bellen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbel-len
Wortbildung mit ›bellen‹ als Letztglied: ↗anbellen · ↗aufbellen · ↗losbellen
 ·  mit ›bellen‹ als Grundform: ↗Gebell · ↗Gebelle
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Beispiele:
der Hund bellt (= läßt seine Stimme abgehackt ertönen)
ein Hund hat laut, scharf, böse, kläffend gebellt
sprichwörtlichHunde, die (viel, laut) bellen, beißen nicht
Füchse, Wölfe bellen
bildlich
Beispiele:
Kanonen, Gewehre bellten an der Front
Von weitab aus dem Tal drang das gedämpfte Bellen ... der Geschütze [ApitzNackt447]
2.
salopp etw. schnauzen
Beispiel:
der Befehlshaber bellte seine Kommandos
3.
umgangssprachlich laut husten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bellen · Gebell
bellen Vb. ‘Laut geben’ (vom Hund), ahd. bellan (8./9. Jh.), mhd. bellen. Das für die typischen Lautäußerungen des Hundes gebrauchte Verb gilt ursprünglich auch für andere Tierstimmen, vgl. die verwandten germ. Bildungen aengl. bellan ‘bellen, brüllen, grunzen’, engl. to bell ‘röhren’, to bellow ‘brüllen’, anord. belja ‘brüllen’ (von Kühen), norw. belje ‘brüllen, schreien’ (dagegen mnl. belen ‘bellen’ entsprechend dem Nhd.); vgl. (ablautend) ahd. bullōn ‘brüllen’. Mhd. bellen wird für Hund, Löwe, Kalb und Hirsch verwendet, die ahd. Belege allerdings lassen nur den Bezug auf Hunde und hundeähnliche Fabelwesen erkennen. Die germ. Verben stellen sich wie lit. bylóti ‘prozessieren’, älter ‘reden’, das Substantiv anord. bjalla, aengl. mnd. belle, engl. bell ‘Glocke, Schelle’ und die zu ↗poltern (s. d.) gehörende Wortgruppe zur lautnachahmenden Wurzel ie. *bhel- ‘schallen, reden, brüllen, bellen’ (wohl nicht hierher gehört ebenfalls lautmalendes aind. bhaṣá- ‘bellend’, vgl. Mayrhofer 2, 498). Im Dt. wird bellen früh (in der Allegorie schon ahd.) auf das Schimpfen und Keifen von Menschen übertragen; jünger (Ende 17. Jh.) ist dagegen die Bedeutung ‘stark husten’. Die für die älteren Sprachstufen allein geltende starke Flexion kommt vereinzelt noch bis ins 19. Jh. vor, doch wird seit dem 17. Jh. daneben schwache Flexion gebräuchlich. Gebell n. ‘anhaltendes Bellen’, spätmhd. gebelle (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bellen · ↗kläffen  ●  ↗belfern  ugs. · ↗blaffen  ugs.
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen
Synonymgruppe
husten  ●  bellen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(anfangen zu) bellen · Laut geben · ↗anschlagen (Hund)
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dackel Hund Kettenhund Mikrofon Schwanz Schäferhund Wachhund anbellen aufgeregt beißen bellen blöken entgegen fiepen grunzen heiser herausbellen heulen hinterherbellen jaulen kläffen knurren los losbellen miauen schnüffeln wedeln wiehern winseln zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bellt wie ein Hund; fletscht die Zähne wie ein Wolf; gackert wie ein Huhn.
Süddeutsche Zeitung, 30.05.2003
Nein, auf diesem Felde bellen wir seit einiger Zeit vor dem falschen Baum.
Die Zeit, 17.12.1965, Nr. 51
Der kleine schwarze Hund unter dem Tisch begann zu bellen.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 102
Wenn nachts ein Hund im Dorf bellt, bellen bald alle.
Scheidt, Walter: Kulturbiologie, Jena: Fischer 1930, S. 48
Draußen auf dem Gang sprang ein Hund auf sie zu, bellte, beroch ihre Füße, die Hände.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 230
Zitationshilfe
„bellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bellen>, abgerufen am 14.11.2019.

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