bemüßigt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-mü-ßigt
Grundformbemüßigen
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend sich bemüßigt fühlen, sehen, finden (= sich genötigt fühlen, sehen, finden)
Beispiele:
er fühlte sich bemüßigt, eine Bemerkung zu machen
sie hatte sich bemüßigt gesehen, ihre Meinung kundzutun
Bei dieser Stelle der Zeremonie fand sich der Alte komischerweise bemüßigt, von seinem Sitz aufzustehen [WerfelMusa Dagh424]

Verwendungsbeispiele für ›bemüßigt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der junge Priester hatte sich nicht einmal bemüßigt gefühlt zu antworten.
Die Welt, 05.08.2000
Selber hätten sie sich aber nicht bemüßigt gefühlt zu erscheinen.
Die Zeit, 11.02.1999, Nr. 7
Niemand in der Regierung Berlusconi hat sich bemüßigt gefühlt, den Minister zur Ordnung zu rufen.
Der Tagesspiegel, 25.10.2004
Trotzdem fühlte sich die gute Mutter Barthel bemüßigt, uns die kleine Sprecherin vorzustellen.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 108
Die Kommunisten fühlten sich bemüßigt, noch einen draufzusetzen, mich als »Deutschen mit zweifelhaftem Hintergrund« und »bitteren Feind der Sowjetunion« zu beschimpfen.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 111
Zitationshilfe
„bemüßigt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bem%C3%BC%C3%9Figt>, abgerufen am 05.04.2020.

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