bemänteln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-män-teln
GrundformMantel
Wortbildung mit ›bemänteln‹ als Erstglied: ↗Bemäntelung
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. als harmlos hinstellen, beschönigen
Beispiele:
seine Fehler, Schuld bemänteln
er versuchte, sein Versagen zu bemänteln
seine Erschöpfung, Verlegenheit bemänteln
mit vielen Worten hatte sie ihre Absicht zu bemänteln versucht
es gibt nichts zu verhüllen und zu bemänteln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mantel · bemänteln · Deckmantel
Mantel m. ‘geknöpftes langes Oberbekleidungsstück mit Ärmeln, schützende Hülle’, ahd. mantel (11. Jh.; daneben auch mantal und mantil, also mit a- bzw. i-Tönung des Suffixes), mhd. mnd. mantel, mandel, Entlehnung aus vlat. mantellus ‘kurzer Mantel’ (vgl. FEW 6, 1, 277 ff.), Deminutivum zu gleichbed. lat. mantus (wohl kelt. Herkunft). bemänteln Vb. ‘mit einem Mantel bedecken’, bildlich ‘(Schlechtes) beschönigen, verharmlosen, verbergen’ (14. Jh.). In der Reformationszeit (16. Jh.) beeinflußt von lat. (Kirchensprache) pallio Christianae amoris tegere ‘mit dem Mantel der christlichen Nächstenliebe zudecken’. Deckmantel m. ‘Vorwand, Vortäuschung, Beschönigung’, mhd. deckemantel.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sehr) günstig darstellen · ↗beschönigen · ↗frisieren · ↗herunterspielen · ↗maskieren · positiv darstellen · ↗schönen · ↗schönfärben · ↗schönreden · ↗verbrämen · ↗verharmlosen · ↗verhüllen · ↗verschleiern · ↗übertünchen  ●  in ein gutes Licht rücken  fig. · ins rechte Licht rücken  fig. · ins rechte Licht setzen  fig. · ↗weichspülen  fig. · ↗aufputzen  ugs. · bemänteln  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Argument Behauptung Feigheit Kompromiß Mangel Nichtstun Niederlage Phrase Scheitern Schwäche Tatsache Unfähigkeit Verbrechen Versagen Wahrheit beschönigen gern kaum lediglich notdürftig rechtfertigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bemänteln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kühle Berechnung bemänteln sie gerne mit dem angeblichen journalistischen Auftrag.
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2001
Wie kann man bloß so durchsichtig seine egoistischen Interessen bemänteln!
Die Zeit, 10.12.1993, Nr. 50
Er legte sich auch keinen Zwang an, seine Schweigsamkeit zu bemänteln.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 99
Diels kam es weniger darauf an, seine Faulheit zu bemänteln.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 397
Die Tat wird wirklich autonomer Selbstzweck, sie bemäntelt ihre eigene Zwecklosigkeit.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 195
Zitationshilfe
„bemänteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bemänteln>, abgerufen am 24.04.2019.

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