berappen

Grammatik Verb · berappt, berappte, hat berappt
Aussprache 
Worttrennung be-rap-pen
Herkunft Herkunft unsicher, Reibach
eWDG

Bedeutung

salopp etw. bezahlen
Beispiele:
eine Summe Geldes, seine Schulden berappen
sie mussten ganz schön berappen
»Soll er nur berappen«, dachte Brenten [ BredelSöhne360]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reibach · berappen
Reibach m. (auch Rebbach, Rewwig, Rewwich) ‘Gewinn, Verdienst, Zins’ (19. Jh.), aus dem Rotw. nach jidd. re(i)bach, hebr. ręwaḥ ‘Verdienst, Gewinn’. Heute besonders in der Wendung einen Reibach machen ‘einen (überdurchschnittlichen) Gewinn erzielen’. Vgl. älteres Rebbes, Ribbis m. ‘Gewinn, Ertrag’ (17. Jh.), rotw. rabbes, jidd. ribbis ‘Zins’. Dazu vielleicht (vgl. Wolf Rotw. 264) berappen Vb. ‘(widerwillig) bezahlen’ (19. Jh., aus der Gauner- und Studentensprache), auch beribbeln, berebbeln, berabbeln.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
(Schaden) regulieren · (die) Zeche zahlen (für) · (eine) Zahlung leisten · Geld in die Hand nehmen (journal., polit.) · ↗abführen (Steuern) · ↗aufkommen (für) · ↗ausgeben · ↗begleichen (Rechnung) · ↗bestreiten (Geldbetrag) · ↗eintreten (Versicherung, Bürge) · ↗entrichten · ↗verausgaben (Verwaltungsdeutsch) · ↗zahlen  ●  ↗bezahlen  Hauptform · ↗(die finanziellen Lasten) tragen  geh. · ↗(etwas) springen lassen  ugs. · ↗abdrücken  ugs. · ablatzen  ugs. · auf den Tisch blättern  ugs. · berappen  ugs. · ↗blechen  ugs. · geben für  ugs. · ↗hinblättern  ugs. · in die Tasche greifen  ugs., fig. · ↗latzen  ugs. · ↗lockermachen (Geldbetrag)  ugs. · ↗löhnen  ugs. · ↗prästieren  geh., lat. · ↗raushauen  ugs. · ↗rauspfeifen  ugs.
Unterbegriffe
  • Raten zahlen · ↗abbezahlen · ↗abstottern · auf Raten kaufen  ●  auf Keif(e)  ugs., ruhrdt., westfälisch · auf Pump kaufen  ugs.
  • zu hoch bezahlen · zu viel bezahlen · ↗überbezahlen · ↗überzahlen
  • (das) Geld auf den Tisch (des Hauses) legen · (etwas) bar bezahlen · (etwas) in bar bezahlen · bar zahlen  ●  (jemandem etwas) bar auf die Hand zahlen  ugs. · (jemanden) auf die Hand bezahlen  ugs. · bar auf die Kralle zahlen  ugs., salopp · in Cash (be)zahlen  ugs., salopp · mit Cash bezahlen  ugs., salopp · mit Cash zahlen  ugs., selten
  • mit Karte bezahlen · mit Karte zahlen · mit Plastikgeld (be)zahlen
  • (einen) Online-Bezahldienst nutzen · mit E-Banking (be)zahlen · mit einem Internet-Bezahldienst bezahlen · mit einem Online-Bezahldienst (be)zahlen · online bezahlen · per Internet bezahlen · über einen Internet-Bezahldienst zahlen
Assoziationen
  • Geld  ●  klingende Münze  fig. · ↗Asche  ugs. · Bares  ugs. · Bimbes  ugs. · Chlübis  ugs., schweiz. · Flöhe  ugs. · ↗Heu  ugs. · ↗Kies  ugs. · ↗Knete  ugs. · ↗Kohle  ugs. · Kröten  ugs. · ↗Mammon  geh., abwertend, biblisch · ↗Moneten  ugs. · ↗Moos  ugs. · Mäuse  ugs. · Ocken  ugs. · ↗Patte  ugs. · ↗Penunze  ugs. · ↗Piepen  ugs. · ↗Pulver  ugs. · ↗Rubel  ugs. · ↗Schotter  ugs. · Steine  ugs. · ↗Taler  ugs. · ↗Zaster  ugs. · Öcken  ugs.
  • (sein Geld) mit vollen Händen ausgeben · bedenkenlos ausgeben · ↗prassen · ↗vergeuden · ↗verprassen · verschwenderisch umgehen (mit)  ●  (Das) Geld (mit beiden Händen) auf die Straße werfen  fig. · Geld aus dem Fenster werfen  fig. · ↗verschwenden  Hauptform · ↗(nur so) raushauen  ugs. · (sein Geld) unter die Leute bringen  ugs. · ↗aasen (mit)  ugs. · auf den Kopf hauen  ugs. · auf neureich machen  ugs. · ↗durchbringen (Vermögen)  ugs. · mit Geld (nur so) um sich werfen  ugs. · ↗raushauen  ugs., salopp · rumaasen mit  ugs., rheinisch · ↗urassen  ugs., österr. · ↗verballern  ugs. · ↗verbraten  ugs. · ↗verbuttern  ugs. · verjankern  ugs., österr. · ↗verjubeln  ugs. · ↗verjuxen  ugs. · ↗verläppern  ugs. · ↗verplempern  ugs. · verprotzen  ugs. · ↗verpulvern  ugs. · ↗verschleudern  ugs. · ↗vertun  ugs. · ↗verzocken  ugs. · ↗wegschmeißen  ugs. · ↗wegwerfen  ugs. · zum Fenster hinauswerfen  ugs. · zum Fenster rauswerfen  ugs.
  • (den) Rotstift ansetzen · ↗(jemanden) knapphalten · auf die Kostenbremse treten · ↗einsparen · ↗geizen (mit) · ↗knausern (mit) · mit wenig Geld auskommen · ↗sparen · sparsam leben · sparsam umgehen mit  ●  sparsam sein  Hauptform · auf seinem Geld sitzen  ugs., fig. · ↗knapsen  ugs.
  • (Fehler) teuer bezahlen (müssen) · aus Fehlern lernen  ●  Lehrgeld bezahlen (müssen)  fig. · aus Schaden klug werden  Redensart · leidvoll erfahren (haben)  floskelhaft
  • (das) Inkasso übernehmen · (eine) Forderung eintreiben · ↗(etwas) berechnen · (jemanden für etwas) aufkommen lassen · Geld fordern · in Rechnung stellen · um Bezahlung bitten · um Zahlung bitten · zur Kasse bitten · zur Zahlung auffordern  ●  ↗(jemanden / etwas) abkassieren  ugs.
  • Remittent · ↗Wechselnehmer · ↗Zahlungsempfänger
  • Aktionsware · ↗Schnäppchen · ↗Sonderangebot · aus dem 1-Euro-Laden · besonders preisgünstig · fast umsonst · ↗günstig · herabgesetzt · im Preis gesenkt · praktisch für umsonst · preisreduziert · rabattiert · ↗reduziert · runtergesetzt · unter Preis · verbilligt · vom Schnäppchen-Markt · vom Wühltisch · zu Dumpingpreisen · zum (einmaligen) Sonderpreis · zum Dumpingpreis · zum Schleuderpreis · zum Spottpreis  ●  (im Preis) heruntergesetzt  Hauptform · hinterhergeworfen (bekommen)  variabel, fig. · unter Einstandspreis  kaufmännisch · Super-Schnäppchen  ugs. · fast geschenkt  ugs. · für ein Butterbrot  ugs. · für ein Trinkgeld  ugs., fig. · ↗für einen Apfel und ein Ei  ugs. · nachgeschmissen bekommen  ugs., fig. · super-günstig  ugs. · vom Grabbeltisch  ugs. · von der Resterampe  ugs.
  • (Geldsumme) aufbringen · ↗auftreiben · ↗einwerben · ↗zusammenbekommen · ↗zusammenbringen  ●  ↗stemmen  fachspr., mediensprachlich, Jargon · ↗zusammenkriegen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›berappen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›berappen‹.

Verwendungsbeispiele für ›berappen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer dennoch versuchen will, auf künstlichem Wege ein Baby zu bekommen, wird dafür bis zu 5000 Euro berappen müssen.
Die Welt, 10.05.2003
Knapp 40 Mark muss man für eine uneingeschränkte Nutzung berappen.
C't, 2000, Nr. 2
Wenn was nicht klappt, wenn was nicht klappt, dann wird vor allem mal nicht berappt.
Tucholsky, Kurt: Die Lösung. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 2375
Jeder hat das Gefühl, zu viel vom eigenen Budget dazu berappen zu müssen.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 160
Solange man noch berappen muß, macht die Sache kein Vergnügen.
Kerr, Alfred: Wo Bismarck ging und Tietz erschien. In: ders., Mein Berlin, 2002 [30.09.1900], S. 108
Zitationshilfe
„berappen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/berappen>, abgerufen am 23.02.2021.

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