Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bequemen

Grammatik Verb · reflexiv
Aussprache 
Worttrennung be-que-men
Wortbildung  mit ›bequemen‹ als Letztglied: anbequemen · herausbequemen · herbequemen · hereinbequemen
eWDG

Bedeutungen

1.
abwertend sich zu etw. herbeilassen, mit Widerstreben an etw. herangehen
Beispiele:
sich zur Arbeit, zu einem Geständnis, einer Auskunft bequemen
er bequemte sich endlich, mir Rede und Antwort zu stehen
2.
veraltet sich in etw. fügen, schicken
Beispiele:
sich ungünstigen Bedingungen, jmds. Wunsch bequemen
sich nach jmds. Willen bequemen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bequem · unbequem · Bequemlichkeit · bequemen
bequem Adj. ‘angenehm, behaglich, träge’, ahd. biquāmi (9. Jh.), mhd. bequæme ‘angemessen, passend, tauglich’, zu ahd. biqueman ‘passen, nützen’, nhd. bekommen (s. d.); vgl. mnd. bequēme, bequāme, mnl. bequame, afries. biquām. Verwandt ist aengl. gecwēme. In der Bedeutung ‘träge, faul’ erst seit dem 18. Jh. gebräuchlich. Dazu unbequem Adj. ‘nicht angenehm’, ahd. unbiquāmi (9. Jh.), mhd. unbequæme. Bequemlichkeit f. mhd. bequæmelicheit zu mhd. bequæmelich Adj. ‘passend’. Dazu die Neubildung zum Adjektiv bequemen Vb. ‘anfügen, anpassen’ (15. Jh., zuerst transitiv, selten), seit dem 17. Jh. sich bequemen ‘sich fügen, sich bereit finden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufmachen (und) · (sich) aufraffen · (sich) bemühen (um) · (sich) durchringen (zu) · (sich) überwinden  ●  (den) inneren Schweinehund überwinden (und)  ugs. · (sich) aufrappeln  ugs. · (sich) bequemen  ugs. · (sich) hochrappeln  ugs. · den Arsch hochkriegen  derb, fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bequemen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bequemen‹.

Verwendungsbeispiele für ›bequemen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da wir saßen, bequemte auch er sich, eine hockende Stellung anzunehmen. [Dark, Jason [d.i. Rellergrad, Helmut]: Die Skelett-Vampire, Bergisch Gladbach: Bastei 1992 [1978], S. 35]
Solchermaßen bedrängt, bequemte sich die Stadt endlich zu einer Alternative. [Die Zeit, 22.10.1976, Nr. 44]
Bush bequemte sich, den Tod des chinesischen Piloten zu bedauern. [Der Tagesspiegel, 24.04.2001]
Da sind die Regierungen wankend geworden und haben sich zu einschneidenden Veränderungen bequemt. [Die Zeit, 20.04.1984, Nr. 17]
Sie solle ihn doch in Ruhe lassen, wenn er sich auch einmal dazu bequeme, sentimental zu sein. [Die Zeit, 13.03.1970, Nr. 11]
Zitationshilfe
„bequemen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bequemen>.

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