bereuen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-reu-en
eWDG, 1967

Bedeutung

Reue über etw. empfinden
Beispiele:
eine Missetat, die Schuld bereuen
seine Sünden, harten Worte bereuen
er hat sein Unrecht aufrichtig, bitter, tief bereut
das wird er noch schwer bereuen (= das wird ihm noch sehr leid tun)
wir bereuen (= bedauern) es nicht, das gestrige Konzert besucht zu haben
Das sollst du am Kreuze bereuen (= büßen) [SchillerBürgschaft]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reue · reuen · bereuen · reuig · reumütig · Reumütigkeit
Reue f. ‘Bedauern, Zerknirschung über Getanes oder Unterlassenes’, ahd. (h)riuwa ‘Leid, Trauer, Schmerz, Unglück, Klage’ (8. Jh.), mhd. riuwe, riwe, rewe, riu ‘Betrübnis über Getanes, Geschehenes, Schmerz, Kummer, Trauer, Leid, Mitleid, übles Aussehen, Beschädigung’, mnd. rouwe, rūwe, mnl. rouwe, nl. rouw, auch ‘Trauer’, aengl. hrēow, engl. (älter) rue (germ. *hreuwō-), dazu das Adjektiv asächs. hriuwi, anord. hryggr ‘traurig, betrübt’, aengl. (mit anderer Stammbildung) hrēow ‘betrübt’ und das starke Verb ahd. (h)riuwan ‘(be)klagen, jammern, zu Mitleid bewegen, schmerzen’, reflexiv ‘bereuen, trauern’ (um 800), mhd. riuwen, riwen ‘in Betrübnis versetzen, leid tun, verdrießen’, reflexiv ‘Reue empfinden’, asächs. hreuwan ‘beklagen, schmerzlich sein’, aengl. hrēowan ‘schmerzen, reuen’ (germ. *hreuwan), anord. (schwach flektierend) hryggja, hryggva ‘betrübt sein’. Außergerm. lassen sich vielleicht vergleichen aind. karúṇaḥ ‘kläglich, mitleidig’, griech. krū́ein (κρούειν) ‘stoßen, schlagen, stampfen’ und die s-Erweiterungen lit. krùšti ‘zerstampfen, zerstoßen’, aslaw. sъkrušiti ‘zerbrechen, zerreißen, zerschmettern’, russ. krušít’ (крушить) ‘zertrümmern, zerschlagen, vernichten’, so daß auf eine Wurzel ie. *kreu-, erweitert *kreus-, *krous- ‘stoßen, schlagen, zerschlagen, brechen’ zurückgegangen werden kann. Die offensichtlich übertragene germ. Bedeutung ‘seelischer Schmerz, Trauer’ spezialisiert sich im Mittelalter zu ‘Schmerz, Zerknirschung über etw., was man getan oder unterlassen hat, das man ungeschehen machen möchte’, im christlichen Sinne ‘Einsicht in eine bzw. Erkenntnis einer Sündenschuld’ (vgl. die Folge Reue, Beichte, Buße, entsprechend kirchenlat. contrītio, cōnfessio, satisfactio). reuen Vb. ‘leid tun, bedauern, ungeschehen machen wollen’, ahd. (h)riuwōn (8. Jh.), (h)riuwēn (9. Jh.) ‘beklagen, bedauern, Buße tun’, mhd. riuwen ‘beklagen, bereuen, leid sein’, reflexiv ‘klagen, Reue empfinden’; schwaches, vom Substantiv abgeleitetes Verb. bereuen Vb. ‘tiefes Bedauern über etw. Getanes oder Unterlassenes empfinden’, ahd. bi(h)riuwēn ‘betrübt sein’ (9. Jh.), mhd. beriuwen ‘betrübt sein, in Betrübnis versetzen’. reuig Adj. ‘voller Reue, zerknirscht’, ahd. (h)riuwag (9. Jh.), mhd. riuwec, riwec. reumütig Adj. ‘voller Reue, Bedauern’ (17. Jh.); Reumütigkeit f. (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) leidtun · (sich seiner) Schuld bewusst sein · (sich) in Selbstkritik üben · Reue zeigen · bereuen  ●  (sich) Asche aufs Haupt streuen  fig. · Asche auf sein Haupt streuen  fig. · im Büßergewand herumlaufen  fig. · im Büßerhemd gehen  fig. · in Sack und Asche gehen  fig., variabel · (jemanden) reuen  geh., veraltet · (sich) in Zerknirschung üben  geh., ironisierend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bereuen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bereuen‹.

Verwendungsbeispiele für ›bereuen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bereue unendlich, was ich getan habe, und ich schäme mich dafür.
Der Tagesspiegel, 19.07.2003
Ein paar Mal habe ich nicht gut genug zugehört in meinem Leben, und das bereue ich gelegentlich.
Die Zeit, 18.06.2003, Nr. 25
Wahrscheinlich hätte ich ihm nicht einmal geglaubt, wenn er gesagt hätte, er habe ihn gekannt, und ich bereue meine Zurückhaltung nicht.
Gstrein, Norbert: Die englischen Jahre, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1999, S. 263
So habe ich einen Tag länger in der schrecklichen Erwartung des Todes verbracht, doch bereue ich es nicht.
Der Spiegel, 23.01.1989
Ich habe es vor zwei Jahren nicht bereut und ich werde es auch hoffentlich nicht jetzt bereuen müssen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 30.04.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„bereuen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bereuen>, abgerufen am 02.04.2020.

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