bereiten

Grammatik Verb · bereitet, bereitete, hat bereitet
Aussprache  [bəˈʀaɪ̯tn̩]
Worttrennung be-rei-ten
Grundformbereit
Wortbildung  mit ›bereiten‹ als Erstglied: Bereitung  ·  mit ›bereiten‹ als Letztglied: aufbereiten · nachbereiten · vorbereiten · zubereiten
 ·  mit ›bereiten‹ als Binnenglied: Heißwasserbereiter · Warmwasserbereiter · Wegbereiter

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] ...
    1. 1. etw. bereitmachen, fertigmachen
    2. 2. jmdm. etw. zufügen
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
etw. bereitmachen, fertigmachen
Beispiele:
Kaffee, das Essen bereiten
der Tee, das Mahl ist bereitet
etw. herrichten
Beispiele:
sein Lager bereiten
wir haben euch eine neue Heimstätte bereitet
sie getraute sich aber nicht … sich Umschläge zu bereiten [ MusilMann1524]
etw., sich vorbereiten
Beispiele:
der Weg für die neuen Ideen war bereitet
Als … alle sich zum Schlafengehen bereiteten [ Suderm.6,83]
2.
jmdm. etw. zufügen
Beispiele:
jmdm. Freude bereiten (= jmdn. erfreuen)
jmdm. Ärger bereiten (= jmdn. ärgern)
jmdm. Schwierigkeiten, schlaflose Nächte bereiten (= machen)
jmdm. einen glänzenden Empfang bereiten (= jmdn. glänzend empfangen)
die umfassenden Maßnahmen der Gesundheitsbehörden haben der Epidemie ein schnelles Ende bereitet (= haben die Epidemie schnell zum Erlöschen gebracht)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bereit · bereiten · bereits · Bereitschaft · Bereitwilligkeit · Wegbereiter
bereit Adj. ‘fertig, gewillt’ hat neben sich sowohl mit be- wie mit ge- präfigierte als auch präfixlose Verwandte. Mhd. bereite, bereit ‘bereitwillig, dienstfertig, fertig, zur Hand’, (vom Geld) ‘bar’, Adv. ‘schon, schnell, geschickt’, gereite, gereit ‘auf der Fahrt begriffen, bereit, fertig, bar’, Adv. ‘leicht, schnell und gern’ geht mit ahd. gireiti (Hs. 12. Jh.), mnd. rēde, reide, rēt, reit, berēde, berēt, gerēde, gerēt ‘bereit, fertig’, (vom Geld) ‘bar’, mnl. bereit, bereet, ghereit, ghereet, nl. bereid, gereed, aengl. rǣde, gerǣde, engl. ready, anord. reiðr ‘durchreitbar’ (die Bedeutung ‘bereit, fertig’ ist aus mnd. rēde, reide, s. oben, entlehnt), greiðr ‘passierbar, gerade vor einem liegend, zur Hand, gut vorankommend’, got. garaiþs ‘angeordnet’ zurück auf germ. *(ga)raiða-, *(ga)raiðja- ‘gerüstet zur Fahrt, passierbar, zur Hand’, das mit ir. réid ‘eben’ (eigentlich ‘befahrbar’), ‘leicht’ und lett. raids ‘bereit’ zu ie. *reidh- ‘fahren, in Bewegung sein’ gehört. bereit ist also verwandt mit reiten (s. d.). bereiten Vb. ‘bereit machen, zurichten’, ahd. bireiten ‘verfertigen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. bereiten ‘rüsten, bilden, bereit machen’; dazu aufbereiten ‘zubereiten, ausrüsten, ausschmücken’ (15. Jh.), seit dem 16. Jh. in der Bergmannssprache (Erz aufbereiten); vorbereiten nach lat. praeparāre (16. Jh.); zubereiten, mhd. zuobereiten. bereits Adv. ‘schon’, mhd. bereit(e) ‘schon, schnell, geschickt’, seit dem 16. Jh. mit genitivischem -s (s. auch flugs, links u. a.). Bereitschaft f. ‘Bereitsein, Bereitwilligkeit, Vorrat’, mhd. bereitschaft ‘Zubereitung, Ausrüstung, Gerätschaft’ (bis ins 18. Jh.), ‘militärische Truppe’ (17. Jh.), ‘Bereitsein’ (15. Jh.), seit dem 18. Jh. auch gleichbed. mit Bereitwilligkeit f. (16. Jh.), zu bereitwillig Adj. (15. Jh.). Wegbereiter m. (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›bereiten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bereiten‹.

Verwendungsbeispiele für ›bereiten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es läßt sich aber auch ein herzhaft schmeckendes Gemüse daraus bereiten. [o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 60]
Diesmal wollte ich meinem damals sechsjährigen Sohn eine Freude bereiten. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 26]
Für ihn ist das Bier schon bereitet – nämlich im Jenseits. [Röhrich, Lutz: Bier. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 663]
So schien eine dauerhafte Basis für den europäischen Frieden bereitet. [Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1315]
Inzwischen sehen Sie so aus, als bereite Ihnen das Unterrichten das reinste Vergnügen. [Die Zeit, 07.10.1999, Nr. 41]
Zitationshilfe
„bereiten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bereiten#1>.

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bereiten

Grammatik Verb · bereitet, beritt, hat beritten
Aussprache  [bəˈʀaɪ̯tn̩]
Worttrennung be-rei-ten
Wortzerlegung be- reiten
Wortbildung  mit ›bereiten‹ als Erstglied: Bereiter

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨jmd. bereitet ein Pferd⟩ auf einem Tier reiten, besonders, um es zu trainieren
  2. 2. ⟨einen Ort bereiten⟩ sich an einem Ort reitend bewegen
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
jmd. bereitet ein Pferd [o. Ä.]auf einem Tier reiten (1), besonders, um es zu trainieren
siehe auch zureiten (1)
Beispiele:
Das Ganze sei knallharte Arbeit, die hochprofessionellen Reiter bereiten drei bis sechs Pferde drei Stunden täglich und das sechs Tage in der Woche. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2000]
Plötzlich sei er vor Schreck von der Leiter gefallen, als ein Pferd durch die Wand geritten kam – beritten von einem grün gekleideten römischen Soldaten, der einige mit Speeren und Schwertern bewaffnete Gefolgsleute in Richtung Münster nach sich zog. [Der Spiegel, 15.01.2004 (online)]
Bei den Reiterwettkämpfen, wie sie in Wyoming oder Texas üblich sind, gilt es, wilde Stiere oder Pferde einzufangen, sie zu bereiten und sich trotz ihrer Sprünge nicht abwerfen zu lassen. [Süddeutsche Zeitung, 03.04.2002]
Einen Import der Pferde, die Simon für mich beritten hat, in die Schweiz oder nach Liechtenstein, hat es nie gegeben; ich habe nie Pferdehandel betrieben. [Süddeutsche Zeitung, 28.03.2002]
»Ich stehe eigentlich jeden Tag um halb sieben auf. Dann müssen die Pferde beritten und gepflegt werden. Außerdem fallen noch jede Menge Verwaltungsarbeiten an«[…]. [Der Tagesspiegel, 08.05.1998]
2.
einen Ort bereitensich an einem Ort reitend bewegen
Beispiele:
Alejo beschaffte sich ein Pferd und beritt seine neue Heimat. [Die Zeit, 07.10.2010]
Adam Lieser war der letzte Postbote, der die Route Montabaur–Ransbach zu Pferd und mit Kutsche beritt. [Rhein-Zeitung, 14.10.2020]
1522 war Heinz Rode Waldförster, einziger im Amt Herborn, der zu Pferde sein weites Gebiet beritt. [Alt-Breitscheid’s Blog, 04.05.2012, aufgerufen am 14.09.2018]
Napoleon beritt […] die genommene Position, ertheilte Detailanordnungen und feuerte die Soldaten der so sehr geschwächten Corps zu Tapferkeit und Ausdauer an. [Aster, Karl Heinrich: Die Gefechte und Schlachten bei Leipzig im Oktober 1813. Bd. 2. Dresden: Arnoldische Buchhandlung 1853, S. 117]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„bereiten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bereiten#2>.

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