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bemoost

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-moost
Grundformbemoosen

Bedeutungsübersicht+

  1. mit Moos bedeckt
    1. [scherzhaft, bildlich] alt
    2. [Studentensprache] ...
eWDG

Bedeutung

mit Moos bedeckt
Beispiele:
bemooste Dächer, Zweige
er saß auf einem bemoosten Baumstumpf
ein von bemoosten Mauern eingeschlossener Garten
überall sah man bemooste Felstrümmer
scherzhaft, bildlich alt
Beispiel:
ein Karpfen mit bemoostem Haupt (= ein alter Karpfen)
Studentensprache
Beispiele:
ein bemoostes Haupt (= Student mit vielen Semestern)
bemooste Häupter einer Burschenschaft
Ich weiß es wohl, bejahrt und noch Student, / Bemooster Herr [ GoetheFaustII 6638]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moos1 · moosig · bemoosen · bemoost
Moos1 n. Name für kleine, dichte grüne Kissen bildende Sporenpflanzen, ahd. (8. Jh.), mhd. mos ‘Moos, Sumpf, Moor’, mnd. mos, mōs, aengl. mos, engl. moss ‘Moos, Moor’, mnl. nl. mos ‘Moos, Morast’, anord. mosi ‘Moos, Moor’, schwed. mossa (germ. *mosa(n)-), daneben (ablautend) ahd. mios m. n. (9. Jh.), mhd. mies, nhd. (bair. schwäb.) Mies (s. Miesmuschel), aengl. méos und (mit grammatischem Wechsel) anord. mȳrr ‘Sumpf’, schwed. myr führen mit lit. mū̃sas ‘Schimmel auf saurer Milch’, aruss. mъchъ, russ. moch (мох) ‘Moos’ und (zusätzliches Gutturalsuffix aufweisendem) lat. muscus ‘Moos’, mnl. mosch ‘Sumpf, Moos’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *meu-, *mū̌ ‘feucht, modrig’. Dazu gehören auch Dentalbildungen wie Moder und Schmutz (s. d.). Moos ist der feuchte, sumpfige Grund und die darauf wachsende Pflanze. – moosig Adj. ‘mit Moos bewachsen’, ahd. mosīg (Hs. 12. Jh.), mhd. mosec, mosic, auch ‘sumpfig, versumpft, morastig’. bemoosen Vb. ‘Moos ansetzen’ (Ende 17. Jh.); bemoost Part.adj. ‘mit Moos bewachsen’ (17. Jh.), zumeist übertragen ‘alt, betagt’ (19. Jh.), zumal in der Studentensprache bemooster Bursche, bemoostes Haupt ‘Student in hohem Semester’.

Typische Verbindungen zu ›bemoost‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bemoost‹.

Verwendungsbeispiele für ›bemoost‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst fällt der Wolf über sie her, dann schubst sie der Bär rücklings auf einen bemoosten Fels. [Die Zeit, 07.11.1969, Nr. 45]
Sie lugt unter ihren Augenbrauen hervor wie unter einem bemoosten Dach. [Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 616]
Wie ich jetzt erfuhr, war der bemooste Reigen beim Herrn Professor durchaus nicht entzückt gewesen von der jungen Dame. [Die Welt, 16.07.2005]
Wir hatten ein Zuhause, mit einem feuchten und bemoosten Hinterhof, auf dem wir spielen konnten. [Bild, 19.10.2001]
Man mag das abtun als reichlich bemooste und unbedeutende Zahlenspiele. [Die Welt, 18.10.2003]
Zitationshilfe
„bemoost“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bemoost>.

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