bemannen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-man-nen
GrundformMann
Wortbildung mit ›bemannen‹ als Grundform: ↗bemannt
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. mit einer Mannschaft, mit Menschen ausrüsten, besetzen
Beispiele:
ein Schiff, Maschinengewehre, Kampfflugzeuge bemannen
bemannte Tauchkugeln, Raketen
der bemannte Weltraumflug
Sie [die Bergungsdampfer] ... sind bemannt mit Leuten, die den Teufel nicht fürchten [LeipBergung9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mann · bemannen · entmannen · ermannen · übermannen · mannbar · mannhaft · männlich · Mannheit · Mannschaft · mannstoll · Mannweib · -mann · Blaumann · Flachmann · Henkelmann · Obermann
Mann m. ‘erwachsener Mensch männlichen Geschlechts, Ehemann’. Die germ. Formen ahd. (8. Jh.), mhd. man (Genitiv mannes) ‘Mensch (männlichen Geschlechts in gereiftem Alter), Krieger, Ehemann, Sohn, Diener’, asächs. mnd. mnl. nl. man, afries. mon, man ‘Mensch, Mann’, aengl. man(n), mo(n), engl. man, anord. mannr, maðr, schwed. man, got. manna sind vergleichbar mit aind. mánuḥ (mánu-, mánuṣ-) ‘Mensch, Mann, Menschheit’ und lat. (aus dem Germ.) Mannus Stammvater, Gott der Germanen (Tacitus) und führen großenteils auf ie. *manu- oder *monu- (nordgerm. oder westgerm. -nn- daher aus -nu̯-, während die got. Form möglicherweise einen alten n-Stamm germ. *mannan- voraussetzt). Demgegenüber weisen aslaw. mǫžь, russ. muž (муж) ‘Ehemann, Gatte’ auf ein ie. Gutturalsuffix in Verbindung mit -i̯a-. Man stellt die genannten Bildungen meist zur Wurzel ie. *men(ə)- ‘denken, geistig erregt sein’ (s. ↗mahnen) und nimmt eine Ausgangsbedeutung ‘denkendes Wesen’ an. Aber auch Anknüpfung an die Wurzel ie. *men- ‘hervorragen, emporragen’ (wozu lat. mōns ‘Berg’) wird erwogen, so daß Mann ‘Mensch’ als ‘das Aufragende, das aufrecht gehende Wesen’ zu erklären wäre. Die alte Bedeutung ‘Mensch’ ist erhalten in ↗jemand, ↗niemand und im Indefinitivpronomen ↗man (s. d.). Zur Bezeichnung von ‘Kriegern, Kampfgenossen, Dienern, Gefolge’ ist historisierend der sonst veraltete Plural Mannen noch geläufig. bemannen Vb. ‘mit einer Mannschaft besetzen’, spätmhd. bemannen ‘mit Mannschaft besetzen’, reflexiv ‘einen Mann nehmen’, entmannen Vb. ‘kastrieren’, mhd. entmannen ‘der Mannschaft berauben’, ermannen Vb. (in neuerer Zeit nur reflexiv) ‘sich aufraffen’, mhd. ermannen ‘Mut fassen’ und übermannen Vb. ‘überwältigen’ (16. Jh.) sind Präfixverben zu ungebräuchlich gewordenem mannen Vb., mhd. mannen ‘zum Mann werden, sich als Mann zeigen, zum Mann nehmen, den Lehnseid leisten’, transitiv ‘mit einem Mann versehen’. mannbar Adj. ‘heiratsfähig, geschlechtsreif’ (vornehmlich vom Mann), mhd. manbære ‘eines Mannes fähig, ehefähig, erwachsen’ von Mädchen, später (15. Jh.) von beiden Geschlechtern. mannhaft Adj. ‘wie ein Mann, tapfer, mutig’, mhd. manhaft ‘standhaft, tapfer’. männlich Adj. ‘wie ein Mann, zu einem Mann gehörend oder passend, tapfer, unerschrocken, das Geschlecht eines Mannes habend’, ahd. man(a)līh (9. Jh.), mhd. manlich; in der Grammatik männliches Geschlecht (15. Jh.), nach lat. genus masculīnum. Mannheit f. ‘Männlichkeit, Tapferkeit’, mhd. manheit, auch ‘mannhafte Tat, Mannesalter, Verhältnis eines Dienst- oder Lehnsmannes’. Mannschaft f. ‘Abteilung, Belegschaft, Gesamtheit der Soldaten niedriger Dienstgrade’, mhd. manschaft ‘Verhältnis eines Lehnsmannes zum Lehnsherrn, Lehnspflicht, -huldigung, Hörige, Gefolgsleute’. mannstoll Adj. ‘scharf auf Männer’, spätmhd. mannes tol. Mannweib n. ‘Zwitter’ (17. Jh.), Übersetzung von griech. andrógynos (ἀνδρόγυνος), seit dem 19. Jh. für ↗Amazone ‘männlich wirkende Frau’ (s. d.). In der Sprache der wandernden Handwerksburschen und der Gauner entwickelt sich Mann zum Kompositionssuffix -mann und bildet umschreibende Bezeichnungen für Gebrauchsgegenstände allgemeiner Art, vgl. Blaumann m. ‘dunkelblauer Arbeitsanzug’, Flachmann m. ‘kleine Schnapsflasche für die Jackentasche’, Henkelmann m. ‘Essenskrug’, Obermann m. ‘Hut’.

Typische Verbindungen zu ›bemannen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bemannen‹.

Verwendungsbeispiele für ›bemannen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Etwa alle zwei Monate will man dabei eine Saturn V bemannt abschießen.
Die Zeit, 18.10.1968, Nr. 42
Ihre großen Bewegungen machen das Schiff flott, aber sie bemannen es nicht.
Troeltsch, Ernst: Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen, Tübingen: Mohr 1912, S. 230
Ich bemannte drei Maschinengewehre mit je einem Führer und drei Mann.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 210
Mit 18 digitalen und zum Teil über Funk gesteuerten Kameras, die nicht alle bemannt sind, wird Regisseur Kai Wessel die Geschichte dirigieren.
Süddeutsche Zeitung, 23.10.2004
Insgesamt wurde Skylab dreimal mit einer jeweils dreiköpfigen Astronautenmannschaft bemannt.
o. A. [rm]: Skylab. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1978]
Zitationshilfe
„bemannen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bemannen>, abgerufen am 09.04.2020.

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