Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

beneiden

Grammatik Verb · beneidet, beneidete, hat beneidet
Aussprache 
Worttrennung be-nei-den
Wortbildung  mit ›beneiden‹ als Erstglied: beneidenswert
eWDG

Bedeutung

jmdn. um, wegen etw. beneidenauf jmdn. wegen etw. neidisch sein
Beispiele:
jmdn. um seinen Reichtum, sein Wissen, seine Frau beneiden
ich beneide dich um deine Ruhe, deine Ausgeglichenheit
er wird wegen seines Erfolges von vielen beneidet
ich beneide dich nicht
er beneidet alle Leute
er ist nicht zu beneiden
jmdm. etw., jmdn. beneiden
Beispiel:
veraltetdaß Frankreich noch das einzige / An uns verlieren würde, was wir ihm / Beneidet hatten [ SchillerCarlosI 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Neid · neiden · beneiden · neidisch · neidig · Neidhammel
Neid m. ‘Mißgunst’, ahd. nīd (8. Jh.), mhd. nīt (Genitiv nīdes) ‘feindselige Stimmung, Kampfesgrimm, Groll, Eifer, Arg’, asächs. nīð, mnd. nīt, auch ‘Haß, Ingrimm’, mnl. nijt, nl. nijd, afries. nīth, aengl. nīþ ‘Streit, Feindschaft, Angriff, Haß, Übel, Verdruß’, anord. nīð ‘Hohn, Beschimpfung, Schmach’, got. neiþ, germ. *nīþa-. Vergleicht man kelt. Formen wie kymr. nwyd ‘Leidenschaft’ und air. nīth ‘Kampf’, so können ie. *neito-, *nīto- und ie. *nītu- ‘Leidenschaft’ angesetzt werden. Wieweit diese Bildungen mit Dentalsuffix den semantisch sehr weit gefaßten Ansatz einer Wurzel ie. *nei-, *nī̌- ‘lebhaft bewegt, erregt sein, glänzen’ (zu der auch lat. nitēre ‘glänzen, blinken’ zu stellen ist) stützen bzw. ermöglichen, ist umstritten. neiden Vb. ‘mißgönnen’, ahd. nīdōn ‘neidisch sein, hassen’ (8. Jh.), mhd. (meist mit sekundärer starker Flexion) nīden; dazu beneiden Vb. ‘jmdm. gegenüber Neid empfinden, mißgünstig sein’, mhd. benīden. neidisch Adj. ‘mißgünstig, von Neid geleitet’, mhd. nīdesch, nīdisch; daneben (bis ins 18. Jh.) gleichbed. neidig Adj. ahd. nīdīg (8. Jh.), mhd. nīdic, nīdec ‘feindselig, eifersüchtig, mißgönnend’. Neidhammel m. ‘neiderfüllter Mensch’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) beneiden (um) · neidisch werden (bei)  ●  jemand hätte gerne auch (...)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›beneiden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beneiden‹.

Verwendungsbeispiele für ›beneiden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eigentlich beneide ich dich um deine himmlische Ruhe – ha, ha, meine natürlich irdische Ruhe! [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 320]
Fast könnte man diejenigen beneiden, die die ewige Ruhe gefunden haben. [Brief von Frau A. H. vom 26.07.1944. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 145]
Ebenso beneidete ich ihn um seinen Tod, obwohl er mir nicht gut gestanden hätte. [Die Zeit, 12.12.1997, Nr. 51]
Aber man beneidete uns auch darum, über diese Frage überhaupt schreiben zu dürfen. [Die Zeit, 07.11.1997, Nr. 46]
Ich kann jede werdende Mutter beneiden, was ich früher gar nicht gekannt habe. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 12.10.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Zitationshilfe
„beneiden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beneiden>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
benehmen
benedizieren
benediktinisch
benedeien
benebst
beneidenswert
benennbar
benennen
benetzen
benetzt