Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

beringen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-rin-gen
GrundformRing
Wortbildung  mit ›beringen‹ als Erstglied: Beringung  ·  mit ›beringen‹ als Grundform: beringt
eWDG

Bedeutung

Beispiele:
Hühner, Schwalben, Störche beringen (= mit einem Aluminiumring am Fuß kennzeichnen)
die Vogelschutzwarten beringen die Zugvögel zur Erforschung ihrer Wanderwege
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ring · rings · ringen1 · beringen · umringen · Ringel · ringeln · Ringelblume · Ringelnatter · Ringelspiel
Ring m. ‘kreisförmiges Gebilde’, ahd. (h)ring (8. Jh.), mhd. rinc, ring, auch ‘Panzerring, (ringförmige) Versammlung, Gericht, Platz’, asächs. hring, mnd. rink, mnl. rinc, nl. ring, afries. aengl. hring, engl. ring, anord. hringr, auch ‘Schwert, Schlange, Schiff’, schwed. ring (germ. *hrenga-, woraus finn. rengas ‘Ring’) führt mit aslaw. krǫgъ, russ. krug (круг) ‘Kreis, runde Scheibe’ auf ie. *(s)krengh- (s. auch ringen2 und ablautendes Runge), eine nasalierte Erweiterung der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ (s. schräg, Schrank). – rings Adv. ‘rundherum, im Kreis, überall’ (1. Hälfte 16. Jh.), obd. gerings (Mitte 15. Jh.), aus präpositionalen Wendungen wie frühnhd. zu ring vmb, zu rings vmbher mit adverbiell erstarrtem genitivischem -s; vgl. ringsherum, frühnhd. rings herumb. ringen1 Vb. ‘einen Ring bilden, mit einem Ring versehen’ (vereinzelt bis ins 18. Jh., heute unüblich). Als schwaches Verb vom Substantiv abgeleitet, ahd. (h)ringen ‘zu einem Kreis formen’ (um 1000; vgl. gi(h)ringen ‘einen Kreis bilden, umgürten’, 10. Jh.), (h)ringōn ‘(im Kreis) aufstellen’ (9. Jh.), mhd. ringen ‘mit einem Ring versehen’; dazu die Präfixverben beringen Vb. ‘mit einem Ring versehen’, mhd. beringen ‘umzingeln’; umringen Vb. ‘dicht umgeben, umstellen, umdrängen’, ahd. umbi(h)ringen (8. Jh.), mhd. umberingen; vgl. ahd. umbi(h)ring (8. Jh.), mhd. umberinc ‘Umkreis, Kreislauf’. Ringel m. n. f. ‘kleiner Ring, kleineres ring-, kreisförmiges Gebilde, Gebäck’, ahd. (h)ringila f. ‘Ringelblume, kreisförmiges Gebäck’ (10. Jh.), (h)ringilo m. ‘Ringelblume’ (11. Jh.), mhd. ringel(īn), ringele, auch ‘kleines ringförmiges Gebilde, kleiner Ring’, Deminutivbildung zum Substantiv. ringeln Vb. ‘zu kleinen Ringen formen, Kreise, Schnörkel bilden, entstehen lassen’, reflexiv ‘die Form von Ringeln annehmen’, ahd. (h)ringilōn ‘mit Ringeln versehen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. ringeln, auch reflexiv ‘sich ringeln, kräuseln’. Ringelblume f. gelb blühende Gartenblume mit ringförmig gekrümmten Früchten, mhd. ringelbluome, vgl. ahd. ringula f., ringilo m. (10. Jh.). Ringelnatter f. graugrüne, mit drei bis sechs Reihen schwarzer Flecken und einem weißen bis gelben Fleck an beiden Seiten des Hinterkopfes gezeichnete Natter (Ende 18. Jh.). Nach den schwarzen Ringeln auf der Haut? Weil sie sich ringelnd fortbewegt, oder weil sie sich zusammenringelt? Ringelspiel n. öst. obd. südwestd. ‘Karussell’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›beringen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beringen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beringen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihren Flug hat man genau verfolgt, indem man sie beringt hat. [Die Welt, 03.08.2002]
Die Siegerin war erschöpft, beringt unter den Augen, aber glücklich. [Die Welt, 01.09.1999]
Um die Jungvögel zu beringen, muß ein Helfer mit einer langen Leiter in oft schwindelnde Höhen hinaufsteigen. [Süddeutsche Zeitung, 24.07.1997]
Insgesamt werden in der Bundesrepublik jedes Jahr rund 200000 Vögel beringt. [Die Zeit, 27.05.1988, Nr. 22]
Heute um 15 Uhr werden die drei Küken der Internetstörche beringt. [Bild, 04.07.2002]
Zitationshilfe
„beringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beringen>.

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