Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

berauschen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-rau-schen
GrundformRausch
Wortbildung  mit ›berauschen‹ als Erstglied: Berauschung  ·  mit ›berauschen‹ als Grundform: Berauschtheit

Bedeutungsübersicht+

  1. jmdn. in einen Rausch versetzen, trunken machen
    1. ⟨sich an etw. berauschen⟩ sich mit etw. betrinken
    2. [übertragen] jmdn. in einen Begeisterungsrausch versetzen
    3. ⟨sich an etw. berauschen⟩ sich an etw. begeistern
    4. ⟨sich in etw. berauschen⟩ in etw. schwelgen
eWDG

Bedeutung

jmdn. in einen Rausch versetzen, trunken machen
siehe auch Rausch
Beispiele:
der Wein, Sekt berauschte mich
berauschende Getränke
er ist (vom Bier) ganz berauscht
berauschende (= einen Rausch auslösende) Mittel
der blühende Jasmin strömte einen berauschenden Duft aus
berauschend wirken
sich an etw. berauschensich mit etw. betrinken
Beispiel:
er hat sich Abend für Abend an schwerem Wein berauscht
übertragen jmdn. in einen Begeisterungsrausch versetzen
Beispiele:
das Glück, eine unverhoffte Freude, die wiedergewonnene Freiheit berauscht sie
Begeisterung, der errungene Erfolg hat ihn berauscht
saloppdas ist nicht berauschend (= das ist nicht sonderlich gut, das ist mittelmäßig)
Alle haben … die berauschende Kraft der Rede gespürt [ Hofmannsth.ProsaI 350]
sich an etw. berauschensich an etw. begeistern
Beispiel:
sich an Schlagwörtern, schönen Reden berauschen
sich in etw. berauschenin etw. schwelgen
Beispiele:
wir berauschten uns in Hoffnungen und Illusionen
Carl … berauschte sich in dem Gedanken, ich solle ebenfalls daran [an dem verlockenden Leben] teilnehmen [ G. Hauptm.3,355]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rauschen · Rausch · berauschen · Rauschgift
rauschen Vb. ‘ein anhaltendes Geräusch von sich geben (von im Wind bewegten Blättern oder fließendem Wasser)’. Das westgerm. Verb mhd. rūschen, riuschen, mnd. rūschen, rūsken, mnl. ruuscen, nl. ruisen ‘rauschen’ ist wie mnd. rūsen ‘lärmen, schreien, toben, rasen’, schwed. (aus dem Mnd.?) rusa ‘fortstürzen, eilen’ als lautnachahmende Bildung aufzufassen. Alle außergerm. Anknüpfungsversuche sind ungesichert. – Rausch m. ‘Benebelung der Sinne als Folge von Genuß betäubender Mittel’ (16. Jh.), daran anknüpfend ‘seelische Trunkenheit, Taumel, Ekstase’ (18. Jh.), zuvor ‘rauschender Schall’, mhd. rūsch ‘rauschende Bewegung, Anlauf, Angriff’, Rückbildung aus dem Verb. Im Sinne von ‘(leichte) Trunkenheit’ zuerst Reuschlin (1551), dann Rausch (1575), mnd. rūsch (seit 1563), ursprünglich wohl scherzhaft in bezug auf das ‘Rauschen im Kopf’. berauschen Vb. ‘in einen Rausch versetzen, (be)trunken machen, leicht betäuben, in Begeisterungstaumel versetzen’, reflexiv ‘in Begeisterungstaumel geraten’ (17. Jh.). Rauschgift n. ‘Mittel, das einen Rausch oder ähnliche Lustempfindung hervorruft’ (um 1920).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) benebeln · (jemanden) beschwipsen · berauschen  ●  betrunken machen (aufgrund des Alkoholgehalts)  Hauptform · knallen  ugs. · reinhauen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›berauschen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›berauschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›berauschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bekanntlich kann man sich auch an seinen eigenen Worten berauschen. [Die Zeit, 06.03.1970, Nr. 10]
Angesichts dieser Probleme hilft es wenig, sich an großen Zahlen zu berauschen. [Die Zeit, 02.12.1966, Nr. 49]
Die Fans berauschen sich trotzdem an ihm, weil er auch mit großem politischem Anliegen lässig grooven kann. [Süddeutsche Zeitung, 01.04.1999]
Es ist ja auch gar keine Zeit, sich an der eigenen Leistung zu berauschen. [Süddeutsche Zeitung, 11.12.1998]
Er glühte vor Wut und berauschte sich an blutigen Bildern. [Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 253]
Zitationshilfe
„berauschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/berauschen>.

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