Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

besänftigen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-sänf-ti-gen
Wortbildung  mit ›besänftigen‹ als Erstglied: Besänftigung
eWDG

Bedeutung

jmdn., der erregt ist, beruhigen
Beispiele:
die erregte Menge, die erhitzten Gemüter besänftigen
er versuchte, den erzürnten Freund zu besänftigen
sie war nicht zu besänftigen
besänftigende Worte
der besänftigende Zauber der Poesie [ RaabeI 6,261]
etw. besänftigen
Beispiel:
jmds. Zorn, Empörung besänftigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sanft · Sanftheit · Sanftmut · besänftigen
sanft Adj. ‘gefällig, weich, zart, leicht, still, vorsichtig’. Ahd. semfti, senfti ‘bequem, leicht, gemächlich’ (9. Jh.), mhd. semfte, senfte ‘leicht, bequem, zart, zahm, mild, freundlich, angenehm’, (mit Nasalausfall und Ersatzdehnung) asächs. sāfto Adv., mnl. saefte, afries. seft, aengl. sēfte (neben sōfte Adv., danach sōfte Adj., engl. soft ‘weich’), germ. *samftija- Adj., *samftō- Adv. ist mit dem Suffix ie. -ti̯o- und p- (germ. f-)Einschub gebildet. Es läßt sich wie unmittelbar zugehöriges, doch eine besondere Lautentwicklung aufweisendes sacht (s. d.) mit anord. sama ‘geziemen, passen’, semja ‘ordnen, einrichten’, got. samjan ‘zu gefallen suchen’ verbinden und, ausgehend von dem gemeinsamen Begriff des gefälligen Zusammen- und Übereinstimmens, auf die unter samt (s. d.) angeführte Wurzel ie. *sem- ‘ein(s), in eins zusammen, einheitlich, samt, mit’ zurückführen. Die nhd. Form sanft bewahrt (wie schon seltenes ahd. samft, 9. Jh.) den alten unumgelauteten Vokal des Adverbs ahd. samfto (8. Jh.), mhd. samfte und zeigt (bereits im 9. Jh. eingetretene) Dissimilation von mf zu nf (wie in Zukunft, Zunft gegenüber kommen, ziemen). Sanftheit f. ‘Zartheit, weiches, stilles Temperament’ (18. Jh.). Sanftmut f. ‘ruhige, stille, zarte Wesensart und Gesinnung’ (16. Jh.). besänftigen Vb. ‘beruhigen, begütigen’ (16. Jh.), Präfixbildung zu sänftigen, mhd. senftigen, abgeleitet von mhd. senftec, senftic ‘sanft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die Situation) entschärfen · (die Situation) entspannen · (die) Gemüter besänftigen · (die) Wogen glätten · (jemanden) beschwichtigen · Ruhe hineinbringen · ausgleichend einwirken (auf) · begütigen · beruhigen · beruhigend einwirken (auf) · besänftigen · deeskalieren · gut zureden  ●  (jemanden) (wieder) vom Baum holen  ugs., fig., Neologismus · Ruhe reinbringen  ugs., norddeutsch · Öl auf die Wogen gießen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
besänftigen · mildern

Typische Verbindungen zu ›besänftigen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besänftigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›besänftigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein paar Frauen sangen, verhalten, leise, die Kinder zu besänftigen. [Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 258]
Aber daß ich sofort ein Bier bestellte, hat sie wohl besänftigt. [Salbader, 1999, Nr. 25]
Das sah für viele mitleiderregend aus, besänftigte aber die Kritiker nicht. [Die Zeit, 31.05.2011 (online)]
Besänftigt die "holde Kunst" den musizierenden Musiker tatsächlich, oder macht sie ihn erst wahrhaft zum Tier? [Süddeutsche Zeitung, 08.09.2000]
Er richtete ein paar Worte an die andern, es klang besänftigend. [Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 212]
Zitationshilfe
„besänftigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bes%C3%A4nftigen>.

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