiele:
jmdn. schalten und walten lassen, wie (es) ihm beliebt
er nahm so viel davon, wie (es) ihm beliebte
jeder kann tun, was ihm beliebt
gespreizt jmd. beliebt, etw. zu tun
Beispiele:
spöttisch der Herr beliebt, belieben zu scherzen
spöttisch wie Sie zu bemerken beliebten, sich auszudrücken beliebten
du beliebst in Rätseln zu sprechen
jeder kann tun, was er beliebt
er beliebte eine absonderliche Diktion [Feuchtw.Jüd. Krieg188]
spöttisch sich zu etw. herbeilassen
Beispiele:
wir warteten, bis es ihm beliebte zu erscheinen, bis er endlich zu kommen beliebte
Vielleicht belieben Sie, sich einen Augenblick in die Lage der Bevölkerung hineinzudenken [BrechtMachard1]
2.
gespreizt Ausdruck großer Höflichkeit
Beispiele:
Sie belieben? (= Sie wünschen, befehlen?)
belieben Sie Konfekt oder Zigaretten?
was beliebt? (= was wird gewünscht?)
wie beliebt? (= wie bitte?)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

belieben · beliebt · unbeliebt · Beliebtheit · Belieben · beliebig
belieben Vb. ‘wünschen, geneigt sein’ und unpersönlich mit Dativ ‘jmdm. gefallen’. Das frühnhd. im 15. Jh. vereinzelt, im 16. Jh. allgemein vorkommende Verb (vgl. entsprechendes mnd. belēven, mnl. nl. believen) ist ursprünglich intensivierende Präfixbildung zu ↗lieben (s. d.). Auf dem Wege über ‘Gefallen finden’ entwickelt sich im Frühnhd. wie im Mnd. die bis ins 19. Jh. nachweisbare Bedeutung ‘gutheißen, billigen, beschließen’. Vom 17. Jh. an wird das präfigierte Verb vor allem im Sinne von ‘willig, geneigt sein, geruhen’, auch unpersönlich ‘jmdm. recht sein, gefallen’ (vgl. frz. s’il vous plaît), in höflicher Ausdrucksweise als Bestandteil häufig formelhaft erstarrender Umschreibungen gebräuchlich. beliebt Part.adj. ‘allgemein geschätzt’, mnd. belēvet ‘beliebt, wert’. Im Hd. verselbständigt sich das Part. Prät. des Verbs belieben im 17. Jh. als ‘erwünscht, angenehm’, namentlich in attributivem Gebrauch und in der Fügung sich beliebt machen ‘Wertschätzung erlangen’. Dazu unbeliebt Part.adj. ‘unerwünscht, unangenehm, nicht geschätzt’ (17. Jh.), oft in sich unbeliebt machen ‘Mißfallen erregen’, sowie als jüngere Ableitung Beliebtheit f. ‘allgemeine Wertschätzung’ (Anfang 18. Jh.). Belieben n. ‘Neigung, Wille, Wunsch’ (Anfang 15. Jh.), in Fügungen wie nach Belieben, etw. in jmds. Belieben stellen auch ‘Ermessen, Gutdünken’; substantivierter Infinitv von belieben. beliebig Adj. ‘willkürlich ausgewählt’, Ableitung des 17. Jhs. zunächst in der Bedeutung ‘erwünscht, angenehm, passend’; über jmdm. beliebig ‘ganz nach jmds. Wunsch’ kommt es im 18. Jh. (in Anlehnung an das Substantiv Belieben) zur heutigen Verwendung.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) für gut befinden · (ganz) begeistert sein von · (jemandem) belieben · (sich) begeistern für · eine Vorliebe haben für · gerne mögen · ↗mögen  ●  ↗(sich) loben  geh. · abfahren auf  ugs. · ich lobe mir  geh. · ↗liken  ugs., engl. · stehen auf  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) den Vorzug geben · ↗(jemanden) vorziehen · ↗begünstigen · besser behandeln · ↗besserstellen · ↗bevorrechtigen · ↗bevorteilen · ↗bevorzugen · ↗favorisieren · ↗hervorheben · mit Privilegien ausstatten · mit Vorrechten ausstatten · mit zweierlei Maß messen · ↗privilegieren
  • (da) lobe ich mir (doch) · (da) loben wir uns (doch) · (einer Sache) den Vorzug geben · ↗(etwas) vorziehen · besser finden · es vorziehen zu · ↗favorisieren · lieber mögen · lieber wollen · ↗präferieren
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · (sich) verzehren nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ↗ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · ↗verschmachten (nach) · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · (sich die) Finger lecken nach  fig. · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · ↗(einen) Gieper (haben) auf  ugs. · ↗(einen) Jieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · gelüsten nach  geh. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs.
  • (die) Güte haben (und / zu) · ↗(sich) bereitfinden · (sich) erbarmen (und / zu) · ↗(sich) herablassen · ↗(sich) herbeilassen · die Freundlichkeit besitzen (und / zu) · so freundlich sein (und / zu) · so freundlich sein (zu) · so gnädig sein (zu) · so lieb sein (und)  ●  ↗geruhen  veraltet · (sich) bemüßigt fühlen  geh. · (sich) bemüßigt sehen  geh. · belieben zu  geh., veraltet
  • eine positive Bewertung abgeben · positiv bewerten  ●  ↗liken  engl. · auf "gefällt-mir" klicken  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antike Ausflugsziel Bergsteiger Einheimische Freundlichkeit Fälscher Geschäftsleute Immobilienfonds Landbevölkerung Lebzeiten Monarch Parteigrenze Publikum Recherchieren Rechtsform Redensart Reiseziel Rucksacktourist Ruß Sammler Städtereise Surfer Taucher Tourist Untertan Urlauber Verschwörungstheorie begehren bekennen berühmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›belieben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ungeduld ist es, die den Menschen von Zeit zu Zeit anfällt, und dann beliebt er, sich unglücklich zu finden.
Benjamin, Walter: Goethes Wahlverwandtschaften. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1925], S. 121
Der General wolle sich belieben lassen, ihm andere Order zu erteilen.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 723
Dabei, spricht sie an, worüber andere noch vornehm zu schweigen belieben, seien personelle Entscheidungen zu treffen.
Die Welt, 25.09.2001
Er lutscht nicht, wie Sie sich auszudrücken belieben, an der Brust einer nackten Frau.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 378
Beliebt ist ein Fragespiel, bei dem auf jede Frage mit absoluter Wahrheit geantwortet werden muß.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3029
Zitationshilfe
„belieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/belieben>, abgerufen am 19.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Belichtungszeit
Belichtungstabelle
Belichtungsmesser
Belichtungsdauer
Belichtung
beliebig
Beliebigkeit
beliebt
Beliebtheit
Beliebtheitsskala