belustigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-lus-ti-gen (computergeneriert)
Grundformlustig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn., sich erheitern, jmdn. zum Lachen bringen
Beispiele:
der Spaß, Beitrag, Clown belustigt das Publikum
am Hofe hatte der Narr den Fürsten zu belustigen
ihn belustigte dieses seltsame Benehmen
jmd. belustigt sich an den Witzen, die erzählt werden
jmd. belustigt sich daran, Grimassen zu schneiden, andere Leute zu imitieren
belustigt lachen, zuhören
etw. äußerst belustigend finden
2.
sich über etw., jmdn. belustigensich über etw., jmdn. lustig machen, spotten
Beispiele:
sich über jmds. unnatürliches Gebaren, schlechte Manieren, unnützen Eifer belustigen
sich vor anderen über jmdn. belustigen
3.
sich belustigensich vergnügen, amüsieren
Beispiele:
sich beim Tanz belustigen
die Jugend belustigte sich auf dem Volksfest
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lust · lustig · belustigen · gelüsten · Gelüst(e) · lüstern · Lüsternheit · Lüstling · Lustbarkeit · Lustseuche · Lustspiel · lustwandeln · Lustwandel
Lust f. ‘Verlangen, Wohlgefallen, Freude, Genuß, sinnliche Begierde’, ahd. lust (9. Jh.; daneben firinlust ‘Begierde, Wollust’, unlust, urlust ‘Ausschweifung’, 8. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. engl. nl. lust, mnl. lust, lost, luste, anord. (aus dem Mnd.) lyst ‘Lust, Begierde, Freude’, got. lustus führen auf germ. *lustu- bzw. *lusti-, schwundstufige Abstraktbildungen mit dem Suffix ie. -tu-, -ti-, dazu als n-Stamm anord. losti. Herkunft ungewiß. Etymologischer Zusammenhang mit aind. láṣati ‘begehrt, hat Verlangen nach’, griech. lilá͞iesthai (λιλαίεσθαι) ‘heftig begehren, sich sehnen, verlangen’, lat. lascīvus (Weiterbildung zu einem Adjektiv *laskos) ‘mutwillig, ausgelassen, zügellos, üppig, geil’, air. lainn (aus *lasnis) ‘gierig’, lit. lokšnùs ‘empfänglich, empfindsam, gefühlvoll, zärtlich’, aslaw. laskati ‘durch List überrumpeln’, laskanịje ‘Schmeichelei, List’, russ. láska (ласка) ‘Liebkosung, Wohlwollen’ unter Ansatz einer Wurzel ie. *las- (schwundstufig *ḷs-) ‘gierig, lasziv, mutwillig, ausgelassen sein’ ist umstritten. lustig Adj. ‘fröhlich, ausgelassen’, ahd. lustīg (8./9. Jh.), gilustīg ‘verlangend, begehrend, wollüstig’, mhd. lustec, lustic ‘verlangend, begierig, Wohlgefallen erregend, angenehm, anmutig, lieblich, vergnügt’. belustigen Vb. ‘fröhlich stimmen, Spaß bereiten, erheitern’, reflexiv ‘spotten’ (16. Jh.). gelüsten Vb. ‘Verlangen haben’, ahd. gilusten (9. Jh.), mhd. gelüsten, gelusten ‘sich freuen, an etw. Wohlgefallen finden, verlangen’; vgl. ahd. lusten ‘Lust haben, sich erfreuen’ (8. Jh.). Gelüst(e) n. ‘Verlangen, Begierde’. mhd. geluste, gelüste; vgl. ahd. gilust ‘Begierde, Verlangen’ (9. Jh.). lüstern Adj. ‘begierig, geil’ (16. Jh., Luther), mit Konsonantenerleichterung aus lüsternd, Part. Präs. von frühnhd. lüstern ‘Verlangen haben, begierig sein’, Iterativbildung zu ahd. lusten ‘gelüsten, belieben’ (8. Jh.), mhd. lusten, lüsten; Lüsternheit f. (17. Jh.). Lüstling m. ‘geiler Mensch’ (17. Jh.). Lustbarkeit f. mhd. lustbærecheit. Lustseuche f. ‘heftiger Sinnestrieb, krankhafte Begierde’ (16. Jh.), ‘Syphilis’ (18. Jh.). Lustspiel n. ‘zum Vergnügen dargebotene szenische Aufführung’ (16. Jh.), dt. Bezeichnung für Komödie, durch Gottsched verbreitet. lustwandeln Vb. ‘spazierengehen’, zu Lustwandel m. ‘Spaziergang’, beide von Zesen (1645) gebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
amüsieren · belustigen · ↗unterhalten  ●  bespaßen  ugs.
Synonymgruppe
amüsieren · ↗aufheitern · ↗aufmuntern · belustigen · ↗beschwingen · ↗erfreuen · ↗erheitern
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Leser Publikum Zuschauer eher halb irritieren rühren verwundern ärgern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›belustigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf den Tod von Jan W. reagiert die Gruppe belustigt.
Der Tagesspiegel, 13.09.2000
Gerne hätte ich einen der großen Säcke getragen, aber die Frauen lachen nur, sichtlich belustigt von dieser seltsamen Idee.
Die Zeit, 25.10.1996, Nr. 44
Ich habe oft daran gezogen und mich jedesmal daran höchlichst belustigt.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 170
Die Mutter führt mich halb empört, halb belustigt dem Vater vor.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 183
Sein Lächeln wirkte stets durchtrieben und belustigt zugleich, so daß man eigentlich nie wußte, woran man bei ihm war.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 13
Zitationshilfe
„belustigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/belustigen>, abgerufen am 25.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
belügen
Belüftung
belüften
beluchsen
Belpaese
Belustigung
Belutsch
Belvedere
Bema
bemachen