besänftigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-sänf-ti-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›besänftigen‹ als Erstglied: ↗Besänftigung
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., der erregt ist, beruhigen
Beispiele:
die erregte Menge, die erhitzten Gemüter besänftigen
er versuchte, den erzürnten Freund zu besänftigen
sie war nicht zu besänftigen
besänftigende Worte
der besänftigende Zauber der Poesie [RaabeI 6,261]
etw. besänftigen
Beispiel:
jmds. Zorn, Empörung besänftigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sanft · Sanftheit · Sanftmut · besänftigen
sanft Adj. ‘gefällig, weich, zart, leicht, still, vorsichtig’. Ahd. semfti, senfti ‘bequem, leicht, gemächlich’ (9. Jh.), mhd. semfte, senfte ‘leicht, bequem, zart, zahm, mild, freundlich, angenehm’, (mit Nasalausfall und Ersatzdehnung) asächs. sāfto Adv., mnl. saefte, afries. seft, aengl. sēfte (neben sōfte Adv., danach sōfte Adj., engl. soft ‘weich’), germ. *samftija- Adj., *samftō- Adv. ist mit dem Suffix ie. -ti̯o- und p- (germ. f-)Einschub gebildet. Es läßt sich wie unmittelbar zugehöriges, doch eine besondere Lautentwicklung aufweisendes ↗sacht (s. d.) mit anord. sama ‘geziemen, passen’, semja ‘ordnen, einrichten’, got. samjan ‘zu gefallen suchen’ verbinden und, ausgehend von dem gemeinsamen Begriff des gefälligen Zusammen- und Übereinstimmens, auf die unter ↗samt (s. d.) angeführte Wurzel ie. *sem- ‘ein(s), in eins zusammen, einheitlich, samt, mit’ zurückführen. Die nhd. Form sanft bewahrt (wie schon seltenes ahd. samft, 9. Jh.) den alten unumgelauteten Vokal des Adverbs ahd. samfto (8. Jh.), mhd. samfte und zeigt (bereits im 9. Jh. eingetretene) Dissimilation von mf zu nf (wie in Zukunft, Zunft gegenüber kommen, ziemen). Sanftheit f. ‘Zartheit, weiches, stilles Temperament’ (18. Jh.). Sanftmut f. ‘ruhige, stille, zarte Wesensart und Gesinnung’ (16. Jh.). besänftigen Vb. ‘beruhigen, begütigen’ (16. Jh.), Präfixbildung zu sänftigen, mhd. senftigen, abgeleitet von mhd. senftec, senftic ‘sanft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die Situation) entschärfen · ↗(die Situation) entspannen · (die) Wogen glätten · ausgleichend einwirken (auf) · ↗begütigen · ↗beruhigen · beruhigend einwirken (auf) · ↗beschwichtigen · besänftigen · ↗deeskalieren · gut zureden  ●  Öl auf die Wogen gießen  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • besänftigen
Synonymgruppe
besänftigen · ↗mildern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aggressor Argwohn Dämon Eifersucht Empörung Furie Gemüt Groll Kritiker Mage Menschenopfer Opfergabe Parteilinke Skeptiker Streithahn Ungeduld Unmut Unwille Unzufriedenheit Verstimmung Verärgerung Volksseele Volkszorn Wettbewerbshüter Woge Wut Zorn Zweifler beschwichtigen bändigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besänftigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein paar Frauen sangen, verhalten, leise, die Kinder zu besänftigen.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 258
Aber daß ich sofort ein Bier bestellte, hat sie wohl besänftigt.
Salbader, 1999, Nr. 25
Die Mutter ließ sich wie immer von Adis Erklärungen besänftigen.
Der Tagesspiegel, 04.09.1997
Mit dem Geld, das S. einsteckte, versuchte sie auch ihren Mann zu besänftigen.
Süddeutsche Zeitung, 06.08.1994
Er richtete ein paar Worte an die andern, es klang besänftigend.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 212
Zitationshilfe
„besänftigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besänftigen>, abgerufen am 21.08.2019.

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