bersten

Grammatik Verb · birst, barst, ist geborsten
Aussprache 
Worttrennung bers-ten
Wortbildung  mit ›bersten‹ als Letztglied: ↗aufbersten · ↗auseinanderbersten
Mehrwortausdrücke zum Bersten
eWDG

Bedeutung

platzend auseinanderbrechen, zerspringen
Beispiele:
die Eisdecke des Flusses barst bei eintretender Schneeschmelze
die Mauer ist geborsten
die Granaten barsten (= zerplatzten)
unter dem Hagel der Geschosse barst die Erde
geborstene Wände, Säulen
berstende Schrapnells
das Herz wollte ihr beinahe bersten
Mit einem großen Krach birst das Eingangstor [ BrechtPuntila2]
bildlich
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »von«
Beispiel:
der Saal birst von Menschen (= der Saal war übervoll)
Grammatik: in Verbindung mit »vor«
Beispiele:
vor Lachen bersten (= vor Lachen platzen)
ich könnte bersten vor Ärger
er wollte vor Wut bersten
Grammatik: in Verbindung mit »zum«
Beispiele:
umgangssprachlichdas Haus ist (bis) zum Bersten voll (= das Haus ist brechend voll)
das bis zum Bersten gefüllte Stadion
seine Nerven waren bis zum Bersten gespannt (= seine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bersten · Gebresten · bresthaft
bersten Vb. ‘mit Gewalt auseinanderbrechen, zerspringen’. Mnd. bersten, barsten, mnl. bersten, barsten, borsten, nl. barsten, aengl. berstan, engl. to burst, afries. bersta zeigen gegenüber ahd. (9. Jh.), asächs. brestan, mhd. bresten, anord. bresta, schwed. brista und präfigiertem ahd. gibrestan (9. Jh.), mhd. gebresten ‘fehlen, mangeln’ mit mhd. gebresten n. (13. Jh.), nhd. Gebresten n. ‘Gebrechen, Leiden, Krankheit’ (substantiviertem Infinitiv des im Nhd. untergegangenen präfigierten Verbs) sowie den unter ↗prasseln (s. d.) behandelten Formen r-Metathese. Soweit sich außergerm. Parallelen überhaupt heranziehen lassen (und nicht einen anderen Ursprung haben), weisen sie wie mnd. brāsken, brāschen, mhd. braschen ‘krachen, knattern, laut tönen’ die Konsonantenverbindung -sk- statt -st- auf, vgl. lit. barškė́ti ‘klappern, rasseln’, braškė́ti ‘knistern, knarren’, mir. brosc ‘Lärm’. Mitte des 15. Jhs. ist bersten im Westmd. nachzuweisen, vom Anfang des 16. Jhs. an wird es durch Luther im Hd. gebräuchlich. Die Bedeutung ‘mangeln, gebrechen’, die bei ahd. brestan und seinen Entsprechungen in unpersönlicher Konstruktion auftritt, hat sich in den Formen mit r-Metathese (wie bersten) nicht entwickelt. bresthaft Adj. ‘gebrechlich’ (16. Jh.), spätmhd. bresthaft ‘mangelhaft’; vgl. spätmhd. brestlich ‘gebrechlich’, frühnhd. brestenhaft(ig).

Thesaurus

Synonymgruppe
bersten · ↗brechen · ↗platzen
Synonymgruppe
bersten · ↗zerbersten · ↗zerbrechen
Synonymgruppe
aufplatzen · bersten · in Scherben gehen · in tausend Stücke auseinanderfliegen · in tausend Stücke zerspringen · ↗platzen · ↗reißen · ↗splittern · ↗springen · ↗zerbrechen · ↗zerplatzen · ↗zerschellen · ↗zersplittern · ↗zerspringen · zu Bruch gehen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›bersten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bersten‹.

Verwendungsbeispiele für ›bersten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie lassen die normalerweise minus 152 Grad kalte Oberfläche bersten, Lava dringt an die Oberfläche.
Bild, 04.07.1998
Der Tisch scheint unter der Last beängstigender Üppigkeit zu bersten.
Der Tagesspiegel, 08.05.1998
Die Berge schienen zu bersten - das Ende aller Dinge gekommen.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 521
Ihr Herz raste und drohte, vor unerfüllbaren Wünschen zu bersten.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 346
Sie bersten vor Neugier alles kennenzulernen, zu erleben und zu besitzen.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 6
Zitationshilfe
„bersten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bersten>, abgerufen am 04.03.2021.

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