benutzen

GrammatikVerb
Worttrennungbe-nut-zen
Grundformnutzen
Wortbildung mit ›benutzen‹ als Erstglied: ↗Benutzung · ↗benutzbar  ·  mit ›benutzen‹ als Letztglied: ↗mitbenutzen
eWDG, 1967

Bedeutung

sich etw. nutzbar machen, etw. gebrauchen
Beispiele:
der Raum ist lange nicht benutzt worden
diesen Weg benutze (= gehe) ich fast nie
die Straßenbahn, das Schiff, den Zug benutzen (= damit fahren)
Bücher gemeinsam, leihweise benutzen (= damit arbeiten)
folgende Quellen wurden benutzt
ich benutze heute mal den Laptop
ein benutztes Handtuch
etw., jmdn. als, zu etw. benutzenetw., jmdn. als, zu etw. verwenden
Beispiele:
einen Hafen als Umschlagplatz benutzen
dieser Raum wird als Wohnzimmer benutzt
ein dünnes Brett als Unterlage benutzen
das gesparte Geld, den Urlaub zu einer Reise benutzen
eine ruhige Stunde zum Schreiben benutzen
er benutzt diese Stellung als Sprungbrett für seine weitere Laufbahn
jmdn. als Vorbild für eine Romanfigur benutzen
etw. anwenden
Beispiele:
eine bestimmte wissenschaftliche Methode benutzen
einen Vorwand benutzen
etw. ausnutzen
Beispiele:
die Gelegenheit, gute Stimmung, das gute Wetter, einen Anlass, günstigen Augenblick benutzen, um ...
jmds. Abwesenheit, seinen Aufenthalt, Vorteil benutzen
nach kurzen und fleißig benutzten Universitätsjahren [Storm3,291]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nutzen · Eigennutz · eigennützig · Nutzholz · Nutzanwendung · Nutznießung · nutzlos · nutzbringend · nutzbar · nützlich · nutzen · nützen · abnutzen · abnützen · ausnutzen · ausnützen · benutzen · benützen
Nutzen m. ‘Ertrag, Gewinn, Vorteil’. Ahd. (8. Jh.), mhd. nuz m. (Genitiv nutzes) ‘Gebrauch, Nutzen, Ertrag’ (germ. *nuti-) hat neben sich schwach flektierendes ahd. (vereinzelt) nuzza f. (9. Jh.) und als fem. jō-Stamm (germ. *nutjō) aengl. nytt, anord. nyt sowie als Adjektivabstraktum ahd. nuzzī f. (9. Jh.), mhd. (selten) nütze, frühnhd. nütze. Mnd. mnl. nut weist mask. und fem. Geschlecht auf (nl. nut ist Substantivierung des Adjektivs, s. ↗nütze). Vereinzelt begegnet schließlich ein schwach flektierendes mhd. nutze m. Alle Formen stehen ablautend zu der unter ↗genießen (s. d.) behandelten Verbgruppe. Nhd. Nutzen m. (Genitiv Nutzens, 16. Jh.) ist wohl aus oben genanntem mhd. nutze m. mit Übernahme des Endungs-n aus den obliquen Kasus entstanden. Es verdrängt im 18. Jh. älteres Nutz, das fortlebt in den Wendungen nutz und frommen (16. Jh.), zu Nutz und Frommen sein, gereichen, dienen (18. Jh.), zunutze machen (17. Jh.). Eigennutz m. ‘Bedachtsein auf den eigenen Nutzen, Egoismus’ (15. Jh., auch flektiert eigener nutz). eigennützig Adj. ‘auf eigenen Vorteil bedacht, rücksichtslos’ (15. Jh.). Zu Nutz als erstem Glied in Zusammensetzungen vgl. Nutzholz n. (18. Jh.), mnd. nutholt; Nutzanwendung f. (18. Jh.); Nutznießung f. ‘Recht zur Nutzung fremden Eigentums’ (18. Jh.); nutzlos Adj. (18. Jh.); nutzbringend Adj. (16. Jh.). nutzbar Adj. ‘Nutzen bringend, sich für nützliche Zwecke eignend’, mhd. nutzebære. nützlich Adj. ‘Nutzen, Vorteil bringend’, mhd. nützelich ‘Nutzen, Genuß bringend, angenehm’. nutzen, nützen Vb. ‘Nutzen bringen, dienlich sein, nutzbringend verwenden, ausnutzen, Nutzen aus etw. ziehen’ setzt ahd. nuzzōn ‘genießen, verbringen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, abgeleitet von ahd. nuzza (s. oben), und (das später Umlaut aufweisende jan-Verb) ahd. ginuzzen ‘nützen, Nutzen ziehen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, nützen ‘gebrauchen, benutzen, als Nahrung genießen, dienlich sein’ fort. Dazu abnutzen, abnützen Vb. ‘durch anhaltenden Gebrauch Wert und Verwendungsmöglichkeit mindern’ (15. Jh.); vgl. mhd. abenutzen ‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’; ausnutzen, ausnützen Vb. ‘Vorteil aus etw. ziehen, rücksichtslos gebrauchen’ (Ende 15. Jh.); benutzen, benützen Vb. ‘gebrauchen, verwenden’, mhd. benutzen, benützen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(Betriebsart ...) fahren · (sich) einer Sache bedienen · ↗(zu etwas) heranziehen · ↗anwenden · benutzen · ↗benützen · ↗einsetzen · ↗gebrauchen · greifen zu · ↗handhaben · in Gebrauch nehmen · in die Hand nehmen · nutzen · ↗nützen · ↗verwenden · zum Einsatz bringen  ●  ↗adhibieren  geh., veraltet · ↗applizieren  geh. · deployen  fachspr. · ↗nehmen  ugs.
Assoziationen
  • Anwendung · ↗Einsatz · ↗Verwendung  ●  ↗Applikation  fachspr.
  • (für seine Zwecke) nutzen · (für seine Zwecke) zu nutzen verstehen · Nutzen ziehen (aus) · Vorteil ziehen (aus) · für sich nutzen  ●  (aus etwas) Kapital schlagen  fig. · ↗(etwas) ausschlachten  fig.
  • (für seine Zwecke) nutzen · (für seine Zwecke) zu nutzen verstehen · (seinen) Nutzen ziehen (aus) · (sich etwas) zu Nutze machen · (sich etwas) zunutze machen · Gebrauch machen (von) · Kapital schlagen (aus) · Vorteil ziehen (aus) · ↗ausbeuten · ↗ausnutzen · ↗ausnützen · ↗ausschlachten · für seine Zwecke nutzen · für sich nutzen · ↗instrumentalisieren · nutzen  ●  (aus etwas) Kapital schlagen  fig. · ↗(etwas) ausschlachten  fig.
Synonymgruppe
ausnutzen (zu) · ↗ausnützen · missbräuchlich verwenden · nicht bestimmungsgemäß gebrauchen · ↗zweckentfremden  ●  (jemanden) (nur) benutzen  negativ · ↗missbrauchen (für)  negativ · schamlos ausbeuten  abwertend · (mit jemandem/etwas) Schindluder treiben  ugs., abwertend
Assoziationen
  • ohne Bedenken · ohne Hemmungen · ↗schamlos · ↗ungeniert
  • (für seine Zwecke) nutzen · (für seine Zwecke) zu nutzen verstehen · (seinen) Nutzen ziehen (aus) · (sich etwas) zu Nutze machen · (sich etwas) zunutze machen · Gebrauch machen (von) · Kapital schlagen (aus) · Vorteil ziehen (aus) · ↗ausbeuten · ↗ausnutzen · ↗ausnützen · ↗ausschlachten · für seine Zwecke nutzen · für sich nutzen · ↗instrumentalisieren · nutzen  ●  (aus etwas) Kapital schlagen  fig. · ↗(etwas) ausschlachten  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Argument Begriff Computer Druckmittel Gelegenheit Gerät Gewährleistung Handy Instrument Kondom Material Mittel Radweg Schutzschild Sprache Telefon Toilette Verkehrsmittel Vorwand Waffe Warennamen Werkzeug Wort Zweck dazu er gern gerne nur sie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›benutzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich benutzt sie als junge Frau neue Medien, »aber ich weigere mich, die ganze Zeit erreichbar zu sein«, sagt sie.
Die Zeit, 22.11.2010, Nr. 47
Es sagt aber etwas über das Risiko, solche Emotionen zu benutzen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1995]
Seine brünette Schönheit machte ihm vieles leichter, er lernte sie benutzen.
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 184
Als erste zusammenfassende Bearbeitung dieses Landesteiles wird sie aber auch der Wissenschaftler benutzen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 147
Die Arbeit zeigt so recht, wie schwer es ist, die Presse als historische Quelle zu benutzen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 327
Zitationshilfe
„benutzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/benutzen>, abgerufen am 25.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Benutzbarkeit
benutzbar
benusselt
benummern
Bentonit
Benutzer
benutzerdefiniert
benutzerfreundlich
Benutzerfreundlichkeit
Benutzerführung